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als jauch opfer der medien wurdeFilm und Fernsehen - Hier drehen sich die Themen um die neusten Kinofilme, die besten Serien und Shows im Fernsehen, sowie das neuste was die DVD-Welt zu bieten hat. |
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#1 (permalink) |
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als jauch opfer der medien wurde
hallo zusammen,
habe als langjähriger journalist in sachen medien ein buch geschrieben, das auf spurensuche im größten betrugsfall am zuschauer des dt. fernsehens geht. es geht um die gefälschten tv-beiträge bei stern tv und günther jauch. wie konnte sich diese affäre - sie liegt übrigens exakt 10 jahre zurück - zum skandal entwickeln? wieso demontierte sich jauch damals als journalist selbst und geriet mit der gesamten branche aneinander? und wieso sind die verantwortlichkeiten bis heute nie geklärt worden? stelle einige kapitel vor und die frage, was vom tv-journalismus heute eigentlich erwartet wird? hier mal ein appetizer aus dem medienkrimi... Die Akteure darin: ein zwielichtiger freier Autor und ein freischaffender TV-Star. Beide sorgen genau ein Jahr lang dafür, dass die eher distinguierte TV-Branche mal mehr, mal weniger subtil aneinander gerät und sich mit Vorwürfen überschüttet. Ganz zur Freude ihrer Berufskollegen, die dieses Auflagen und Quoten garantierende Branchenereignis bis ins letzte Detail für ihre Leser und Zuschauer in Szene setzen. Spurensuche Der Name des Übeltäters: Michael Born. Dem damals 37-jährigen freien TV-Produzenten gelingt das Kunststück, jahrelang private wie öffentlich-rechtliche Politmagazine mit angeblich authentischen Berichten zu betrügen, obwohl er die Themen darin erfunden und Szenen mit Freunden oder Bekannten nachgestellt hat. Seine Fakes wären nicht weiter aufgefallen, hätte die Staatsanwaltschaft Koblenz nicht nach einem Beitrag um angebliche Aktivitäten des US-Geheimbundes Ku-Klux-Klan in Deutschland Ermittlungen wegen rechtsextremistischer Umtriebe aufgenommen und in Rheinland-Pfalz nach solchen Organisationen gefahndet. In der Vernehmung über die Hintergründe des Beitrags verstrickt Born sich in Widersprüche. Das ist sein Fehler. Die Ermittler beginnen sich für andere seiner Filme zu interessieren. Ein Justizermittler schaut sich stundenlang Szene um Szene aus dem Film über das angebliche Treiben des Ku-Klux-Klan in Deutschland und über einen angeblichen Rauschgiftschmuggel über die deutsch-schweizerische Grenze an. Dann vermutet er in dem Darsteller des vermeintlichen Rauschgifthändlers und einem mit weißer Kapuze vermummten Ku-Klux-Klan-Anhänger ein und dieselbe Person. Eine Stimmenanalyse des Bundeskriminalamts bestätigt seine Vermutung. Gegen Born wird fortan wegen mutmaßlichen Betrugs ermittelt. Beweise für seine kriminellen Machenschaften finden die Ermittler bei einer Durchsuchung seines Hauses in Lahnstein haufenweise. Born macht sich nicht einmal die Mühe, Spuren seiner Fakes zu beseitigen. Kapuzen aus dem Ku-Klux-Klan-Bericht, Fahnen mit Hakenkreuz, Bomberjacken oder die Reichskriegsflagge - Requisiten, die nur einen Zweck hatten: Themen durch mehr oder weniger geschickte Manipulation der Wirklichkeit zu dem Stoff zu machen, hinter dem TV-Magazine so her sind wie Süchtige hinter der Droge - Sensationsgeschichten. Mit Born gelangt neben anderen Politmagazinen auch stern TV in den Fokus der Ermittler. Grund: An die Kölner Redaktion verkauft er die meisten seiner Phantasiewerke - dies beweisen Honorarzahlungen aus den Jahren 1991 bis 1995. Nach den Ermittlern stellen bald auch Medien erste Fragen: Hätten die Fälschungen nicht als solche erkannt werden müssen? Warum funktionierten die redaktionellen Sicherungssysteme nicht? Hatte Born in der Redaktion Mitwisser? Oder wurde aus Quotengier der journalistische Anspruch über Bord geworfen? Mit anderen Worten: Wie steht es um den Berufsethos in der Redaktion? Fragen, bei deren Beantwortung sich der viel beschäftigte Moderator und Ex-Chefredakteur von stern TV, Günther Jauch, öffentlich in das journalistische Handwerk blicken lassen muss. Ein Routinejob für einen an kritische Fragen und öffentliche Auftritte gewöhnten Medienprofi - könnte man meinen: Seit Jahren tingelt er durch die TV-Branche, moderiert neben dem Politmagazin auch die Champions League für RTL, außerdem kaufte ihn das ZDF für das Aktuelle Sportstudio ein. Doch er und sein Chefredakteur, Andreas Zaik, werden im Laufe der Ereignisse selbst zu Objekten der Recherche und zu Getriebenen der Medien. Für die ganze Branche und besonders die beiden Journalisten wird 1996 zum schwarzen Jahr. Sie schlittern in puncto Glaubwürdigkeit in eine Krise, müssen persönliche Niederlagen und Beschuldigungen einstecken, die sie bis an den Rand des beruflichen Absturzes manövrieren. Wie kann sich eine Affäre im Wechselspiel von sensationsgierigen Medien, Eitelkeiten und persönlichen Fehlentscheidungen in wenigen Tagen zum größten Skandal in der deutschen Fernsehgeschichte aufschaukeln? Warum entwickelt sich eine Schlammschlacht unter den Politmagazinen, die in einer Hetzjagd der Medien auf Günther Jauch gipfelt und ihn öffentlich in die Tiefe reißt? Zunächst aber: Wie reagieren ein bis dato unangreifbares TV-Magazin und sein Moderator, wenn sie mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen konfrontiert werden und zu allem Überfluss die Medien damit beginnen, sich für das Innenleben der Redaktion zu interessieren? Antwort: ganz menschlich. Ähnlich wie zum Beispiel ertappte Raser auch. Ausweichend und taktierend, um die Fehlerquote in Sachen Widersprüche so niedrig wie möglich zu halten. Dass dies unter den Zwängen der Aktualität selbst für erfahrene Journalisten zum Drahtseilakt werden kann, wird sich immer wieder aufs Neue zeigen |
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#3 (permalink) |
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AW: als jauch opfer der medien wurde
Mmmmmm......
Also Stern TV gibt´s noch, Herrn Jauch geht´s gut (wenn ich mich nicht irre moderiert er Stern TV noch) und ich war 1996 14 Jahre alt und hab entweder von diesem Betrug nichts mitbekommen (hab da ja noch keine Zeitung gelesen und eher durch Zufall mal Nachrichten geguckt) oder hab da was gesehen/gehört/gelesen und es schnell wieder vergessen...... |
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#4 (permalink) |
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AW: als jauch opfer der medien wurde
hallo,
darum geht es exakt: das thema ist bis heute von stern tv und jauch ausgeblendet worden. kein wunder, denn die monate des skandals dürften die unangenehmsten in seiner karriere gewesen sein. trotzdem: damals wurden millionen zuschauer von der redaktion hinters licht geführt. denn es war in der redaktion bekannt, dass einige reportagen es mit der authentizität nicht allzu ernst nahmen. der medienkrimi gibt ziemlich konkrete eindrücke aus dem innenleben einer tv-redaktion, die seit 10 jahren nicht den mut findet, dieses kapitel aufzuarbeiten - indes der glaubwürdigkeit des mediums tv erheblichen schaden zufügte. die frage bleibt: wie glaubwürdig ist der tv-journalismus? |
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#5 (permalink) | |
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AW: als jauch opfer der medien wurde
Zitat:
wie glaubwürdig ist schon jede andere form von journalismus wenn wir ehrlich sind??? wie viele zig beweisberichte gibts denn zum beispiel über die bild oder express die tatsachen so lange dreht bis sie skandalträchtig aber nun mal nicht mehr tatsachen sind??? die leute die sich diese ANGEBLICHEN politsendungen (was an stern tv ist bitte wirklich politisch?) ansehen und fürs ultimo an meinung halten kann ich sowieso nicht nachvollziehen....die intentionen die die berichte beinhalten sind so lächerlich auf die durch hartz4 und rentenfrage zermürbten herzen gemünzt dass es nur noch um krebskranke kinder geht die (während enya im hintergrund eingespielt wird natürlich) ihren lebensweg trotzdem meistern... oder aber berichte wie: aha aha....zigaretten sind also sehr schädlich für menschen...danke! ich hab mal nen vortrag von einem medienexperten zum thema "überflutung durch informationen" gehört (toller scheiss von ner ccc-con) und der sagte dass den menschen in unserer heutigen mediengesellschaft sowieso nichts anderes übrigbleibt als die eigene wahrheit in den abertausenden informationen die tagtäglich auf ihn einrasen zu suchen...schliesslich sagt auch jeder was anderes...durchforste mal das internet...da kannste so viel politinformation erhalten dass du erst fertig mit lesen bist wenn die infos schon längst verjährt sind.... was ich damit aber sagen will ist dass meiner meinung nach die leute die alle vorm tv hocken oder irgendwelche zeitungen lesen und die infos die drin stehen ohne nachzuhaken 1:1 abnehmen selbst schuld sind dass man sie verarscht....fordert das es nicht geradezu herraus??? und hat dieser born den leuten auch nicht nur das zum fraß vorgeworfen was die leute gern sehen wollten??? und du wunderst dich warums keinen interessiert??? wie lang verarschen uns denn schon zeitungen wie bild oder irgendwelche boulevardmagazine??? interessiert das wirklich??? solangs noch was gibt über das man sich aufregen kann und kinder mit krebs ihren weg meistern schalten wir doch wieder ein... du kämpfst sicher für ne richtige sache....aber auch gegen windmühlen.... |
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#6 (permalink) |
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AW: als jauch opfer der medien wurde
hi,
du hast völlig recht mit deiner einschätzung. und natürlich ermöglicht unser system es auch, programme für sich selbst zusammenzustellen und damit der dauerberieselung mit immer gleichen themen und bildern und gästen aus dem weg zu gehen. mir geht es eigentlich aber darum, aufzuzeigen, wie leichtfertig eine redaktion zum opfer des eigenen (kommerziellen) tv-systems wurde, dem journalismus einen nie zuvor gekannten glaubwürigkeitsschaden zufügte und dies bis heute nicht aufarbeitet. sondern so tut als ob nichts weiter geschehen sei... es wurden ja nur zig millionen zuschauer betrogen und die branche an der nase herumgeführt. du magst recht haben, dass das system unserer medien zum betrügen einlädt, aber journalismus hat ja auch noch eine aufgabe, die über die befriedigung der sensationsgeilheit hinausgeht und die aufklärerisch im besten sinne des wortes ist. aber dies war einmal... die leistung von jauch ist doch unbestritten (ein entertainer, der x-mal pro woche auf sendung ist und dies seit jahren), um so souveräner könnte er doch mit dem skandal umgehen... aber was macht er? in seinem rückblick auf 20 jahre privat-tv spart er die born-affäre aus und dies ist - so meine meinung - mediengeschichtsklitterung... |
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