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Aufschieberitis - nie mehr auf den letzten Drücker!


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Alt 14.05.2007, 14:43   #1 (permalink)
 
Aufschieberitis - nie mehr auf den letzten Drücker!

Dank Dose's Link Klick bin ich auf den Wikipedia-Artikel über Procrastination (Neudeutsch für Aufschieberitis) gestossen.

Da ich leider selbst stark darunter leide und mich meine Faulheit, bzw. Demotivation mancher Tätigkeiten gegenüber schon so einiges gekostet hat, interessiert mich was ihr dagegen unternehmt - gesetzt der Fall, ihr seid selbst betroffen.

Im Geschäftsleben erledige ich die wichtigen Aufgaben stets korrekt und zeitnah, lediglich die aus meiner Sicht unsinnigen werden des Öfteren aufgeschoben (diverse ABM-Statistiken, Ablage der Ansammlungen auf meinem Schreibtisch, etc.). Aber wirklich tragisch wird's, wenn es um Lernarbeiten geht, man denke an Führerschein, Schularbeiten, Prüfungen. Ganz aktuell meine zweijährige Fortbildung, zu der in ein paar Wochen Prüfungen geschrieben werden, leider kann ich mich so gut wie nicht überwinden, mich auf mein Arsch zu setzen und zu pauken :-( das höchste der Gefühle ist, wenn ich mal 15-30 Min. ein Sachbuch oder ein Script in die Hand nehme. So gesehen ist mir schon klar, dass ich mir dadurch vermutlich ein mögliches gutes Prüfungsergebnis versau ... aber es geht einfach nicht anders, ich sag dann immer, am ... fängst du an und ziehst das konsequent durch, ist der Zeitpunkt erreicht, wird wieder verschoben ... usw.

Ich finde einfach immer irgendwas Wichtigeres, als zu lernen, sei es Wohnung aufräumen, vor die Glotze zu flaggen, Feiern oder sogar schlafen zu gehen *grrrr*

Ähnlich auch mit diversen anderen (privaten) Erledigungen.

Nachfolgend ein Ausschnitt des Wikipedia-Artikels, beschreibt meine/die Situation ziemlich treffend
Zitat:
Manche Menschen sind wesensbedingt erhöht motivationsabhängig, sie schaffen es nur unter großer Überwindung, Tätigkeiten, die als langweilig empfunden werden (und deren Gewinn erst sekundär oder zukünftig entsteht) in Angriff zu nehmen. Dabei sind sich die Betroffenen der ihnen durch das Verschieben entstehenden persönlichen Nachteile durchaus bewusst, was Unlust oder sogar Angst auslöst, die aber als Negativgefühle ihrerseits das In-Aktion-Treten erschweren oder gar verunmöglichen. Ein Teufelskreis entsteht: Die Betroffenen nehmen sich immer neu vor, diese unangenehmen Aufgaben zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erledigen und lassen diese Zeitpunkte verstreichen, wodurch Angst, Scham und Druckgefühl stark anwachsen, die als Negativgefühle aber ihrerseits zusätzlich das In-Aktion-Treten untergraben.
Quelle/Weiterlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Prokrastination
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Alt 17.05.2007, 01:40   #2 (permalink)
 
AW: Aufschieberitis - nie mehr auf den letzten Drücker!

Genau aus dem Grund habe ich es bisher weder geschafft, mich mit meiner Gitarre hinzusetzen und mir (wenigstens ein Stück weit) das Spielen selbst beizubringen noch so richtig mit Sport (zwecks Gewichtabnahme) anzufangen.

Weil der entsprechende Gewinn einfach "erst" irgendwann in der Zukunft auftritt.

Bei Hausarbeiten liegt´s mehr daran, dass es keine Tätigkeiten sind, die mir Spaß machen. Sie müssen irgendwann gemacht werden und ich mache sie auch irgendwann. Aber vorher muss ich mich erstmal überwinden.
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Alt 21.05.2007, 18:18   #3 (permalink)
ABC
 
AW: Aufschieberitis - nie mehr auf den letzten Drücker!

Ein schlimmes Thema. Was ein bisschen hilft, ist ein DINA4-Blatt, auf das man alle Aufgaben, Vorhaben, etc schreibt, die man noch machen muss.
Und wenn man dann mal wieder in Verlegenheit kommt, dass man nach Ablenkung sucht, um etwas Unliebsames nicht erledigen zu müssen, kann es helfen, einen Blick auf diese Liste zu werfen.
Entweder haut einen das schlechte Gewissen unweigerlich wieder zurück an den Schreibtischstuhl oder man sucht sich einfach aus der Liste das Geringste der Übel aus. Super ist es immer, wenn man etwas wegstreichen kann. Die Liste bekommt dadurch etwas Lebendiges und man sieht, was man schon geschafft hat. Und wenn es nur ein Anruf war...
Mir hilft das wenigstens in 50 Prozent der Fälle. Gar nichts hilft es, sich mit Jammern abzulenken und sich ständig zu sagen, dass man keine Lust hat.
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Alt 27.09.2007, 14:13   #4 (permalink)
 
AW: Aufschieberitis - nie mehr auf den letzten Drücker!

Bei mir ist ne erfolgreiche Strategie, sich abends vor dem Schlafen ne Weile mit den unliebsamen Aufgaben auseinanderzusetzen, ohne das Ziel es dabei weit zu bringen, aber oft setze ich mich dann am nächsten Tag ganz von allein gleich wieder dran und hab dann auch meistens schon neue Ideen.
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Alt 28.09.2007, 16:25   #5 (permalink)
 
AW: Aufschieberitis - nie mehr auf den letzten Drücker!

Ich schieb meine unliebsamen Aufgaben meist solange raus, bis ich nicht mehr drumherum komm, aber dann hau ich rein und erledige so gut es geht alles auf einen Schlag (sprich z.B. Aquarium komplett putzen, Abwasch, Bad/WC putzen, Staubsaugen, fällige Überweisungen, Ablage ...), das dauert oftmals gut und gern ein ganzes weekend, gibt einem (MIR) aber nach Vollbringung ein unheimlich gutes Gefühl. Mir fällt dann immer eine zentnerschwere Last von den Schultern was, das weiss ich selbst ganz genau, nicht sein müsste, wenn ich die Dinge relativ zeitnah erledigen würde ....

Namasté
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Alt 29.09.2007, 08:35   #6 (permalink)
 
AW: Aufschieberitis - nie mehr auf den letzten Drücker!

Wenn das tatsächlich sowas wie eine Krankheit ist, dann leide ich auch schon seit Jahren darunter. Das ist für mich vor allem als Student sehr schlimm, da ich ein Fach studiere, bei dem es weniger um Prüfungen, als um das während der Studienzeit aufgestaute Wissen geht. So schaffe ich zwar die meisten Prüfungen mal mit besseren mal mit schlechteren Noten, obwohl ich immer erst auf den allerletzten Drücker lerne, bringen wird mir der Abschluss allerdings wenig. Das Überwindung dem langfristigen Ziel nachzugehen kostet einfach zu viel Kraft. Vielleicht ist das auch der Grund wieso ich mir immer neue Hobbies suche, eben nur um das anfängliche Erfolgserlebnis zu erleben überhaupt etwas auf die Reihe gebracht zu haben.

Im Alltagsleben bleiben eben Aufträge von Eltern und Freunden unerledigt, Geschirr wird nicht weggeräumt, das Bett wird nicht gemacht und die Wäsche nur dann gewaschen, wenn keine Unterhosen mehr übrig sind. Zum Glück ist meine Freundin da sehr fleissig und erledigt so ziemlich alles was an Hausarbeit anfällt. Mit dem Kochen ist das auch so eine Sache. Das muss doch gelernt und geübt werden wenn man nicht sowieso ein Talent dafür hat. Ich habe das Talent nicht und ein Essen in über 20 min ist mir einfach zu spät, weil ich den Akt der Nahrungszubereitung auch hinauszögere bis mein gesamter Verdauungstrakt lautstark protestiert.

Ist das nun tatsächlich eine Krankheit, ein Tick oder einfach nur eine schöne Umschreibung für das Wörtchen "Faulheit"?
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