Auszug von einer öffentlichen Einladung zum Bildungsgipfel
Zitat:
Der staatlich geprüfte Techniker. Die Sackgasse in der beruflichen Bildung?
Hoch ausgebildet, aber kaum anerkannt !
Sehr geehrte Damen und Herren,
nach groben Schätzungen wurden von 1970 bis 2000 jährlich ca. 30.000 Techniker in Deutschland ausgebildet, so dass wir derzeit von ca. 750.000 bis 1. Mio. staatlich geprüften Technikern in der Bundesrepublik ausgehen können. Die Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker ist zurzeit in Deutschland laut Ausbildungsbild der Landeskultusministerien eine 4-semestrige Weiterbildung. Deshalb spricht man bei der Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker immer noch von beruflicher Erwachsenenbildung (Aufstiegsfortbildung).
Die staatlich geprüften Techniker sind die praxisorientierten Führungskräfte des mittleren Managements, wobei viele Techniker auf der Ingenieursebene eingesetzt werden. Damit entspricht der Techniker voll und ganz den Qualifizierungsansprüchen des Gewerbes und der Industrie. Er wurde von der Ausbildung her ursprünglich als Bindeglied zwischen Meister und Ingenieur angelegt.
Hierbei ist festzustellen, dass der Techniker meist bei Beginn eines Studiums nur das Praxissemester anerkannt bekommt, der Rest der Fachschulausbildung wird einfach nicht weiter berücksichtigt.
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Das Bachelor- Studium beträgt im internationalen Vergleich 3 Jahre, also 6 Semester, in der Regel sind das180 ECTS - Punkte. Aber wer fragt hier nach den Inhalten und dem Ausbildungsstand der Absolventen, die aus dem Ausland auf den deutschen Arbeitsmarkt strömen ?
Hier fragt man sich, wo liegt die Vergleichbarkeit des Bildungsstandes auf der anderen Seite? Ist eine abgeschlossene Lehre berufliche Praxis und die durchlaufene Technikerausbildung nichts wert in Deutschland ?
Der Abschluss des Bachelor ist durch internationale Abkommen auf der Ingenieursebene anerkannt. Ist es auch sein Bildungsstand ? Entspricht dieser Bachelor dem Bildungsstand des deutschen Technikers?
Der staatlich geprüfte Techniker wird meist auf der Ingenieursebene eingesetzt, aber er wird von Seiten der Wirtschaft so nicht anerkannt.
Die Themenschwerpunkte lagen beim Bildungstand des staatlich geprüften Technikers und dessen Vergleichbarkeit mit Bachelorabschlüssen im internationalen Vergleich.
Hierbei wurden der Bologna - Prozess diskutiert und seine Auswirkungen auf die berufliche Bildung sowie deren Anerkennung, wobei hier festzustellen ist, dass die berufliche Bildung und deren Anerkennung schlichtweg vergessen wurde !
In Deutschland gibt es keine Anrechnung und Durchlässigkeit für Techniker für ein Fachhochschulstudium, also kein automatischer Quereinstig z.B. ins 3. oder 4. Semester. Stellt sich die Frage: Ist die berufliche Bildung überhaupt etwas wert in diesem Lande ?
Betrachten wir hierzu die Regelungen in den Landesbauordnungen, dann ist festzustellen, dass staatlich geprüfte Bautechniker analog zu den Meistern in manchen Bundesländern wie z.B. in Bayern, Baden - Württemberg, das Kleine Planvorlagerecht haben. In RLP, NRW und den neuen Bundesländern aber nicht,hier sind die Bachelors, beruhen auf europäischem und internationalem Recht,den Architekten und Ingenieuren gleich gestellt. Obwohl wir
denBildungsstand solcher Bachelors in Frage stellen.
Wir sehen dies als eine Inländer- Diskriminierung des staatlich geprüften Technikers !
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Man kann keine praxisorientierten gut ausgebildeten Techniker schlechter dar setzen als ein Bachelor, der nun mal gar nicht so qualifiziert ist.
Wir können uns unseren hohen deutschen Standart an Fachpersonal nicht auf geringeren Nivaeu basierenden "Europa-Bachelor" runterstufen. Das ist sicherlich der falsche Weg.
