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Bundesprüfstelle indiziert zwei Ego-Shooter - Schulmassaker!!Games PC, Spielekonsolen, Brett- und Rollenspiele etc. |
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#1 (permalink) |
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Bundesprüfstelle indiziert zwei Ego-Shooter - Schulmassaker!!
Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) hat zum 30.4.2002 die beiden Actionspiele Return to Castle Wolfenstein (deutsche Version, Activision) und Silent Scope (Konami) indiziert. Die Bundesbehörde begründet die Indizierung von Wolfenstein damit, dass die deutsche Version ganz oder im wesentlichen inhaltsgleich mit dem bereits Ende Februar indizierten Titel "Return to Castle Wolfenstein" (amerikanische Fassung)" sei.
Einen Zusammenhang mit den Geschehnissen in Erfurt gebe es nicht. Die Anträge auf Indizierung der Spiele sei viel früher eingereicht worden, heißt es aus Bonn. Über den Antrag auf Indizierung der Half-Life-Modifikation (HL) Counter-Strike wurde noch nicht entschieden. Der HL-Vertrieb Sierra hat sich mittlerweile zu der Tragödie geäußert. Darin verweist Sierra auf die Tatsache, dass es derzeit keine Studien gebe, die "einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Gewalt in Computerspielen und der Anwendung von Gewalt in der Wirklichkeit nachweisen". Obwohl Medien und Politiker die Schuld an dem Schulmassaker in Erfurt in Computerspielen wie Counter-Strike begründet sehen, glaubt die Polizei nicht an einen direkten Zusammenhang. Wie der Sprecher der Erfurter Polizei Detlef Kasch gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD) sagte, sehe er keine Belege dafür, dass der Ablauf des Amoklaufs im Gutenberg-Gymnasium Szenarien von Computerspielen folge. Dabei verweist Kasch gegenüber der FTD auf die in der Wohnung von Robert Steinhäuser gefundene Software, die im Handel frei erhältlich sei und nach Ansicht der Polizei das übliche Maß an Gewaltdarstellung nicht überschreitet. Daher könne man den Tathergang im Gymnasium auch aus jedem Trickfilm ableiten, resümiert Kasch. Bundesprüfstelle indiziert zwei Ego-Shooter [Update] Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) hat zum 30.4.2002 die beiden Actionspiele Return to Castle Wolfenstein (deutsche Version, Activision) und Silent Scope (Konami) indiziert. Die Bundesbehörde begründet die Indizierung von Wolfenstein damit, dass die deutsche Version ganz oder im wesentlichen inhaltsgleich mit dem bereits Ende Februar indizierten Titel "Return to Castle Wolfenstein" (amerikanische Fassung)" sei. Einen Zusammenhang mit den Geschehnissen in Erfurt gebe es nicht. Die Anträge auf Indizierung der Spiele sei viel früher eingereicht worden, heißt es aus Bonn. Über den Antrag auf Indizierung der Half-Life-Modifikation (HL) Counter-Strike wurde noch nicht entschieden. Der HL-Vertrieb Sierra hat sich mittlerweile zu der Tragödie geäußert. Darin verweist Sierra auf die Tatsache, dass es derzeit keine Studien gebe, die "einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Gewalt in Computerspielen und der Anwendung von Gewalt in der Wirklichkeit nachweisen". Obwohl Medien und Politiker die Schuld an dem Schulmassaker in Erfurt in Computerspielen wie Counter-Strike begründet sehen, glaubt die Polizei nicht an einen direkten Zusammenhang. Wie der Sprecher der Erfurter Polizei Detlef Kasch gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD) sagte, sehe er keine Belege dafür, dass der Ablauf des Amoklaufs im Gutenberg-Gymnasium Szenarien von Computerspielen folge. Dabei verweist Kasch gegenüber der FTD auf die in der Wohnung von Robert Steinhäuser gefundene Software, die im Handel frei erhältlich sei und nach Ansicht der Polizei das übliche Maß an Gewaltdarstellung nicht überschreitet. Daher könne man den Tathergang im Gymnasium auch aus jedem Trickfilm ableiten, resümiert Kasch. |
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PRESSESPIEGEL:
Hamburger Abendblatt Relevante Auszüge: Steinhäuser, der Erfurter Todesschütze, war nach Auskunft seiner ehemaligen Mitschüler ein begeisterter Spieler von "Counterstrike". Es ist das meistgespiele Computer-Online-Spiel der Welt; rund um die Uhr sind nach Angaben des Herstellers (Sierra Entertainment) 500 000 Spieler eingeloggt. Sie besetzen Gelände, nehmen - oder befreien - Geiseln, sprengen Autos in die Luft. Und schießen, wobei die Wahl der Waffen - Gewehre, Pistole, Revolver - eingegeben werden kann. Am begehrtesten sind Pumpguns, denn die bringen die meisten Punkte - Steinhäuser hatte bei seinem Amoklauf auch eine solche Waffe dabei. Dabei gilt - bittere Ironie in diesem makabren Mörderspiel - "Counterstrike" nicht als Killer-Spiel. Es gibt schlimmere Sachen. Dieses gehört zu den LAN-Spielen. Anmerkungen: Man lernt doch nie aus. Pumpgun gibt als die meisten Punkte. Das wird meine Spielweise in CS gewaltig verändert, ich muss nur noch rausfinden, wie man die Punkte anzeigen läßt. Fakten: es gibt kein Punktesystem in CS für verschiedene Waffen, das ist grober Unfug. Die restliche Wortwahl läßt keinen Zweifel daran, daß der Autor nicht weiß, wovon er spricht und es ihm dennoch darum geht, einen möglichst negativen Eindruck von CS zu vermitteln. Frankfurter Allgemeine Zeitung Relevante Auszüge: "Das populäre und indizierte Computer onlinespiel "Counterstrike" simuliert Terror- und Antiterrorkriegsführung in Echtzeit. Über das Internet spielen überwiegend jugendliche Spieler in Terror- oder Antiterrorgruppen - nach Angaben des Herstellers sind zu jeder beliebigen Zeit 500000 Spieler eingeloggt. Es geht um die Besetzung von Gebäuden, die Sprengung von Fahrzeugen, um die Befreiung von Geiseln - oder, wenn man die Gegenseite spielt - um deren Gefangennahme. Das Waffenarsenal ist gewaltig, der Munitionsvorrat, eine prekäre Ressource, muß während des Spiels immer wieder aufgestockt werden. Robert Steinhäuser war, wie seine Mitschüler berichten, ein begeisterter "Counterstrike"-Spieler. Und das Spiel, in dem man vom Polizisten (sogar die GSG 9) über den Passanten bis hin zum Schulmädchen jeden erschießen soll, ehe man selber erschossen wird, liefert einen Handlungs code für den Amoklauf von Erfurt; es ist das meistgespielte Online-Computerspiel der Welt. Wie im Spiel, wo der Spieler mit einer Primär- und einer Sekundärwaffe, nämlich Gewehr und Pistole ausgestattet ist, versah sich der 19jährige mit Pumpgun und Revolver und einer riesigen Menge Munition. Seine Maskenverkleidung schaute er sich den Spielfiguren ab. Und die Empfehlung, die auf der Seite von amazon.com gegeben wird, man solle, wenn man in dem Spiel VIPs erschieße, an Leute denken, die man nicht mag, hat Robert Steinhäuser ebenfalls ganz wörtlich genommen. Ob der Massenmord für ihn Spiel oder das Spiel schon Mord war, werden Psychologen erkunden. Doch das Inventar der Haßindustrie wird täglich wirklichkeitsnäher. Anmerkungen: Ein Paradebeispiel für einen durch und durch schlechten Artikel. Dass eine renommierte Zeitung wie die FAZ einen Artikel dieses journalistischen Niveaus brachte, ist bedauerlich und führte zu unangenehmen Nachfolgeartikeln in anderen Blättern, die auf den falschen Behauptungen dieses Artikels beruhte. Eine kleine Fehlerliste: Es trift nicht zu, daß CS überwiegend von jugendlichen Spielern gespielt wird. Der Bereich der 18-30jährigen (oder älter) ist sehr stark vertreten in der CS-Welt. Es geht nicht um die Besetzung von Gebäuden, auch nicht um die Gefangennahme von Geiseln. Das Missionsziel von CS ist je nach Szenario fest vorgeben und handelt sich in den meisten Fällen um die Geiselbefreiung oder die Sprengung eines vorgegebenen Ziels. Der Munitionsvorrat kann nicht während des Spiels aufgestockt werden, sondern lediglich zu Rundenbeginn. Man soll keine Schulmädchen oder Passanten in CS erschiessen. Die von der FAZ angeführten Skins für Spielfiguren wurden für die Geiseln verwendet. Diese Geiseln (und das auch nur auf einigen Karten) sind die einzigen nicht von Spielern gesteuerten Figuren in Counter-Strike. Es gibt keine Passanten. Das Umbringen von Geiseln ist in CS aber streng sanktioniert und zwar für beide Seiten. Die Geiseln sind in jedem Fall zu schützen, ansonsten droht dem Spieler eine Strafe. Es dürfte angesichts der Bilder von Spezialeinheiten, die einem inzwischen fast alltäglich in den Medien begegen, auch ein schwacher Schluß sein, daß der Täter sich seine Verkleidung von CS abgeschaut hat. Insgesamt ein Artikel, der erschreckendes Nichtwissen offenbart - bei Betrachtung der verdrehten Fakten, die hier in einen zweifelhaften logischen Zusammenhang gestellt werden, liegt es sogar nahe, daß der Autor diese labile und an Diffamierung grenzende Argumentationsweise bewußt wählte. Eine amerikanische Seite mit ihren Aussagen zur Stützung heranzuziehen, ist dann natürlich verstärkend für die eigene Position, sagt aber angesichts des weitaus anderen Gewaltbildes in den USA überhaupt nichts aus. Endgültig zur Tirade wird der Artikel durch den Begriff der "Haßindustrie" gegenüber einer Spielindustrie, die seit Jahren mit hohem Aufwand und Kapitaleinsatz Millionen Spielern mit ihren Produkten Spielspaß gebracht hat. Ohne dabei Amokläufern zu produzieren. FAZ - die 2te Relevante Auszüge: So entstanden Ableger der kommerziellen Spiele und dabei auch eines, das seit nahezu zwei Jahren das meistgespielte Online-Action-Game ist: „Counterstrike“. Schätzungen zufolge sind zu jeder Tages- und Nachtzeit bis zu 500.000 Spieler weltweit online. „Counterstrike“ ist eine Weiterentwicklung auf Basis von „Halflife“ und wurde zunächst ab 1999 in Vorversionen, die ständig nachgebessert wurden, im Internet kostenlos verteilt. Wer es spielen wollte, musste nur die Originalversion des kostenpflichtigen „Halflife“ auf dem Rechner installiert haben. Erst im Herbst 2000, rund ein Jahr nach Erscheinen von „Counterstrike“, wurde vom Halflife-Hersteller Sierra unter dem Label Valve eine offizielle Verkaufsversion auf den Markt gebracht. Im Laufe der Zeit haben sich viele Spieler, vor allem die der Online-Action-Spiele, zu festen Teams zusammengeschlossen, den so genannten Clans. Diese treten online, aber auch auf so genannten LAN-Parties (LAN = Netzwerk) gegeneinander an. Treffen dieser Art ziehen bis zu 2.000 Personen an, die sich, bewaffnet mit Computer und Maus, in Turnhallen oder alten Fabrikanlagen zum nächtelangen Spielen zusammen finden. Analog zum Sport sind viele Clans in Clan-Ligen organisiert. Anmerkungen: Scheinbar aufgeschreckt durch die Reaktionen auf den ersten Artikel versuchte die FAZ die Situation zu retten und machte sich die Mühe etwas sorgfältiger zu recherchieren. Leider blieb der andere Artikel dennoch online und wurde nicht ausdrücklich richtig gestellt. Dieser Artikel ist im wesentlichen zutreffend und berücksichtigt die ansosnten zumeist unbeachtete soziale Komponente von CS - nämlich daß CS keinesfalls zur totalen Vereinsamung ("Einzelkämpfer") führt, sondern dass dabei durch Teambildung und andere Ereignisse wie LANs soziale Kompetenz erworben werden kann und auch wird. FAZ - die 3te Relevante Auszüge: Entscheidend für den Erfolg im Spiel ist zum einen die Fähigkeit zur schnellen Reaktion des Spielers und der schlafwandlerisch sichere Umgang mit den Steuerinstrumenten, der Computermaus und der Tastatur. Mindestens ebenso wichtig ist das Zusammenspiel des Teams. Auch ein zahlenmäßig weit unterlegenes Team kann gewinnen, wenn das Zusammenspiel klappt. Die verschiedenen Bewaffnungen erlauben und erfordern geradezu, dass die einzelnen Spieler eines Teams verschiedene Positionen einnehmen. So bleibt der Besitzer eines Scharfschützengewehrs im Hintergrund und deckt das Spielfeld großflächig ab, während die Besitzer von Maschinenpistolen eher die kurze Distanz zum Gegner suchen. Anmerkungen: Dem genannten Ausschnitt geht eine recht ausführliche Beschreibung der einzelnen Szenarien von Counter-Strike und des Spielmechanismus voraus. Insgesamt ein angenehm korrekter Artikel, der nun auch darauf abstellt, daß nicht das hordenweise Töten von Gegnern, sondern das taktische Vorgehen als Team ein entscheidendes Kennzeichen von Counter-Strike ist. Das hebt dieses Spiel gerade von anderen puren Ego-Shootern ab. |
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#3 (permalink) |
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Ich habe nach dem Anschlag verschiedene Artikel, von verschieden zeitungen gelesen, in keiner wurde CS als Spiel richtig dargestellt, im gegenteil es wurde da von abschlachten aller im Spiel herumlaufenden Personen gesprochen, ich habe an verschiedene Zeitungen und Zeitschriften E-mails geschickt und diese darum gebeten eine Richtigstellung zu drucken, da sie zum ersten das Spiel in Einzelheiten Falsch dargestellt, bzw. wohl anscheinend wohl gar nicht kennen und sie mit diesen Artikeln alle Online CS Spieler wohl als Massenmörder und Blutrünstige Menschen darstellen !! Von der FAZ bekam ich bis jetzt als einzigstes eine Antwort, in der Sie sich für die Falschdarstellungen entschuldigt haben !!
Hätte die mails hier gerne eingefügt, aber leider wurden durch einen Fehler von Outlook Express, alle meine Emails, die Älter als 1 Tag sind gelöscht. |
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#5 (permalink) |
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Hier die Stellungsnahme des Schreibers der FAZ:
Offene Diskussion verhindert gesellschaftliche Ächtung 1. Mai 2002 Liebe User, Gamer, Leser, ich bin einer der Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (F.A.Z.). Und ich bin verantwortlich für den Artikel, der viele von Ihnen so erbost. Lassen Sie uns streiten - und zwar Onlinespieler mit Nicht-Onlinespielern, CS-Fans mit CS-Feinden. Oder um genauer zu sein: Internetcommunity mit Papiercommunity. Denn viele Missverständnisse haben auch mit den unterschiedlichen Technologien und ihren Öffentlichkeiten zu tun. Im Internet ist alles fast gleichzeitig, in der Zeitung dauert es mindestens 24 Stunden bis man reagieren kann. Also: Viele Counterstrike-Spieler sind wütend auf uns. Sie fühlen sich missverstanden. In Ihren Worten: in eine Schublade gesteckt, in die sie nicht gehören und zu Unrecht attackiert. Sie befürchten, dass nun Spiele wie Counterstrike (CS) ganz verboten werden könnten. Einige glauben, wir hätten sie zu potentiellen Amokläufern gestempelt. Und manche haben sogar Angst vor einer Kriminalisierung von LAN-Partys. In den meisten Fällen aber gilt: Eltern beginnen sich plötzlich für die Computerspiele und Onlineaktivitäten ihrer Kinder zu interessieren, was auch nicht jedem minderjährigen Spieler gefällt, und vielleicht doch kein Schaden ist. Aber: Sie alle machen es sich zu einfach, wenn Sie behaupten, wir hätten Counterstrike-Spieler zu Killern erklärt. Das stimmt nicht. Wir haben nur gesagt, dass der größte Massenmord in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands aller Wahrscheinlichkeit nach am Computer vorgespielt wurde. Damit ist etwas über Robert Steinhäuser ausgesagt, nicht über die Community. Echo auch aus Politik, Wirtschaft und Kultur Das sind ein paar der Vorwürfe, die alle im Forum von FAZ.NET nachzulesen sind. Doch es gibt auch andere Stimmen: manche, die Counterstrike oder Quake nicht mehr spielen wollen. Um es kurz zu machen: Wir sind sehr beeindruckt von den Reaktionen auf den Artikel „Software fürs Massaker“, der letzte Woche in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ erschien und in unzähligen Kopien im Netz verbreitet wird. Wir haben viele Echos aus der Politik, Wirtschaft und der Kultur erhalten; vor allem aber erreichen uns unzählige Stellungnahmen aus der Gamer-Community. Seien Sie bitte versichert: Diesen Kontakt wollen wir nicht abreißen lassen. Wir wissen, dass manche der Mails von Webpages inspiriert wurden, in denen der Inhalt des Protestes vorformuliert wurde. Wahrscheinlich deshalb haben die Vorwürfe der Gamer gegen uns ausschließlich zwei Stoßrichtungen: schlechte Recherche und moralische Diffamierung. Zur Recherche Wir sind nicht der Meinung, dass der Artikel Recherchefehler enthält. Dass der Ablauf des Spiels in Details anders sein mag (Besetzung von Gebäuden/Fahrzeuge), ändert ja nichts daran, worum es in diesem Spiel geht. Der Originalartikel in der Sonntagszeitung war mit unzähligen Screenshots aus dem Spiel versehen, die keinen Zweifel daran lassen können, dass CS ein Spiel ist, in dem es darum geht, realistisch auf Menschen zu schießen. Dass diese Menschen typisiert sind, macht die Sache ja nicht besser. Und die Tatsache, dass Skins von Schulmädchen, Prominenten, Terrorgruppen (Hisbollah) und Polizeigruppen (GSG 9) im Internet herunterzuladen sind, zeigt, welche Bedürfnisse durch Counterstrike auch angesprochen werden können. Selbst wenn es diese Skins nicht gäbe: es ändert nichts am Spielkonzept. Hinweise von Gamern, wer Geiseln erschieße, werde schließlich im Spiel „bestraft“ und sogar von einigen Servern verbannt, sind in ihrer Doppeldeutigkeit - mit Verlaub - etwas unheimlich. Es geht ja doch darum, dass Geiseln oder VIPs überhaupt erschossen werden können. Damit ist nicht gesagt und sollte nicht gesagt werden, dass Counterstrike-Spieler massenhaft Schulmädchenskins herunterladen oder Geiseln erschießen. Aber erschießen sie Polizisten? Die Frankfurter Allgemeine Zeitung macht keine Politik. Sie berichtet. Es wird damit auch nicht gesagt, dass jeder Spieler ein Amokläufer ist. Gesagt wird nur, dass das Spiel etwas simuliert, was Robert Steinhäuser in die Tat umsetzte. Es stimmt, das Spiel ist noch nicht indiziert. Die amerikanische Version freilich darf in Deutschland unseres Wissens nicht verkauft werden; die Altersbegrenzung lautet auf 18 Jahre. Als Medienunternehmen sind wir Feinde der Zensur. Uns sind Eigenverantwortlichkeit und Souveränität lieber. Die Beiträge in den FAZ.NET-Foren haben allerdings gezeigt: Die Gemeinschaft, die sich hier äußert, ist - von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen - argumentativ aufgeschlossener und nachdenklicher als mancher Politiker. Gäbe es eine Untersuchung über die Wirkung von CS auf Menschen, so würden die Beiträge in diesen Foren gewiss zeigen, dass es nicht automatisch zur Verrohung von Menschen führt. Manche behaupten, wir hätten Reaktionen des Killers und seines Lehrers falsch dargestellt. Bitte bedenken Sie: Der Artikel hat den Stand von Samstag, 16 Uhr, also einen Tag nach den Ereignissen. Damals wusste man, dass der Täter, laut Aussage seiner Mitschüler, Counterstrike gerne spielte, aber auch andere Ego-Shooter besaß, angeblich in Internet-Cafés ging und seinen Rachezug so aufbaute, wie in einem einschlägigen Spiel. Zugleich wusste aber auch jeder, wie es bei dem Columbine-Massaker in Littleton zugegangen war. Die Täter waren Quake-Enthusiasten. Dies alles sind - wie bei jeder Ermittlung - nur Indizien. Aber sie sind stark genug, eine Debatte zu erzwingen. Denn wir wissen, dass Filme und Spiele Rollenverhalten prägen können und bei einigen Menschen auslösen können, was man „hysterische Epidemien“ nennt - das sind massive psychische Ausraster, die sich wie durch einen Virus zu verbreiten scheinen. Die Moral Wichtiger als die angeblichen Recherchefehler sind die moralischen und gesellschaftlichen Aspekte des Vorgangs. Ich selbst kenne Halflife und wundere mich über den Erfolg dieses Spiels; in unserer Zeitung, in der es viele junge Redakteure gibt, spielen manche das eher harmlose Ultima online. Wahrscheinlich gibt es auch Counterstrike-Spieler bei uns. Wissenschaftlich ist nicht erwiesen, ob solche Spiele zu Wesensveränderungen oder besonderen Gewalttätigkeiten führen. Es wird gewiss auch nie zu erweisen sein. Es gibt genug Thesen für die eine wie für die andere Meinung (Spiele reinigen von Gewaltätigkeit / Spiele schaffen Gewalttätigkeit). Der individuelle Charakter wird von tausenden Mini-Effekten beeinflusst und gesteuert. Im Blut eines der Littleton-Attentäters fand man Spuren von Prozac, einem Psychopharmaka. Es gab eine Debatte in Amerika, ob Prozac Schuld am Massaker ist. Ich glaube, wir müssen aufhören - und auch der Artikel hat dies so sagen wollen - einfache Ursachen für solche Erscheinungen zu suchen. Counterstrike ist n i c h t schuld am Massaker. Und wenn der Attentäter ein anderes Spiel gespielt hat, ist dies auch nicht schuld im klassischen Sinne von Ursache und Wirkung. Aber es gibt doch so etwas wie einen „Symptompool“. Wenn sich, wie dies in den vergangenen Jahren mehrfach der Fall gewesen ist, herausstellt, dass Highschool-Attentäter a u c h über Killer-Computerspiele verfügten, muss man darüber nachdenken, warum das so ist. Die Spielerhersteller versuchen sich durch Typisierung zu retten: wie bei Halflife, wo die Opfer ja nur noch gleichsam geklonte Wissenschaftler sind, oder durch Monster wie bei Doom. Zur Not wird Blut grün statt rot oder man hört, wie in Alarmstufe Rot in der deutschen Version, nicht mehr das Schreien der Opfer. Aber jeder weiß doch: Der Realismus ist das Entscheidende bei diesen Spielen, und kein Gesetz wird verhindern, dass die Onlinewelt immer realistischer und anschaulicher wird. Und hier kommen wir alle ins Spiel. Wenn ich es richtig sehe, ist durch den Artikel in der Sonntagszeitung zum ersten Mal eine Debatte zwischen den Betroffenen in Gang gekommen. Sie werden in dem Artikel keinen Satz finden, der das Verbot des Spieles fordert. Ich habe - und das hat mich sehr interessiert - gelesen, dass einige Gamer schreiben, sie spielten CS, weil sie dadurch Freunde kennen lernten. Andere loben die Notwendigkeit zu Absprache, gemeinsamer Taktik usw. Angesichts der Tatsache, dass noch vor 60 Jahren, viele von denjenigen, die heute CS spielen, in einen höchst realen Krieg hätten ziehen müssen, angesichts der Tatsache, dass Spiele fast immer Mord und Wiederauferstehung simulieren, vermuten viele, es handele sich hier um ein Bedürfnis, das tiefer reicht als wir ahnen. Cyberwelten zwischen Teilen der Gesellschaft Uns haben E-Mails erreicht - nicht viele, aber ein paar -, die eine erschreckende Überidentifikation mit Counterstrike und ähnlichen Spielen verraten. Das hat das Gefühl verstärkt, dass Welten zwischen Teilen dieser Gesellschaft liegen - und zwar Cyberwelten. Sollten die Schweigegrenzen nicht durchbrochen werden, wird es ohne Zweifel zu restriktiven Maßnahmen gegen entsprechende Spiele kommen. Bei AOL lese ich: „Clemens Trudewind und Rita Steckel von der Arbeitsgruppe für Motivations- und Emotionspsychologie der Universität Bochum untersuchten 280 Kinder. Nachdem die Schüler unterschiedliche Computerspiele spielen durften, wurden ihre Emotionen per Videokamera und Elektroden an den Fingern getestet, während ihnen Bilder von toten Menschen und Tieren vorgelegt wurden. Bei den untersuchten Acht- bis Vierzehnjährigen meinen die Autoren deutlich festgestellt zu haben, dass das „Einfühlungsvermögen für Mitleid erregende Bilder unterschiedlich ausgeprägt ist - je nach Bindungssicherheit der Kinder zu den Eltern und je nach Inhalt eines zuvor gespielten Computerspiels.“ Ich habe gegen solche Untersuchungen selten stichhaltige Argumente finden können. Außer dem entscheidenden Argument, dass wir ein freies Land sind und jeder für sich und seine Seele Verantwortung trägt. Aber seit ein paar Tagen gibt es ein weiteres Argument: der Ton im FAZ.NET-Forum zeigt, dass es sich bei der Gamer- und Internetcommunity um eine hochdifferenzierte, gesprächsbereite und lernfähige Gemeinschaft handelt. Die Community muss aber auch erkennen, dass sie sich nicht abkapseln darf, wenn sie nicht zum Opfereiner Art von gesamtgesellschaftlicher Therapie werden will. D.h., wenn sie nur in der Cyberwelt bleibt und nicht - wie jetzt geschehen - offen diskutiert, gerät sie womöglich in die gesellschaftliche Ächtung. Die Debatte wird fortgeführt Lassen Sie uns reden, und fühlen Sie sich eingeladen, dies auch in der Sonntagszeitung zu tun. Gehen Sie, wie wir, davon aus, dass nichts, was einmal erfunden, gedacht und gemacht wurde, rückgängig zu machen ist. Der Realismus der Spiele wird steigen - und wo soll die Grenze sein? Und werden Sie dann, wenn Sie selbst Kinder haben, wollen oder wollen können, dass diese in diesen Welten versinken? Alles Fragen, die jetzt besprochen werden müssen. Wir werden in der F.A.Z. und in FAZ.NET die Debatte weiterführen. Zum Auftakt: Den folgenden Auszug eines amerikanischen Kritikers werden wir am Donnerstag in der F.A.Z. publizieren: „Wir haben es hier mit einem unleugbaren Zeugnis der Wut einer ganzen Generation zu tun, einer langsam zusammengetragenen, lang unterdrückten und frei flottierenden Wut. Menschen, selbst adoleszente männliche Amerikaner, schlachten andere Menschen nicht ab, es sei denn, sie gerieten in Wut. Sie haben gewiss die Technologie - automatische Waffen, Rohrbomben, abgesägte Gewehre, alles so leicht erreichbar für den sechzehnjährigen Geek mit dem Minderwertigkeitskomplex wie der elektrische Rasierapparat vom Papa -, die es ihrer Wut erlaubt, im Schulmassaker zu enden. Und, ja, für amerikanische Kids, die Augen, einen Computer oder einen Fernseher haben, gibt es genug „gotisches“ Bildmaterial, genug chop-and-dice movies, shoot-em-ups und blow-em-ups im Kino, in der Mall und genug Regale mit cooler satanischer Musik, um das Herz eines Fünfzehnjährigen höher schlagen zu lassen. Das alles ist nichts Neues, legt gleichwohl die Frage nah, warum diese Jungen mit ratternden Gewehren aus ihren Garagen und vertäfelten Vorortskellern kommen, warum sie überall in Amerika erst ihre Mitschüler schlachten und dann sich selbst.“ Sehr herzlich, Ihr Frank Schirrmacher |
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#6 (permalink) |
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Es geht auch anders wie dieser Artikel der <a href="http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,2044,OID732512_TYP3_THE732892,00.html" target="_blank">Tagesschau</a> beweist ! Ein Objektiver und sehr gelungener Artikel, der auch das verhalten untereinander wie bei uns im Clan darstellt !
<small>[ 02 Mai 2002, 18:14: Beitrag bearbeitet von: Dr.Fredinger ]</small> |
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#7 (permalink) |
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meine meinung dazu is: "leckt mich doch alle am arsch"!!!!
aba den text von der tagesschau finde ich gut da sich anscheinend wenigstens einer ma darum gekümmert worum es wirklich geht bei counter-strike!!! die anderen wollen garnet wissen worum es wirklich geht, die brauchen nur nen sündenbock!!! hätte der typ gekifft hätten alle gesagt das dope agresiv macht aba wär er unter alkehol gewesen und hätte es überlebt hätte er strafminderung bekommen!!! !!!! ICH SCHEISS AUF EINEN STAAT WO EIN FRAUENSCHLÄGER WENIGER STRAFE BEKOMMT ALS EIN STEUERHINTERZIEHER!!! SCHEISS GELDSTAAT !!!! <img border="0" alt="[kotz]" title="" src="graemlins/puke.gif" /> <img border="0" alt="[kotz]" title="" src="graemlins/puke.gif" /> <img border="0" alt="[kotz]" title="" src="graemlins/puke.gif" /> <img border="0" alt="[kotz]" title="" src="graemlins/puke.gif" /> <img border="0" alt="[kotz]" title="" src="graemlins/puke.gif" /> <img border="0" alt="[kotz]" title="" src="graemlins/puke.gif" /> <img border="0" alt="[kotz]" title="" src="graemlins/puke.gif" /> |
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#8 (permalink) |
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Ich konnte mir nicht nehmen lassen dem Redakteur der Tagesschau News, meinen Dank auszusprechen.
Folgende Mail ging soeben raus: Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Scherff, mit Interesse habe ich soeben Ihren Artikel über Counterstrike bezüglich der unangenehmen und grausamen Ereignisse in Erfurt gelesen. Dieser Artikel spiegelt in meinen Augen das wahre Gesicht von CS wieder. Ich bin selber in einem dieser Clans, mit dem Namen „SWAnT“ als Leader tätig. Ich möchte mich in Namen meines ganzen Clans bei Ihnen für diesen Artikel bedanken. Wir haben in den letzten Tagen sehr viel Negatives in der Presse und in anderen Medien über die Geschehnisse und der vermeintlichen „Ursachen“ gelesen. Mir schien so, als ob nur wenige den wahren Sportlichen Sinn in CS gesehen haben. Sie allerdings haben als erster nicht das töten in den Vordergrund gestellt, sondern mehr den Teamgeist der hinter der ganzen Sache steckt. Es wäre sicherlich im Sinne der ganzen Online-Spiele-Community, wenn solche objektiven Berichterstattungen auch an die breite Öffentlichkeit gelangen würden. Der Schritt in das Internet ist in meinen Augen hierbei nur der erste Weg. Leider ist von anderer Seite (vor allem Boulevard Presse und Privatsendern) aus auch im Fernsehen und in Printmedien, die ganze Sache ins fälschliche Licht gerückt worden. In Deutschland (einem Medienregierten Land) ist eine einseitige Darstellung sehr unangenehm. Hierdurch bildet sich ein sehr grosser Teil der Bevölkerung – meiner Meinung nach – zu vorschnell eine einseitige Meinung. Hinzu kommt das z.B. auch eine so renommierte Zeitung wie die FAZ in der ersten Fassung auch den gesamten Hintergrund nicht erfassen konnte. Dies wurde durch weitere Berichte wieder zurechtgerückt, doch leider ist es meistens so, dass diese Artikel viel weniger Aufmerksamkeit erhalten. Wir würden uns sehr freuen, wenn alle Menschen eine so offene Einstellung hätten, dann bräuchten wir uns auch keine sehr grossen Sorgen um die Entscheidung der BPJS machen. Aber leider befürchte ich, dass dieser Vorfall als Anlass zur Indizierung genommen wird. Abschließend nochmals ein herzliches Dankeschön, in der Hoffnung auf weitere objektive Berichterstattung. Mit freundlichen Grüßen Mario Kremer XXXXXXXXXX X 5XXXX XXXXX <a href="http://www.SWAnT.de" target="_blank">www.SWAnT.de</a> <small>[ 02 Mai 2002, 23:02: Beitrag bearbeitet von: MeisenMann ]</small> |
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