Das Ende


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Alt 01.12.2003, 07:07   #1 (permalink)
Lordprotector
Das Ende

Die Sonne scheint am Himmel und es weht ein angenehmer Wind. Vereinzelt ziehen ein paar Wolken vorüber und die Leute in der Fußgängerzone gehen gut gelaunt ihren Weg. Ich sitze auf einer Bank und beobachte sie und die Gegend. Es ist ein ganz normaler Tag. Die Zeit schreitet fort und das Getümmel wird immer größer. Jugendliche, die ihre Freizeit in der Stadt verbringen, Erwachsene, die noch Besorgungen machen oder einfach bummeln, Kinder, Alte Menschen, Vögel und und und. Alles wie immer in der Stadt. Ich lege mich schließlich, die Augen schließend, in einen kleinen Park auf das weiche, kühle Gras und lasse meine Gedanken frei.
Sind Minuten oder schon Stunden vergangen? Ich weiß es nicht, doch beginnt sich in mir eine Unruhe langsam breitzumachen. Nichts konkretes, nur ganz tief in mir keimt so ein Gefühl, das ein nervöses Kribbeln in mir weckt. Kurz öffne ich meine Augen und betrachte den Himmel. Alles wirkt harmonisch: ein sanftes Blau und zarte weiße Wölkchen. Das Gefühl allerdings lässt nicht nach. Meine Augen wieder schließend, versuche ich dies zu vergessen, ohne Erfolg. Im Gegenteil, die Nervosität steigert sich, ich bin innerlich angespannt; irgendetwas wird geschehen. Ich steh auf, auch die Erde scheint sich anzuspannen, es wird unbequem auf ihr. Die anderen Passanten scheinen hiervon nichts mitzubekommen, sie gehen ihrem Treiben nach. Das Rauschen von den Blättern der Bäume jedoch und alle anderen Laute, werden plötzlich auf irgendeine Art und Weise hektisch. Der Wind, er wird stärker, als ob er einen, von allen Richtungen kommend, Schutzmantel bilden will. Mittlerweile wird diese knisternde Unruhe unerträglich.
Plötzlich, kaum hab ich dies realisiert, fängt die Erde zaghaft das Zittern an. Noch hat es den Anschein, als ob nur ich dies wahrnehme. Dann wird es stärker, mein Blick schwankt hin und her: Himmel; noch nichts zu sehen; Passanten; bleiben plötzlich stehen; Himmel; wird dunkler; Passanten; blicken erschrocken umher; Himmel; ist nun von einem riesigen Schatten verdunkelt. Panik beginnt sich auszubreiten. Das Zittern geht in ein Beben über. Man kann die Angst der Passanten schon in der Luft wahrnehmen. Sie beginnen zu schreien und wild umher zu rennen. Am Himmel beginnt der Schatten langsam sich zu öffnen, wie ein großer schwarzer Panther sein Maul öffnet um seine wehrlose und nichts ahnende Beute zu verschlingen. Langsam erkennt man, was sich hinter diesem Vorhang verbirgt. Unaufhaltsam steuert ein gigantischer Meteorit, wie eine Patrone auf ihr Opfer, abgefeuert aus dem Universum, auf die Erde zu. Die Erde bebt, Häuser beginnen einzustürzen, Geröll fällt auf die Passanten, die versuchen wegzurennen. Immer dunkler wird es, als die Sonne immer mehr bedeckt wird. Schnell kommt der Schatten am Boden auf mich zu und ich beobachte, wie er mich verschlingt. Dunkel. Es ist dunkel. Das Beben wird immer schlimmer und erste Steinbrocken sind am Himmel wie tausend Sternschnuppen zu erkennen. Kaum erblickt schlagen sie bereits ein. Ihre Kraft ist unglaublich. Sie reißen Krater in Straßen und es kommt zu Explosionen und Feuer. Menschen rennen umher, schreien, erste Leichen und Verletze liegen herum. Der Geruch von Tot und Zerstörung breitet sich aus. Ich sehe wie ein Haus über einer alten Dame einbricht, ein kleines Kind wird von einem Gesteinsbrocken getroffen und wird auf der Stelle pulverisiert durch die Druckwelle. Man kann nun den Druck der Luftmassen, die der Meteorit verdrängt spüren. Es wird schwerer aufrecht zu stehen, die Luft wird heißer und ein lautes Rauschen ist hörbar. Nur noch Sekunden. Die Menschen bleiben stehen, denn sie erkennen, das es zu spät ist. Ein letztes heftiges Beben, dann ein Ruck und der Meteorit schlägt mit einer unglaublichen Wucht in die Erde, wie ein Schuss mitten in das Herz eines Menschen, ein. Eine große Druckwelle bewegt sich auf mich zu und reißt mich und alle anderen Passanten weg. Mit letzter Kraft rappele ich mich nocheinmal auf. Neben mir hat es auch noch jemand geschafft, ich blicke ihn an. Blankes Entsetzen ist auf seinem Gesicht zu erkennen. Sein Mund steht offen, seine Augen starren aus dem Kopf heraus und haben einen matten Überzug. Man kann seine Angst sehen. Beim Umdrehen erkenne ich den Grund. Eine mehrere Meter hohe Welle aus Flammen, hoch lodernd, knall rot und gelb, bewegt sich auf uns zu. Die Flammen scheinen zu leben, die schlingern und lodern, wie ein Heer von tausend Soldaten, vom Universum geschickt, die Menschheit und die Erde zu zerstören und zu dem zu machen, was sie mal war. Ein letzter Blick, dann spüre ich wie die Flammen meine Kleider auffressen, ich spüre die Hitze und wie mein Körper sich beginnt aufzulösen. Doch ich empfinde keine Angst, denn dies ist der Lauf der Zeit. Eine urkosmische Kraft, die die Macht über Leben und Tod hat. Wie alles anfängt so wird es auch enden.
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Alt 11.12.2003, 13:54   #2 (permalink)
Aphrodite
Hey Lord diese geschichte übertrifft die andere(Herztod) sogar noch.sie ist genialer als genial.
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