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Der verlorene Augenblick


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Alt 30.12.2005, 18:22   #1 (permalink)
 
Der verlorene Augenblick

12.06.05

Der verlorene Augenblick

Die Träume sind nur kleine Lügen
Schwinden, wie das Licht der Kerze
Und versuche den Blick wie ein Adler
Zu schärfen, doch sehe ich nichts

Was mir heute nur bleibt
Der Tag, der folgt, auf den Morgen
Alles kann ich nicht mehr real spüren
Real ist nur noch das Stechen im Herz

Gewohnt verletzt zu werden
Das Glück sich immer wieder
Mit dem Leid verbindet
Wieder ein Tag vergangen

Das Gute ist nur ein kleines Ideal
So unnahbar, wie der Regenbogen vor meinen Händen
Hoffnung ist nur ein schlechter Witz
Von irgendjemanden, so kalt sich ausbreitet...

Was mir heute nur bleibt
Gestern, heute, gefolgt vom morgen
Schmiss das Wichtige zerknüllt,
Unbeachtet, in den nächsten Mülleimer...

Gewohnt verletzt zu sein
Mich einfach nur mit ihr
Zu rechtfertigen – vor wem?
Wieder diese Sinnlosigkeit...

Doch...

Von jetzt an, das Wichtige wieder aufheben
Und ansehen... War nur besser geworden
Verletzt zu werden, und merkte nicht
Dass ich dabei selber etwas verletzte...

Und die Kerze weht sich an
Spür den Regenbogen in mir
Die Hoffnung lächelt mich an
Ein Anfang vergangen...


*~bycalli~*


ich wusste es schon an diesem zeitpunkt, dass es so endet und ärgere mich selbst, dass ich es zuliess, so was auf papier zu bringen.
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Alt 30.12.2005, 21:50   #2 (permalink)
 
AW: Der verlorene Augenblick

warum ärgerst du dich über das gedicht bzw über das ende? ich fand das ender eigentlich ganz schön, weil es zeigt, dass man nie die hoffnung verlieren darf.

ich finde aber auch, dass der negative teil sehr treffend formuliert ist! man kann richtig nachempfinden, was für ein gefühl da das lyrische ich durchmacht! es ist nicht nur schlecht drauf sein, man merkt da wirklich, dass da verzweiflung, selbstzweifel und hoffnungslosigkeit drin steckt!
vor allem deshalb finde ich auch das ende gut, weil es eben auch in solchen situationen sehr wichtig ist, dass man nicht einfach aufgibt, sondern die hoffnung hat, weiterzumachen!
  nach oben
Alt 30.12.2005, 23:47   #3 (permalink)
 
AW: Der verlorene Augenblick

...bleibt nur zu hoffen, dass man nie aufhört den Regenbogen zu spüren.

Schönes Gedicht. Irgendwie höre ich beim lesen eine Kinderstimme, die mir die Worte vorflüstert.
Oder was ich sehr schön fände (falls man jetzt eine Aufnahme machen würde für eine CD oder Radio) ist, dass ein Kind anfängt mit der ersten Strophe und dann wir der Sprecher immer älter bis zur 6. Strophe wo dann eine alte Frau spricht. Und ab dem doch wieder das kleine Kind.

Ich will damit nicht sagen, dass dein Gedicht kindisch wirkt, ich finde es aber vom Inhalt geeignet. Auf jeden Fall lässt sich mit dem Gedicht sehr schön arbeiten, da es recht frei ist. Man kann den Rhythmus varrieeren, mit der Betonung und dem Tempo spielen etc. Macht irgendwie Spaß.

Gelungene Arbeit.

P.S. Der Tag folgt auf den Morgen
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Alt 01.01.2006, 21:19   #4 (permalink)
 
AW: Der verlorene Augenblick

>>charge

Zitat:
Zitat von charge
warum ärgerst du dich über das gedicht bzw über das ende? ich fand das ender eigentlich ganz schön, weil es zeigt, dass man nie die hoffnung verlieren darf.
weiß nicht, ganz so recht. weil man ja immer den mut braucht, um den ersten schritt, also den anfang machen zu können...und wenn der dann wieder "missbraucht" wird, wirds schwieirg. und nicht so zu denken und der hoffnung zu vertrauen ist schwer. aber natürlich sollte man es immer mindestens versuchen.

Zitat:
ich finde aber auch, dass der negative teil sehr treffend formuliert ist! man kann richtig nachempfinden, was für ein gefühl da das lyrische ich durchmacht! es ist nicht nur schlecht drauf sein, man merkt da wirklich, dass da verzweiflung, selbstzweifel und hoffnungslosigkeit drin steckt!
vor allem deshalb finde ich auch das ende gut, weil es eben auch in solchen situationen sehr wichtig ist, dass man nicht einfach aufgibt, sondern die hoffnung hat, weiterzumachen!
dachte eigentlich, dass es nicht so rüberkommen würde. weil manches, wie der mülleimer so banale wörter waren, die ich eigentlich nie so brauche. dachte so wurde es nicht so rüber kommen, aber es gab einfach kein anderes wort, was ich benutzen wollte.

danke für deinen kommentar! weisst ja, dass ich mich immer drüber freue, deine meinung zu hören.

>>bloody

Zitat:
Zitat von Cold Blood
...bleibt nur zu hoffen, dass man nie aufhört den Regenbogen zu spüren.
Na, jetzt hast du ja doch mein verstecktes Bedenken des Gedichtes ausgesprochen

Zitat:
Schönes Gedicht. Irgendwie höre ich beim lesen eine Kinderstimme, die mir die Worte vorflüstert.
Oder was ich sehr schön fände (falls man jetzt eine Aufnahme machen würde für eine CD oder Radio) ist, dass ein Kind anfängt mit der ersten Strophe und dann wir der Sprecher immer älter bis zur 6. Strophe wo dann eine alte Frau spricht. Und ab dem doch wieder das kleine Kind.
Das ist ja mal eine ganz neue Idee!! Aber wieso das Kind am Anfang? Wenn ich es in dem Aspekt es versuche zu lesen, würde mir die Form gefallen, dass diese alte Frau immer jünger wird. Hmm...interessant. So habe ich noch nie ein Gedicht betrachtet.

Zitat:
Ich will damit nicht sagen, dass dein Gedicht kindisch wirkt, ich finde es aber vom Inhalt geeignet. Auf jeden Fall lässt sich mit dem Gedicht sehr schön arbeiten, da es recht frei ist. Man kann den Rhythmus varrieeren, mit der Betonung und dem Tempo spielen etc. Macht irgendwie Spaß.

Gelungene Arbeit.
Hey...bist du dir da sicher, was du da sagst? *blinzel RHYTHMUS in einem positiven Zusammenhang von dir...das ist grad zu viel für mich.
Du muss hier nichts wieder "gut" machen, das weißt du

Zitat:
P.S. Der Tag folgt auf den Morgen
Danke, habs verbessert. Danke für deinen Kommentar!


Hätte ich aber gar nicht gedacht, dass grad dieses Gedicht euch gefallen würde...bin wirklich überrascht.
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Alt 02.01.2006, 22:35   #5 (permalink)
 
AW: Der verlorene Augenblick

Zitat:
Na, jetzt hast du ja doch mein verstecktes Bedenken des Gedichtes ausgesprochen
Wie sagt man doch so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Aber das heißt leider nicht unbedingt, dass sie ewig lebt.

Zitat:
Das ist ja mal eine ganz neue Idee!! Aber wieso das Kind am Anfang? Wenn ich es in dem Aspekt es versuche zu lesen, würde mir die Form gefallen, dass diese alte Frau immer jünger wird. Hmm...interessant. So habe ich noch nie ein Gedicht betrachtet.
Ich seh das Gedicht so ein bisschen als verlorene Hoffnung. Kind ist für mich gleich Hoffnung. Das Kind wird älter und betrachtet das Thema von immer mehr Seiten und mit jeder Strophe geht etwas mehr Hoffnung verloren bis es dann schließlich im Wort "Sinnlosigkeit" gipfelt.
Und dann meldet sich jedoch das Kind (in der alten Frau) wieder zu Wort in Form der wieder aufkommenden Hoffnung.

Zitat:
Hey...bist du dir da sicher, was du da sagst? *blinzel RHYTHMUS in einem positiven Zusammenhang von dir...das ist grad zu viel für mich.
Wieso? Rhythmus ist meist ein Korsett, dass man sich selbst aufzwängt.
Dein Gedicht ist eher ein Monolog (was ich persönlich sehr mag), daher bist du rhytmisch sehr ungebunden und lässt den Leser so varriieren, wie er es gerne hätte. Das schöne bei solchen Formen ist, dass man rhythmisch nicht viel falsch machen kann (deshalb schreibe ich auch häufig in der Form), solange man im natürlichen Sprachgebrauch bleibt. Man bringt den Leser dazu mit den Worten zu spielen, die Rythmik so zu variieren, wie man es sich vorstellt. Du musst hier nicht auf Versmaß achten oder das sich alles reimt, sondern der Inhalt zählt gerade das ist wichtig. Und das gefällt mir.
(Auch wenn ich, wie immer, nicht unbedingt alle deine Gedankengänge verstehe, aber das kennen wir ja schon. )
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