Durch das Gitter im Kreis


Schwarze Poesie Schwarzromantik, schwarze Gedanken, der Tod... Ihr dunklen Philosophen fühlt Euch hier zu Hause.

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Alt 19.01.2006, 15:13   #1 (permalink)
Durch das Gitter im Kreis

So, nur weil du es gesagt hast, Kitty...

06.01.2006



Berührt mich
Kalt
Bist du



Kneif meine
Pupillen zu
Sehe


Vielleicht?



Stillstand
Aller Dinge
Wortlos


Spiegel
Sprichst du
Vielleicht
Mit mir



Brichst, zerbrichst
Gehst, fällst...


Kommst?
Vielleicht



Bist der Wind
Meines Herzens
Fiel Leicht
Er


*~bycalli~*


Eins nach einer langen Pause...ist nichts dolles, ich änder jedes Mal beim Lesen immer irgendetwas, dass ist die...siebte komplett veränderte Version. Bin aber immer noch nicht damit zufrieden. Weil es mir das Gefühl gibt, dass es nicht richtig von mir ist.
__________________
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Callisto ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.01.2006, 20:23   #2 (permalink)
AW: Durch das Gitter im Kreis

Jahaaa, ich weiss. ich hab dir eben noch geschrieben, dass ich heute nichts mehr schreiben wollte. Aber ich konnte eben nicht widerstehen (und die Pizza kommt erst in 45 Minuten ). Wird auch nur was kurzes.

Mir gefallen die Enjambements. Jedenfalls größtenteils. Die werfen teilweise auch Doppeldeutigkeiten auf, was mir sehr gefällt.

Zitat:
Spiegel
Sprichst du
Vielleicht
Mit mir
Zitat:
Bist der Wind
Meines Herzens
Fiel Leicht
Er
Die zwei gefallen mir am besten. Vor allem die letzte. Und da insbesondere die Verse 3 und 4. Und da ganz besonders die drei. Du hättest es vielleicht nennen sollen! Aber diese Wortwiederholung, die sich in diesem besagten Vers auch ansatzweise wiederfindet, passt da einfach. Hat was sehr stark Zweifelndes, aber auch Resignierendes für mich. An den ersten Strophen egfällt mir auch, dass einer der Verse immer so abgeschnitten von den anderen wirkt. Das hat was.

Die anderen Versionen würden mich jetzt aber auch interessieren!

Dabei belasse ich es heute. Die Tage, wenn ich es nicht vergesse, bekommst du noch eine ausführlichere Version. Aber ich freue mich, dass du es gepostet hast! Ist zwar anders als die Sachen, die ich von dir kenne, aber bisher gefällt es.
Nightingale ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.01.2006, 12:25   #3 (permalink)
AW: Durch das Gitter im Kreis

naja, ich hab schon besseres von dir gelesen, wenn wir mal ehrlich sind... es ist nett, aber nicht mehr, jedenfalls was meine auffassung betrifft...

Zitat:
Zitat von Callisto
Berührt mich
Kalt
Bist du
der einstieg durch den ersten evrs ist für mich schon etwas seltsam... wie nighti an anderer stelle sagte besteht zwischen dem ersten vers und den anderen beiden kein konkreter zusammenhang... mir stellt sich die frage, worauf dieses "berührt mich" abzielt... was genau dich berührt... wäre es in der 2. sg. präs. ind. würde sich diese frage für mich gar nicht stellen... dann wäre für mich der bezug zu den restlichen beiden versen vorhanden... dann hätte man nicht nur diesen schein, dass "du", also das gegenüber des lyrischen ichs, das ich mal frecherweise zum spiegel aus einer der späteren strophen degradiere, nicht nur innerlich, sondern auch äusserlich kalt erscheint durch diese berührung...

Zitat:
Kneif meine
Pupillen zu
Sehe
mh, ein nettes oximoron... mit zugekniffenen augen kann man nicht sehen... nette metapher... schließlich bedarf es nicht immer der augen, um zu sehen... nette idee...

Zitat:
Vielleicht?
im puncto vielleicht als titel muss ich nighti auch fast zustimmen... der eigentliche titel lässt nicht auf das schließen, was du geschrieben hast... muss ja nicht immer negativ sein... vielleicht löst für mich hier und da immer wieder zweifel aus...

Zitat:
Stillstand
Aller Dinge
Wortlos
wortloses hinnehmen... einen stillstand im eigentlichen sinne gibt es nur nie... es gibt den stillstand der weiter-/entwicklung... worauf zielst du selber damit ab?

Zitat:
Spiegel
Sprichst du
Vielleicht
Mit mir
das hatte ich schon öfters an dir kritisiert... ein ? wäre am strophenende angebrachter als gar keine punktierung... würde die zweifel auch etwas hervorheben... denn die kommen hier wieder - meiner auffassung nach - unterschwellig auf durch diese frage... für mich ist es jedenfalls die einzig sinnvolle möglichkeit es als frage zu verstehen... ist aber ein interessanter aspekt... das ansprechen des spiegels/des spiegelbildes...

Zitat:
Brichst, zerbrichst
Gehst, fällst...
den ersten vers würd ich direkt wieder auf den spiegel beziehen... durch was zer-/bricht er? durch rohe, verzweifelte gewalt? metaphorisch von selbst? metaphorisch der eigene innere bruch, der als gegenüber personifiziert wird?

Zitat:
Kommst?
Vielleicht
ein zurückkommen? wiederkommen? wiederaufkeimend? vielleicht... vielleicht verstärkt die zweifel aufs neue...

Zitat:
Bist der Wind
Meines Herzens
Fiel Leicht
Er
und da fällt mir auch das auf, was nighti angesprochen hat... diese abstrakte sichtweise auf den dritten vers... indirekt lässt sich vielleicht dadurch wieder ableiten... aber irgendwie macht es an der stelle etwas wenig sinn für mich... hätte das mit dem er getauscht...
die ersten beiden verse sind ziemlich romantisch angehaucht... ein kontrast zum rest... ein sehr starker sogar...

wie gesagt, es ist nett geworden... und für den langen block doch immerhin mal wieder ein lebenszeichen... viell nicht das von dir gewünschte, hört sich jedenfalls so an durch dein schlusswort, aber es zeigt, dass noch was da ist...

ich frage mich nur, weshalb du so lange gewartet hattest es zu posten... aber ist ja jedem selbst überlassen...
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Ich glaube eher an die Unschuld einer Hure, als an die Gerechtigkeit der deutschen Justiz!

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Schattentaenzerin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.01.2006, 15:08   #4 (permalink)
AW: Durch das Gitter im Kreis

>>Kitty

Zitat:
Die zwei gefallen mir am besten. Vor allem die letzte. Und da insbesondere die Verse 3 und 4. Und da ganz besonders die drei. Du hättest es vielleicht nennen sollen! Aber diese Wortwiederholung, die sich in diesem besagten Vers auch ansatzweise wiederfindet, passt da einfach. Hat was sehr stark Zweifelndes, aber auch Resignierendes für mich. An den ersten Strophen egfällt mir auch, dass einer der Verse immer so abgeschnitten von den anderen wirkt. Das hat was.
Es heißt nicht "Vielleicht", weil der Titel eigentlich das ganze Gedicht erklärt...naja, sagen wir, es sollte es erklären. Werds gleich bei Taenzerin ansprechen, weil das mit der ersten Strophe angesprochen hatte.

Zitat:
Die anderen Versionen würden mich jetzt aber auch interessieren!
Wenn ich sie noch habe, werde ich die nachposten Die erste Version ist aber peinlich^^

Zitat:
Dabei belasse ich es heute. Die Tage, wenn ich es nicht vergesse, bekommst du noch eine ausführlichere Version. Aber ich freue mich, dass du es gepostet hast! Ist zwar anders als die Sachen, die ich von dir kenne, aber bisher gefällt es.
Ach wo, ich bin dir sehr dankbar, dass du was dazu gesagt hast. Freut mich immer wieder. Weisst, war mir nicht sicher, ob ich es überhaut posten sollte. Aber bin froh, doch Meinungen dazu gehört zu haben



>>Taenzerin

Zitat:
der einstieg durch den ersten evrs ist für mich schon etwas seltsam... wie nighti an anderer stelle sagte besteht zwischen dem ersten vers und den anderen beiden kein konkreter zusammenhang... mir stellt sich die frage, worauf dieses "berührt mich" abzielt... was genau dich berührt... wäre es in der 2. sg. präs. ind. würde sich diese frage für mich gar nicht stellen... dann wäre für mich der bezug zu den restlichen beiden versen vorhanden... dann hätte man nicht nur diesen schein, dass "du", also das gegenüber des lyrischen ichs, das ich mal frecherweise zum spiegel aus einer der späteren strophen degradiere, nicht nur innerlich, sondern auch äusserlich kalt erscheint durch diese berührung...
Auf die Frage hatte ich gewartet. Es heißt "Berührt", weil du das Gedicht im Kreis lesen musst. So wars jedenfalls von mir gedacht. Das letzte "Er" musst du dann wieder an den Anfang nehmen. Deswegen heißt es auch nicht "Berührst mich"...dann komme ich auch zu Kitty: Der Titel sollte eigentlich auf den "Kreis" im Gedicht hinweisen...und das Gitter kann sich jeder selbst interpretieren, ist von mir ein Bild, was ich nicht beschreiben kann/möchte.

Zitat:
mh, ein nettes oximoron... mit zugekniffenen augen kann man nicht sehen... nette metapher... schließlich bedarf es nicht immer der augen, um zu sehen... nette idee...
Stimmt ja...als Oximoron war es nicht gedacht, aber das stimmt.


Zitat:
wortloses hinnehmen... einen stillstand im eigentlichen sinne gibt es nur nie... es gibt den stillstand der weiter-/entwicklung... worauf zielst du selber damit ab?
Wortlos habe ich hier in dem Sinne benutzt, dass es keine Worte mehr gibt, die Sprache selbst in der Monotonie erlischt. Und, Worte machen einfach einige Dinge kaputt. Wie ein schöner Gedanken in Worten gefasst, nicht mehr die gleiche "Wirkung" haben kann.


Zitat:
das hatte ich schon öfters an dir kritisiert... ein ? wäre am strophenende angebrachter als gar keine punktierung... würde die zweifel auch etwas hervorheben... denn die kommen hier wieder - meiner auffassung nach - unterschwellig auf durch diese frage... für mich ist es jedenfalls die einzig sinnvolle möglichkeit es als frage zu verstehen... ist aber ein interessanter aspekt... das ansprechen des spiegels/des spiegelbildes...
Ja...die ? und die ! mag ich nicht so^^ Es hätte es natürlich betont, wenn es eine Frage ist. Für mich sollte das Gedicht aber keinen "Schnickschnack" haben, keine Punkte, Kommata, einfach nur Worte, die irgendwie kalt sind.


Zitat:
den ersten vers würd ich direkt wieder auf den spiegel beziehen... durch was zer-/bricht er? durch rohe, verzweifelte gewalt? metaphorisch von selbst? metaphorisch der eigene innere bruch, der als gegenüber personifiziert wird?
Interessant, wie du es interpretierst. So kann man es natürlich auch sehen.

Zitat:
und da fällt mir auch das auf, was nighti angesprochen hat... diese abstrakte sichtweise auf den dritten vers... indirekt lässt sich vielleicht dadurch wieder ableiten... aber irgendwie macht es an der stelle etwas wenig sinn für mich... hätte das mit dem er getauscht...
die ersten beiden verse sind ziemlich romantisch angehaucht... ein kontrast zum rest... ein sehr starker sogar...
Kontrast war gewollt, aber am Anfang sollte es einfach das Fallen durch den Wind darstellen. Das "Er" habe ich noch drangepackt, weil es eigenlich "vielleichter", also ein Komparativ von vielleicht sein sollte...aber da es den nicht gibt, habe ichs irgendwie so geschrieben. Abgesehen davon, dass das "Er" wieder an den Anfang knüpft.

Danke für deine Kritik, war interessant deine Sicht dazu zu hören. Und freue mich ja immer wieder über ein Kommentar von dir.
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Callisto ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.01.2006, 11:51   #5 (permalink)
AW: Durch das Gitter im Kreis

Zitat:
Zitat von Callisto
>>Kitty

Wenn ich sie noch habe, werde ich die nachposten Die erste Version ist aber peinlich^^
Und? Hast die anderen Versionen noch? Peinlich liegt immer im Auge des Betrachters.

Zitat:
Ach wo, ich bin dir sehr dankbar, dass du was dazu gesagt hast. Freut mich immer wieder. Weisst, war mir nicht sicher, ob ich es überhaut posten sollte. Aber bin froh, doch Meinungen dazu gehört zu haben
Da bin ich jetzt ja fast erleichtert. Weiss gar nicht wo mir der Kopf gerade steht. Mir wär jetzt nämlich nix mehr eingefallen, was nicht schon erwähnt worden ist. Ich weiss ja. Wir hatten es ja davon. Ach ja, immer gerne doch. Bei dir sowieso.

Zitat:
Auf die Frage hatte ich gewartet. Es heißt "Berührt", weil du das Gedicht im Kreis lesen musst. So wars jedenfalls von mir gedacht. Das letzte "Er" musst du dann wieder an den Anfang nehmen. Deswegen heißt es auch nicht "Berührst mich"...dann komme ich auch zu Kitty: Der Titel sollte eigentlich auf den "Kreis" im Gedicht hinweisen...und das Gitter kann sich jeder selbst interpretieren, ist von mir ein Bild, was ich nicht beschreiben kann/möchte.
So, da misch ich mich gerade mal ein. Ich hab meinen Namen gelesen. *g*Ist eine interessante Idee, Balli. Wie bist du darauf gekommen, dass man es komplett im Kreis lesen muss, um die Bezüge zu erkennen und zu verstehen? Ich komm irgendwie nie auf sowas. Aber das würde bei mir auch nicht passen. Muss ja für andere Dinge schreiben, da sind solche Feinheiten ja leider nix wert. Das Gitter...... Hm. Keine Ahnung, was es für mich jetzt darstellen würde. Vielleicht wirklich nur ein Gitter, durch das man einen Blick auf das Gesamte wirft. Keine Ahnung, ich brauch erst einmal meinen Kaffee. Aber ich bin wirklich froh, dass du es gepostet hast. Es zeigt doch, dass immer noch etwas in dir ist, das nur darauf wartet freigelassen zu werden. Das ist ein Schritt nach vorne.
Nightingale ist offline   Mit Zitat antworten
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