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Egoismus


Weltanschauungen und Gedanken - An was glaubt ihr? Was ist der Sinn des Lebens? Was bedeutet der Tod für Euch? Hier könnt ihr darüber "diskutieren"

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Alt 02.08.2006, 14:57   #1 (permalink)
 
Frage Egoismus

Hier war ja gar nichts mehr los...also ein neues Thema: Egoismus.
Das Wort wird oft in einem negativen Zusammenhang gebraucht. Aber, wenn jeder nicht mal an sich denkt, kann er auch nicht überleben. Oder doch?

Egoistisch zu sein, heißt, einen anderen hinter sich zu stellen. Heißt das, dass man, wenn man egoistisch ist, damit rechenen muss, dass andere damit nicht glücklich sind? Heißt umgekehrt, egoistisch=unglücklich?

Gibt es zwei Arten von Egoismus?

Ich schreibe wirr, aber wer trotzdem einen Gedanken dazu hat, los schreiben!
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Alt 02.08.2006, 16:11   #2 (permalink)
 
AW: Egoismus

Als egoistisch könnte man auch denjenigen bez. der anderen hilft, betrachtet man das nämlich etwas subtiler, stellt man fest, dass man oft sogar hilft oder anderen was gutes tun will, um sich besser zu fühlen. Nehmen wir eine Frau mit Kinderwagen in der Bahn, die jemanden benötigt, der ihr dabei hilft, den wagen herauszutransportieren, wer in frage kommt bist Du! Tja, irgendwie unangenehm die Sitation, du hilfst aber trotzdem, um dir später nicht Gedanken darüber zu machen, was fürn Arsch du warst. Wenn man sich vorstellt, für keine Hilfe gelobt zu werden, als sei man unsichtbar, ja dann dürfte man vermutlich zu denen gehören, die keine egoistische Absicht verfolgen, obgleich diese Art von Egoismus vielleicht nicht jedem bewusst ist.
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Alt 02.08.2006, 16:36   #3 (permalink)
Dry
 
AW: Egoismus

Man kann der Frau aber auch helfen, weil man ein netter Mensch ist und sich vorstellt, dass man auch Hilfe haben wolle, wenn man eine Frau mit Kinderwagen wäre. Aber hast schon recht, viele Handeln "edel" um nicht als unsozial darzustehen.

Egoistisch = unglücklich?
Ich denke, dass die, die richtig im klassischen Sinne selbstsüchtig-egoistisch sind nicht unglücklich sind, weil sie nicht wissen/merken, dass sie so sind wie sie sind. Dann gibts auch noch die, die Egoistisch sind und unglücklich, z.B. die, die anderen absichtlich durch ihren Egoismus schaden wollen, sich zwar nicht gut dabei fühlen es aber dennoch aus Gründen des Selbsthasses oder Rache oder dergleichen tun.

Ich denke, ein gesundes Maß an Egoismus sollte man haben denn sonst kommt man selbst zu kurz und wird auch unglücklich. Jetzt fragt mich aber nicht, was das richtige Maß an Egoismus ist, das muss jeder für sich selber wissen.
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Alt 02.08.2006, 17:00   #4 (permalink)
 
AW: Egoismus

also ich denke, dass egoismus ein völlig normaler zustand jedes menschen ist. jeder mensch befindet sich auf der einen seite immer in seiner welt und dann trotzdem auch in der welt aller. mensch ist immer individuum und gesellschaftstier. sprich in jedem steck es, an sich selbst zu denken aber auch zu teilen, zu helfen, zu geben. ich glaube um wirklich glücklich zu werden, zu leben, muss man beide seiten berücksichtigen.
zu behaupten, jemandem zu helfen und sich dadurch besser oder gut zu fühlen, sei auch eine form des egoismus, naja, ich weiss nicht ob ich das so unterschreiben würde.
die ganze sache ist einfach eine ziemliche gratwanderung. macht das, was ich tue jemanden, den ich liebe oder schätze oder mag, unglücklich, tue ich ihm damit weh? kann ich das vor mir selbst vertreten? die frage, ob ich nicht lieber verzichten will oder ob es für den anderen wirklich so schlimm wäre, wenn ich irgendetwas dann doch tue, ist wohl die die man sich immer stellen sollte. so kann egoismus für MICH auch nur vertretbar sein. sicherlich, man denkt nicht jede sekunde daran welche auswirkungen sein eigens handeln auf andere hat aber wenn man nicht irgendwann janz einsam und alleene in seiner bude hocken will, weil alle einen furchtbar scheisse finden, sollte man doch von zeit zu zeit lernen sich selbst und sein handeln zu reflektieren und drüber nachdenken, ob sich selbst zurücknehmen einen nicht auch glücklich oder zufrieden machen würde oder könnte, als immer nur zu wollen und zu verlangen oder blöd gesagt einfach auf die anderen zu scheissen.
so!
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Alt 02.08.2006, 17:30   #5 (permalink)
 
AW: Egoismus

Was ich meinte:

Wenn man wem hilft, dann fühlt man sich in der Regel besser und genau das, ist wenn man mal kleinlich sein will, egoistisch.

Zitat:
Man kann der Frau aber auch helfen, weil man ein netter Mensch ist und sich vorstellt, dass man auch Hilfe haben wolle, wenn man eine Frau mit Kinderwagen wäre.
Ja, ganz nacht Kant aber Kant ist/war auch nie die Krönung. Ist es nicht viel edler, jemandem helfen zu wollen, weil man ihm helfen will, auch wenn man damit rechnen muss, in der selben Situation steckend, keine Gegenleistung von dieser Person zu erwarten?
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Alt 02.08.2006, 17:55   #6 (permalink)
Dry
 
AW: Egoismus

das wäre noch edler, ja
Dann haben wir jetzt das Maxim des Edelen gefunden
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Alt 02.08.2006, 18:39   #7 (permalink)
 
AW: Egoismus

Edel in DER Situation. In einer krasseren Situation vielleicht schon fast...selbstlos?


Zitat:
Zitat von Dry
Egoistisch = unglücklich?
Ich denke, dass die, die richtig im klassischen Sinne selbstsüchtig-egoistisch sind nicht unglücklich sind, weil sie nicht wissen/merken, dass sie so sind wie sie sind. Dann gibts auch noch die, die Egoistisch sind und unglücklich, z.B. die, die anderen absichtlich durch ihren Egoismus schaden wollen, sich zwar nicht gut dabei fühlen es aber dennoch aus Gründen des Selbsthasses oder Rache oder dergleichen tun.
Hmm...umgekehrt gefragt, sind Rache oder Hass egoistische Empfindungen?

Zitat:
Ich denke, ein gesundes Maß an Egoismus sollte man haben denn sonst kommt man selbst zu kurz und wird auch unglücklich. Jetzt fragt mich aber nicht, was das richtige Maß an Egoismus ist, das muss jeder für sich selber wissen.
Was du ansprichst, mit dem gesunden Maß an Egoismus, ist wohl das, was die Erlebnisse und Erfahrungen dich als Mensch prägen und man dann rausfindet.


Eigentlich ist Egoismus ja auch ein paradoxes Wort, weil das Wort immer in Bezug zur Gesellschaft betrachtet wird.
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Alt 02.08.2006, 19:40   #8 (permalink)
 
AW: Egoismus

Zitat:
Zitat von Luigi
Ja, ganz nacht Kant aber Kant ist/war auch nie die Krönung. Ist es nicht viel edler, jemandem helfen zu wollen, weil man ihm helfen will, auch wenn man damit rechnen muss, in der selben Situation steckend, keine Gegenleistung von dieser Person zu erwarten?
Nein, dass ist dumm...
Ok, dass ist ein bisschen krass ausgedrückt, aber ich denke nicht, dass es unbedingt gut ist, wenn man versucht allen Menschen zu helfen. Denn Fakt ist, dass man nunmal die Welt im Alleingang nicht retten kann. Und leider hab ich schon mehrfach erlebt, dass die Menschen die versuchen "einem höhren Zweck zu dienen" (Welt retten) oftmals die Menschen vergessen die links und rechts an ihrer Seite sind, weil sie ihre ganze Energie in andere Dinge stecken und das kann ich nicht gut heißen.

Egoismus ist in meinen Augen die Fähigkeit (!) zu entscheiden, welchen Menschen ich helfe und welchen nicht. Meiner Meinung nach sollte ein Mensch drei Gruppen in erster Linie helfen (in der Reihenfolge):
1. die Menschen, die einem etwas bedeuten
2. sich selbst
3. die Menschen, denen aus unverschuldeten Gründen niemand hilft
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Alt 02.08.2006, 19:45   #9 (permalink)
 
AW: Egoismus

Zitat:
Zitat von Cold Blood
Nein, dass ist dumm...
Ok, dass ist ein bisschen krass ausgedrückt, aber ich denke nicht, dass es unbedingt gut ist, wenn man versucht allen Menschen zu helfen. Denn Fakt ist, dass man nunmal die Welt im Alleingang nicht retten kann. Und leider hab ich schon mehrfach erlebt, dass die Menschen die versuchen "einem höhren Zweck zu dienen" (Welt retten) oftmals die Menschen vergessen die links und rechts an ihrer Seite sind, weil sie ihre ganze Energie in andere Dinge stecken und das kann ich nicht gut heißen.

Egoismus ist in meinen Augen die Fähigkeit (!) zu entscheiden, welchen Menschen ich helfe und welchen nicht. Meiner Meinung nach sollte ein Mensch drei Gruppen in erster Linie helfen (in der Reihenfolge):
1. die Menschen, die einem etwas bedeuten
2. sich selbst
3. die Menschen, denen aus unverschuldeten Gründen niemand hilft

Ich hab ja auch nicht geschrieben, dass ich in Mutter Theresas Fußstapfen treten will und einen auf Weltverbesserer machen will. Ich rede von Alltagssituationen!
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Alt 02.08.2006, 22:51   #10 (permalink)
 
AW: Egoismus

Zitat:
Zitat von Callisto
Aber, wenn jeder nicht mal an sich denkt, kann er auch nicht überleben. Oder doch?
Ich denke schon, dass jemand, der frei von Egoismus wäre, überleben könnte. Es sei den, dass man jemanden als egoistisch bezeichnen kann, der seinen Freunden/Verwandten nicht immer etwas von seinem Essen, irgendwelchem Knabberkram anbietet und der außer ein bisschen Geld nie etwas verleiht.

Zitat:
Zitat von Callisto
Egoistisch zu sein, heißt, einen anderen hinter sich zu stellen. Heißt das, dass man, wenn man egoistisch ist, damit rechenen muss, dass andere damit nicht glücklich sind? Heißt umgekehrt, egoistisch=unglücklich?
Egoistisch sein mit unglücklich sein/machen gleichzusetzen geht meiner Meinung nach zu weit. Aber man muss schon damit rechnen, dass es Menschen gibt, die damit nicht klar kommen und unglücklich oder wütend werden.

Zitat:
Zitat von Callisto
Gibt es zwei Arten von Egoismus?
Nein. Würd ich so nicht sagen. Ich würde eher von verschiedenen Schweregraden sprechen. Es gibt leichten Egoismus (z. B. wenn ich nem Kumpel nicht den letzten Pudding geben will, den ich noch im Kühlschrank habe, weil ich ihn selber essen will), dann gibt es mittelschweren Egoismus (bei dem beispielsweise ein sportlicher junger Mann der schwangeren Frau im Bus keinen Platz frei machen will) und es gibt schweren Egoismus (wenn man zum Beispiel jemanden umbringt, damit diese Person einem nicht etwas nehmen kann).

Kann man sicher noch weiter abstufen, aber so im Groben kann man dass - denke ich so sagen.
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Alt 04.08.2006, 17:12   #11 (permalink)
Zap
 
AW: Egoismus

Zitat:
Zitat von Callisto
Eigentlich ist Egoismus ja auch ein paradoxes Wort, weil das Wort immer in Bezug zur Gesellschaft betrachtet wird.
Das ist der Punkt.
Ein hohes Mass an Egoismus ist nicht sonderlich gesellschaftsfördernd.
Gerade in der heutigen "Spassgesellschaft" in der jeder für sich ein Höchstmass an individueller Befriedigung und Eigenverwirklichung anstrebt, nährt der Egoismus natürlich dieses Erlangen.
Von der Distinktion der Intimität zur gesellschaftlichen Anonymität.
Erste Merkmale sind imho schon an der heutigen riesigen Single-Subkultur zu sehen.

"Wenn jeder an sich denkt, ist an jeden gedacht!"
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Alt 08.08.2006, 18:48   #12 (permalink)
Mis
 
AW: Egoismus

Ich verbinde mit dem Wort Egoismus nur Positives.
Ich würde mich selbst als Egoisten aus Überzeugung definieren. Mir liegt am Wohl der Menschen sehr wenig, oft wünsche ich ihnen nichts weiter als Schmerzen oder dergleichen, was jedoch nichts mit Egoismus zu tun hat (abgesehen von einer Hand voll Menschen).

Alltägliche Situationen, in denen man Menschen hilft, sind mehr oder weniger selbstverständlich. Sehe ich jedoch den Kerl, der mich eben noch wüst angepöbelt hat blutend auf der Straße liegen, sehe ich gar keinen grund für Hilfeleistung, mein Gewissen hält sowas zumindest aus.

Die Liebe zum Mitleid ist es, was unsere Gesellschaft immer weiter ins Verderben zieht. Dem kann man nur mit einer gesunden Portion Egoismus entgegenwirken, ohne nicht auch mal mitleidig zu sein...
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Alt 09.08.2006, 12:48   #13 (permalink)
Dry
 
AW: Egoismus

Zitat:
von Mis: Mir liegt am Wohl der Menschen sehr wenig, oft wünsche ich ihnen nichts weiter als Schmerzen oder dergleichen, was jedoch nichts mit Egoismus zu tun hat
Also dazu muss ich sagen, dass ich diese Aussage sehr bedenkenswert finde, um es mal höflich auszudrücken. Man kann der "Menschheit", was immer das auch sein soll, mit Gleichgültigkeit begegnen, wenn es einem dadurch besser geht aber ihr Schmerz oder ähnliches zu wünschen finde ich sehr unbegründet, fast schon unreif...

Es gibt immer wieder Menschen, die schlimme Taten vollbringen und zahllose andere darunter leiden müssen aber das heißt nicht, dass die "Menschheit" deswegen etwas schlechtes ist. Und ich denke genau umgekehrt, was den Niedergang unserer Gesellschaft angeht. Ich bin der Meinung, dass gerade das engstirnige, egoistische Verhalten zahlreicher Menschen dazu führt, dass es der "Gesellschaft" nicht so gut geht. Das Nichthinsehen und egoistische An-seine-Karriere-denken etc führt dazu, dass die soziale Lücke immer größer wird. Gesundes Maß an Egoismus ist schon richtig aber diesen Wert muss jeder für sich selbst bestimmen und die meisten übertreiben sehr stark damit.
Jeder Mensch hat es verdient, gut behandelt zu werden; ganz gleich, wer er ist. Der Menschheit schlicht Schmerz zu wünschen finde ich daher sehr engstirnig bzw egoistisch wobei egoistisch eigentlich falsch ist, da man sich ja auch selber Schmerz wünscht, da man selbst ein Teil dieser "Menschheit" ist.

Zitat:
von Callisto:
Hmm...umgekehrt gefragt, sind Rache oder Hass egoistische Empfindungen?
Handlungen, die aus Rache oder Hass begangen werden, dienen immer dazu, seinen Schmerz oder seine Wut oder gar Blutdurst zu befriedigen bzw. zu lindern. Da diese Handlung dann ausschließlich nutzen für einen selbst hat, würde ich solche als egoistisch einstufen. Bei Rache ist es ein Sonderfall denke ich, da man auch Rache für jemand anderen ausüben kann. Allerdings würde ich Rache-Handlungen nicht dadurch rechtfertigen, nur weil sie nicht egoistisch sind.
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Alt 09.08.2006, 14:09   #14 (permalink)
Mis
 
AW: Egoismus

Zitat:
Zitat von Dry
Also dazu muss ich sagen, dass ich diese Aussage sehr bedenkenswert finde, um es mal höflich auszudrücken. Man kann der "Menschheit", was immer das auch sein soll, mit Gleichgültigkeit begegnen, wenn es einem dadurch besser geht aber ihr Schmerz oder ähnliches zu wünschen finde ich sehr unbegründet, fast schon unreif...

Es gibt immer wieder Menschen, die schlimme Taten vollbringen und zahllose andere darunter leiden müssen aber das heißt nicht, dass die "Menschheit" deswegen etwas schlechtes ist. Und ich denke genau umgekehrt, was den Niedergang unserer Gesellschaft angeht. Ich bin der Meinung, dass gerade das engstirnige, egoistische Verhalten zahlreicher Menschen dazu führt, dass es der "Gesellschaft" nicht so gut geht. Das Nichthinsehen und egoistische An-seine-Karriere-denken etc führt dazu, dass die soziale Lücke immer größer wird. Gesundes Maß an Egoismus ist schon richtig aber diesen Wert muss jeder für sich selbst bestimmen und die meisten übertreiben sehr stark damit.
Jeder Mensch hat es verdient, gut behandelt zu werden; ganz gleich, wer er ist. Der Menschheit schlicht Schmerz zu wünschen finde ich daher sehr engstirnig bzw egoistisch wobei egoistisch eigentlich falsch ist, da man sich ja auch selber Schmerz wünscht, da man selbst ein Teil dieser "Menschheit" ist.
Zu Letzterem:
Du hast völlig Recht! Wenn man die Menschheit kritisiert bzw. mit ihr nichts als Hass verbindet, bezieht sich diese Neigung auch auf einen selbst8ergo auf mich).
Ich bin leider nicht im Stande mich höher zu stellen als die Menschheit, also trifft diese Abneigung auch auf mich zu.

Zitat:
Man kann der "Menschheit", was immer das auch sein soll, mit Gleichgültigkeit begegnen, wenn es einem dadurch besser geht aber ihr Schmerz oder ähnliches zu wünschen finde ich sehr unbegründet, fast schon unreif...
Was heißt schon 'unreif'? Wenn man hasst, ist man dann unreif? Genau so unreif wäre es aus meiner Sicht zu lieben, was sich Mensch nennt.
Reife, ein relativer Begriff. Seine inneren Gefühle, und dazu noch ein so...'reines' wie Hass oder Liebe, zu verleugnen um dann in Gleichgültigkeit zu (ver-)leben, das wäre aus meiner Sicht alles andere als reif.

Darüber hinaus beziehe ich meine Einstellung bezüglich Egoismus nicht auf die Personen, die Anschläge verüben und Unschuldige mit in den Tod reißen, das sollte wohl klar sein, nur um evtl eine Missdeutung deinerseits auszuschließen.

Ich beziehe mich auf die Menschen die mich umgeben, deren Dummheit in meinen Augen schmerzt und deren Oberflächlichkeit mich immer wieder an mir selbst zweifeln lässt.
Vielleicht ist das 'absurd', aber selbst das ist wieder ein relativer Begriff.
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Alt 09.08.2006, 22:56   #15 (permalink)
Zap
 
AW: Egoismus

Zitat:
Zitat von Mis
Die Liebe zum Mitleid ist es, was unsere Gesellschaft immer weiter ins Verderben zieht. Dem kann man nur mit einer gesunden Portion Egoismus entgegenwirken, ohne nicht auch mal mitleidig zu sein...
Da hat jemand wohl Nietzsche gelesen, aber nicht verstanden
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Alt 10.08.2006, 10:42   #16 (permalink)
Dry
 
AW: Egoismus

Ich wollte dich nicht persönlich angreifen Mis, die Formulierung mit unreif war vielleicht ein bischen hart und weit hergeholt. Ich fand eben nur, dass du es dir recht einfach gemacht hast mit der generellen Abneigung gegen die Menschheit. Was verannlasst dich denn dazu, diese Missmutigkeit zu verspüren und in den meisten Menschen die Dummheit zu sehen und sogar eine Abneigung gegen dich selbst zu haben?
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Alt 10.08.2006, 15:49   #17 (permalink)
Mis
 
AW: Egoismus

Zitat:
Zitat von Zap
Da hat jemand wohl Nietzsche gelesen, aber nicht verstanden
Nietzsche verstehen? Ich beziehe meine Ansicht kaum auf Nietzsche. Wer behauptet hier Nietzsche zu 'verstehen'?

Zitat:
Ich wollte dich nicht persönlich angreifen Mis, die Formulierung mit unreif war vielleicht ein bischen hart und weit hergeholt. Ich fand eben nur, dass du es dir recht einfach gemacht hast mit der generellen Abneigung gegen die Menschheit. Was verannlasst dich denn dazu, diese Missmutigkeit zu verspüren und in den meisten Menschen die Dummheit zu sehen und sogar eine Abneigung gegen dich selbst zu haben?
Habe Dich nie als beleidigend wahrgenommen, dafür müsste schon etwas mehr kommen (-;

Bezüglich der Veranlassung:
Ich gehe hinaus zu den Menschen, rede mit ihnen und dadurch mache ich mir unbewusst(!) ein Bild, einen Eindruck von diesen. Wenn es denn gar über die Standartfragen und Phrasen hinausgeht. So seltener wie es passiert, so unbefriedigender wird es. Ich stehe nicht am Straßenrand mit Schild: "Suche Gespräch", vielmehr ergeben sich diese zwangsläufig.
Jedoch spüre ich diese Missmut am aller stärksten wenn ich unter vielen Leuten unterschiedlichster Arten bin. Kein einfaches Unwohlfühlen, eine bedrückende Wut, die sich immer mehr aufbaut.
Wichtig hierbei ist: es geht um fühlen. Gefühle oder Neigungen sind da. Zwar haben diese ihre Gründe, aber oft liegen diese wohl unerreichbar zurück oder verborgen. Deswegen kann man nicht von 'veranlassen' sprechen.

Was mich im genauen stört kann ich sogar beschreiben, wenn auch nur teilweise. Ich habe schon mal das Wort Oberflächlichkeit angesprochen. Ich denke dies ist vielen auch hier ein Begriff und bedarf wenig Erläuterung.
Jedoch gibt es auch Kreise, in denen oberflächlich keine Oberflächlichkeit herrscht, wenn ihr versteht. Mit der Zeit wird jedoch die Tatsächlichkeit dieser immer wieder klar ( natürlich gibt es Ausnahmen).
Was mich zum anderen wütend macht ist, wie mit der Natur umgegangen wird.
Nein, "umgegangen" ist schon falsch, sie wird ignoriert. Behandelt, als sei sie bedeutungslos, Nebensache. Sowas macht mich wütend, da meine Eltern mir immer die notwendige Verbundenheit mit der Natur zeigten und ich mich so viel mit ihr beschäftigte, Spaß hatte, lernte. Ich schlief nicht im Wald, aber die Natur war seit jeher ein Teil meines Lebens. Mit der Zeit faszinierte sie mich immer mehr und ich fühle mich momentan in einer ständig erweiternden Beziehung zu ihr. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man ihr so wenig Bedeutung schenken kann, sie zerstört...ist denke ich mehr oder weniger logisch, warum mich das schlicht wütend macht.

Du hast auch die Abneigung gegen mich selbst angesprochen. ich bin ein Mensch, ich habe all die Schwächen und Stärken in mir, die auch jeder andere hat. Wenn ich hier vom hohen Podest über Oberflächlichkeit spreche, so geht diese auch an mir nicht vorbei, kann man sich vorstellen.
Die Lapalien, die neuzeitlichen Dummheiten lassen niemanden heute außen vor.
Wenn man dies selbst erkennt, ist das sehr ernüchternd. Da hilft, denke ich, nichts.
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Alt 18.03.2008, 13:27   #18 (permalink)
 
AW: Egoismus

ich denke, Egoisten sollten daran noch arbeiten, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch an die anderen.
Ich beobachte solche Egoisten tagtäglich in der S-Bahn: diese Menschen schreien rum, essen Döner, so das der ganze Wagen nach Zwiebeln riecht. Sie betrinken sich am WE und kotzen in der S-Bahn.

diese Art von Egoisten ist nur ein winziges Teil der riesegen Menge von Egoisten auf diesem Planeten.
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Alt 18.03.2008, 16:40   #19 (permalink)
 
AW: Egoismus

Off-Topic:
Zitat:
Zitat von Fiálka Beitrag anzeigen
ich denke, Egoisten sollten daran noch arbeiten, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch an die anderen.
Ich beobachte solche Egoisten tagtäglich in der S-Bahn: diese Menschen schreien rum, essen Döner, so das der ganze Wagen nach Zwiebeln riecht. Sie betrinken sich am WE und kotzen in der S-Bahn.

diese Art von Egoisten ist nur ein winziges Teil der riesegen Menge von Egoisten auf diesem Planeten.
Was ist daran Egoistisch, wenn er es nicht mehr halten kann. Außerdem ist es immer noch besser besoffen S-Bahn zu fahren als besoffen Auto zu fahren, also war er ja wohl doch um andere besorgt, die er im Straßenverkehr verletzen hätte können.
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Alt 18.03.2008, 17:13   #20 (permalink)
 
AW: Egoismus

Ich finde auch, das das mit Egoismus nich viel zu tun hat.
Nerven tut es, ekelig isses auch, aber nicht Egoistisch.
Egoistisch wäre es, wenn sich einer auf einen Viererplatz setzen würde und niemanden sonst hinsetzen lässt, selbst wenn es eine Familie ist.
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