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Einschränkuns-maniaPolitik und Gesellschaft - Die kleine Diskussionsecke: Ob politisches Weltgeschehen oder gesellschaftliche Probleme - diese Themen sind hier genau richtig. |
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#1 (permalink) |
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Einschränkuns-mania
Ich habe mir gerade im TV den Fraktionsvorsitzenden der FDP im niedersächsischen Landtag, Herrn Dr. Philipp Rösler gegeben. Ein mit 9 Monaten aus Vietnam adoptierter Mann, der auf Grund seines jungen Alters noch einigermaßen Kontakt mit der Wirklichkeit hat. Dementsprechend wurde also auch nach Jugenkriminalität usw. gefragt.
Abgesehen davon, dass ich mich größtenteils anschließen konnte, missfiel mir ein Punkt ganz gewaltig: Auch er war ein Freund der staatlichen Totalüberwachung - wollte es aber nur in Nebensätzen zugeben. Man musste schon hinhören, was er von einem wollte. Die aus seiner Sicht unbegründeten Kontrollen beibehalten und neue schaffen. Warum werden sie denn nicht einfach abgeschafft, wenn sie Blödsinn sind? Also sogar jemand, dem ich jetzt zugetraut hatte bis 3 zählen zu können, kam über eine Kritik an der Mehrwertsteuererhöhung nicht hinaus. Warum wird von diesem Staat - durch scheinbar jeden unterstützt - immer nur weiter reglementiert?
Seit ich denken kann erinnere ich mich nur an Einschränkungen. Es bricht sich auf immer kleinere Maßstäbe runter. Wer kennt nicht das "Betreten Verboten"-Schild, wo er früher noch spielte oder am Fluss baden ging. Und wenn der Fluss jahrelang umgeleitet wäre, dieses verdammte Schild würde da gültig hängen bleiben und man würde verknackt. Genau dieses Denken mein ich. Mir fehlt einfach die Einsicht, warum nur immer neue Mauern hochgezogen werden. Und wir das auch noch aktiv mitgestalten. Es ist uns oft nicht nur egal, wir wollen das auch noch?! Die Umstände von damals, als jene Gesetze nötig wurden, sind heute oft nicht mehr gegeben. Es nimmt ja langsam Züge an wie in Amerika, wo man noch gesetzlich Autos unter Planen verstecken soll, wenn die Pferde scheuen. Nur nehmen wir Deutschen Vergleichbares wirklich ernst und schmeissen es nicht einfach in den Papierkorb! Es geht mir prinzipiell um ein Gleichgewicht. Neue Bestimmungen wenn sie nötig werden, alte wegwerfen wenn sie nicht mehr akut sind. Der Mensch ist ein altes Gewohnheitstier, was einmal da ist wird strickt beibehalten. Und sei es der Fackellauf vor olympischen Spielen, der eine reine Nazi-Erfindung ist. Vorher gabs das gar nicht... aber war halt da, ja dann machen es die Engländer doch 1948 in London wieder, Nazis hassen ist eh schon 3 Jahr her! Alles was wir heute zulassen, werden wir wohl nie wieder los! Weitere wirklich zeitnahe Beispiele findet man in jeder Zeitung, wenn selbst Richter entscheiden, dass Gesetze des 20. Jhds einfach antiquiert sind. Hut ab vor Autoren wie Aldous Huxley. Brave new world klopft langsam unüberhörbar an! |
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#2 (permalink) |
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AW: Einschränkuns-mania
ich weiß jetzt nicht, ob irgendwelche urbanlegendenemails mit irgendwelchen angeblichen amerikanischen gesetzen eine gute diskussionsgrundlage sind, bin mir aber ziemlich sicher, dass ein staat der alles bestimmt und regelt dort drüben sicher noch kritischer gesehen wird als hier. die haben sogar ein wort dafür: nanny state.
woher dieser wunsch nach einem starken staat kommt, der einen beschützt weiß ich nicht so genau. aber es hat sicherlich damit zu tun, dass viele leute für sich selber einfach keine verantwortung übernehmen wollen. diese verantwortung wird dann an den staat abgegeben, über den man als sündenbock gut meckern kann. als ich diesen thread hier aufgemacht habe, bekam ich viel zu hören, dass die politiker sich ja viel besser mit "der materie" auskennen als die breite masse. ich persönlich bezweifle das, aber solang "die leute" das glauben wird dieses spiel auch nie aufhören. |
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#3 (permalink) |
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AW: Einschränkuns-mania
Freiheit war gestern, oder vorgestern.
Ich finde es auch krass das alles geregelt werden muss. Es gibt Bereiche da geht es nicht anders, aber es gibt auch viele Bereiche in denen es total überflüssig ist, erzeugt einen riesigen Verwaltungsaufwand und grenzt schon an Freiheitsberaubung. Ich sage nur Schäuble und co. Leider ist es so wie Dexter gesagt hat. Die Leute haben Schiss vor Verantwortung, deswegen muss Vater Staat für sie denken. |
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#4 (permalink) |
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AW: Einschränkuns-mania
"Den Schiss" bekommen sie für mich eigentlich nur dann, wenn man ihnen alte Freiheiten wiedergeben will. In dem Moment wenn publik wird, dass etwas gelockert/geändert/gelöst werden soll, finden sich 20 weitere Stimmen, die diesen Plan auf´s Schärfste kritisieren. Und direkt dafür sorgen, dass so etwas nie wieder vorkommt.
Ob das jetzt an der alternen Bevölkerungsstruktur liegt, die ja auch weltweit ein Fable für wohlbehütete "gated communities" haben (in Amerika ja auch der Renner!), ist dann ein, aber kein handfester, Erklärungsansatz. Aber bei den Neueinführungen ist es doch anders. Vorher ist es allen - bis auf wenige Fürsprecher und Gegner - egal. Und diese breite Masse stellt sich, oft ohne es aktiv so zu wollen, auf die Gegenseite. Ohne zu begreifen, dass es irgendwann auch einfach mal um´s Prinzip geht "nein!" zu sagen. |
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#8 (permalink) |
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AW: Einschränkuns-mania
Durch dieses Zeichen fühlen sich aber Pfeifenraucher vermutlich nicht angesprochen.
Vielleicht sollte man noch einen akustischen Warnton einbauen, damit auch Ältere bzw. Menschen mit Sehschwierigkeiten das Schild erkennen können? Nicht das sie dann auch wie Helmut Schmidt eine Anzeige am Hals haben und garnicht wissen warum. |
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