Gefangen


Schwarze Poesie Schwarzromantik, schwarze Gedanken, der Tod... Ihr dunklen Philosophen fühlt Euch hier zu Hause.

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Alt 20.05.2006, 21:35   #1 (permalink)
Gefangen

Wer diese Gedicht ohne mein Einverständnis kopiert oder vervielfältigt, verstößt gegen das Urherberrecht und muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

Gefangen

Der Tag ist hell, der Himmel klar.
Die Sonne zu grell, die Sicht rar.
Sehnlichst wünsch ich mir die Dunkelheit herbei,
denn nur zu später Stund fühle ich mich frei.
Doch ahnt ich nicht was in dieser Nacht
tief in mir emporsteigt und erwacht.
Von meinem ganzen Körper ergreift es besitz.
Die Kälte überzieht mich schnell wie ein Blitz.
Gefangen in eigenem Körper bin ich
und bald Herz und Seele zerbricht.
Der Körper wie ein Gefängnis
wird er mir zum Verhängnis.
Tränen strömen über mein Gesicht.
Bin ich verloren? Ich weiß es nicht.
Schmerz dringt in meine Seele nun.
Große Qualen lassen mich nicht ruh´n.
Und als erhörte der Engel der Nacht mein fleh´n,
kann ich das Messer auf dem Tische glänzen seh´n.
Warm fließt das Leben um zu zieh´n
und ich kann meinem Käfig entflieh´n.

Written by bluerose1983 alias S. D. Hoh (20.05.2006)
__________________
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bluerose1983 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2006, 09:55   #2 (permalink)
AW: Gefangen

moin
ehm ja, also wo fang ich an
ich freu mich erstmal das du doch mal wieder was eigenes von dir postest
und im großen und ganzen gefällt es mir auch gut, auch wen das thema doch eher traurig ist.
am anfang fand ich lässt es sich ein bisschen schwer lesen, aber dann wird es eigentlich immer besser

im großen und ganzen würd ich sagen ist es dir gelungen
__________________
Speed freak Monster
Toastao ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2006, 10:33   #3 (permalink)
AW: Gefangen

Zitat:
Zitat von Toastao
moin
ehm ja, also wo fang ich an
ich freu mich erstmal das du doch mal wieder was eigenes von dir postest
und im großen und ganzen gefällt es mir auch gut, auch wen das thema doch eher traurig ist.
Wat fröhliches wird es auch wohl nicht sein, wenn es unter dunkler Poesie steht . Ja, ich hab mich ma überwunden doch ma wieder was hier reinzuschreiben.

Zitat:
Zitat von Toastao
am anfang fand ich lässt es sich ein bisschen schwer lesen, aber dann wird es eigentlich immer besser

im großen und ganzen würd ich sagen ist es dir gelungen
Es soll auch zu Anfang schwer zu lesen sein, denn es soll vermitteln, dass die Person den Tag nicht so sehr mag und froh ist, wenn er sich dem Ende neigt, also die Nacht einbricht.
__________________
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bluerose1983 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2006, 12:55   #4 (permalink)
AW: Gefangen

Zitat:
Zitat von bluerose1983
Es soll auch zu Anfang schwer zu lesen sein, denn es soll vermitteln, dass die Person den Tag nicht so sehr mag und froh ist, wenn er sich dem Ende neigt, also die Nacht einbricht.
Dass könnte meine Wahrnehmung auch unterstriechen, dass das Gedicht am Anfang einen recht harten Klang hat. Die Konsonanten "r" machen das aus. Am Ende wird es dann immer sanfter, auch von der Wortwahl her, dass die Person froh ist, wenn die Nacht einbricht, wirklich fühlen kann. Deswegen hat mir auch ab diesem Teil das Gedicht besonders gefallen:

Zitat:
Tränen strömen über mein Gesicht.
Bin ich verloren? Ich weiß es nicht.
Schmerz dringt in meine Seele nun.
Große Qualen lassen mich nicht ruh´n.
Und als erhörte der Engel der Nacht mein fleh´n,
kann ich das Messer auf dem Tische glänzen seh´n.
Warm fließt das Leben um zu zieh´n
und ich kann meinem Käfig entflieh´n.
Da ist der Rhythmus auch flüssig und die ganzen Motive können richtig auf einen wirken. Natürlich ist die Atmosphäre dunkel, düster, dass es einen negativ stimmt.

Das, was ich aber interessant fand, war der Titel. "Gefangen", bekommt so eine andere Bedeutung für mich. Dunkelheit, ist hier Gewohnheit, und somit, ist der Tag ja auch so schwer für das lyrische Ich. Heißt dann auch, dass er sich im gefangenen Zustand nicht wehren kann/will, weil die Veränderungen angst machen. So wirkt es zumindest auf mich. Die zwei ersten Verse tuen auch ihren Effekt, weil sie zu dem sehr starken Kontrast dienen und somit die Dunkelheit noch intensivieren.

Schön gelungen!
Callisto ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2006, 13:07   #5 (permalink)
AW: Gefangen

Zitat:
Zitat von Callisto
Dass könnte meine Wahrnehmung auch unterstriechen, dass das Gedicht am Anfang einen recht harten Klang hat. Die Konsonanten "r" machen das aus. Am Ende wird es dann immer sanfter, auch von der Wortwahl her, dass die Person froh ist, wenn die Nacht einbricht, wirklich fühlen kann. Deswegen hat mir auch ab diesem Teil das Gedicht besonders gefallen:



Da ist der Rhythmus auch flüssig und die ganzen Motive können richtig auf einen wirken. Natürlich ist die Atmosphäre dunkel, düster, dass es einen negativ stimmt.

Das, was ich aber interessant fand, war der Titel. "Gefangen", bekommt so eine andere Bedeutung für mich. Dunkelheit, ist hier Gewohnheit, und somit, ist der Tag ja auch so schwer für das lyrische Ich. Heißt dann auch, dass er sich im gefangenen Zustand nicht wehren kann/will, weil die Veränderungen angst machen. So wirkt es zumindest auf mich. Die zwei ersten Verse tuen auch ihren Effekt, weil sie zu dem sehr starken Kontrast dienen und somit die Dunkelheit noch intensivieren.

Schön gelungen!
Danke für dein Lob. Und gut zu wissen, dass das Gedicht seine Wirkung nicht verfehlt. Aber was dieses Gedciht aussagen soll, weiß oft nur der Schreiber, aber zu sehen, was interpretiert wird, kann einen sehr faszinieren und auch eine andere Sicht auf das eigenen Werk ermöglichen. Ob die Person sich nicht wehren kann oder will, kann man hier raus nicht erkennen. Aber man soll fühlen, dass sie gefangen ist. Hmm was genau meinst du kit Veränderungen? Veränderungen im allgemeinen, die hier nicht ersichtlich sind oder eher was spezielles?
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bluerose1983 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2006, 13:10   #6 (permalink)
AW: Gefangen

nimms mir bitte nicht übel, blue

aber

rar: selten, knapp (lat rarus = selten, knapp)
insofern ergibt die zweite zeile keinen sinn.

rhythmisch geschickter wäre es auch IMHO wenn da ein "ist" eingeschoben worden wäre.
__________________
Das Benzin des Wassers wird proportional am Feuer gemacht.
Aaron T. Richter


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vergeben
Dexter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2006, 13:14   #7 (permalink)
AW: Gefangen

Zitat:
Zitat von bluerose1983
.Aber was dieses Gedciht aussagen soll, weiß oft nur der Schreiber, aber zu sehen, was interpretiert wird, kann einen sehr faszinieren und auch eine andere Sicht auf das eigenen Werk ermöglichen.
Das sprichst du mir aus der Seele Ich finde, dass Interpretationen oder Kritiken das Gedicht erst vollkommen machen.

Zitat:
Ob die Person sich nicht wehren kann oder will, kann man hier raus nicht erkennen. Aber man soll fühlen, dass sie gefangen ist. Hmm was genau meinst du kit Veränderungen? Veränderungen im allgemeinen, die hier nicht ersichtlich sind oder eher was spezielles?
Ja, im Gedicht selbst nicht, aber auf mich wirkt es so. Man hat ja seine eigenen Assoziationen. Mich würde jetzt interessieren, was du mit deinem Gedicht aussagen wolltest.

Veränderung, denke ich, wieder ins Licht zu gehen. Das Gefängnis zu durchbrechen. Frei sein, heißt auch, dass man verletzlich ist, neue Dinge zu erleben. So etwas, habe ich zwischen den Zeilen empfunden.

Ach ja, schön wieder von dir etwas zu lesen
Callisto ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2006, 13:17   #8 (permalink)
AW: Gefangen

Zitat:
Zitat von Dexter
nimms mir bitte nicht übel, blue

aber

rar: selten, knapp (lat rarus = selten, knapp)
insofern ergibt die zweite zeile keinen sinn.

rhythmisch geschickter wäre es auch IMHO wenn da ein "ist" eingeschoben worden wäre.
Durch die grelle Sonne hat man nur wenig Sicht. Man kann rar als wenig/kaum auslegen. Kannst du mir ma sagen was IMHO heißt? Wenn es rhytmisch fließender oder passender geworden wäre, dann wäre die gewollte Stimmung des Unwohlfühlends oder so zu Anfang entschwunden.

P.S. Nehme ich nicht übel. Deine Kritik ist so vollkommen ok

@ callisto: Danke, hat mich agnz schön viel Überwindung gekostet, aber ich dachte mir, versuch es doch noch einmal. Man wird sehen, was kommt.

Zitat:
Zitat von callisto
Veränderung, denke ich, wieder ins Licht zu gehen. Das Gefängnis zu durchbrechen. Frei sein, heißt auch, dass man verletzlich ist, neue Dinge zu erleben. So etwas, habe ich zwischen den Zeilen empfunden.
Hmm Veränderung in einem anderen Sinn, den nicht viele nachvollziehen können. Denn in das Licht kann die Person ja nicht kehren zumindest nicht in das irdische Licht, wenn man die letzten Zeilen bedenkt.
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bluerose1983 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.05.2006, 13:24   #9 (permalink)
AW: Gefangen

imho= in my humble opinion ~ nur meine ansicht, soll nicht zwingend deine werden, ich sehe es nicht als allgemeingültiges gesetz an, alle anderen dürfen das anders sehen, ohne dass sie in meinen augen schlechte menschen werden.

rar=kaum...hm hmhm kann man so auslegen, aber hört sich für mich einfach ungebräuchlich/falsch an.
ich persönlich würd da lieber was umschreiben, als zu versuchen nur aufgrund des reims jetzt eine erklärung zu konstruieren.
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Dexter ist offline   Mit Zitat antworten

Alt 21.05.2006, 13:40   #10 (permalink)
AW: Gefangen

ich find das gedicht auch gelungen, jedoch würde ich auch noch ein "ist" einbauen:
"Der Tag ist hell, der Himmel klar.
Die Sonne zu grell, die Sicht ist rar."

so in der art.
aber wenn es deine absicht war, es auszulassen, damit es sich schwieriger und nicht so flüssig liest, dann ist es auch ok
crawling ist offline   Mit Zitat antworten
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