Gesundheitsreform?


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Alt 20.06.2006, 07:53   #1 (permalink)
Gesundheitsreform?

Hi Leudde,


derzeit ist doch eine riesige Diskusion über unsere Gesundheitsreform im Gange.
Man spricht da von 5€ pro Arztbesuch, (was meiner Meinung nich thilft, da die, die dem Gesundheitssystem, meiner Meinung nach, wirklich auf der Tasche liegen (ich bestreite jede Absicht dieser Leute) (nachzulesen hier: http://www.boardplanet.net/uberalter...en-t18589.html)

Nun ist ein Gesundheitsfond im Gespräch, de rwohl von allen favorisiert wird.
Dieser sieht so aus, das in diesen Fond von Arbeitgeber und -nehmer sowie der Staat einzahlen.

Irgendwie klingt das für mich sehr nach dem Rentenfond, der ja bekanntlich nicht erst seit heute kurz vorm kollaps ist, da das Verhältnis zu Alt und Jung zugunsten der Alten verändert hat, und auch die Arbeitslosen immer mehr werden und es somit keine Einzahlenden gibt.

Ich weiss nicht, aber das Modell scheint mir auf dem Papier ok, aber sonst nicht durchsetzbar. Die Probleme werden weiterhin sein, wenn nicht sogar schlimmer, weil die gleichen Probleme wie beim Rentenfond dazu kommen, zumal dieser ja nicht nur (aber doch sehr häufig) die alten Leute versorgen muss, sondern auch von Babys/ Kleinkindern bishin zu eben diesen Alten.

Eure meinung ist gefragt.
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Der Himmel ist deshalb so grau, weil alles Blaue schon heruntergelogen wurde.
richieguitar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2006, 15:10   #2 (permalink)
AW: Gesundheitsreform?

fernab von fondmodell oder ähnlichem wäre für mich persönlich das fairste wenn ein jeder deutscher staatsbürger, ganz egal welcher klasse er angehört, den genau selben betrag einbezahlt. man könnte das ergänzen durch private sozusagen freiwillige leistungen, damit diejenigen die mehr mittel zur verfügung haben trotzdem mehr bekommen können als die lausige regelleistung.

was sich lieder abspielt ist viel mehr das gesamte sytem zu lasten der arbeitnehmer zu legen. private immer noch ihre seltsamen elite-versicherungen machen zu lassen und arbeitnehmer zu entlasten aus der illusion heraus dann gäbs wieder mehr arbeitsplätze.

und was mich am jetzigen system sehr stört ist, dass bekannt ist dass die kassen nicht wirtschaftlich arbeiten, dass sie einerseits immer mehr geld einnehm (müssen) und andererseits aber lieber vorstandsgehälter erhöhen als auch mal ne entlastung der mitglieder zuzulassen wenn es möglich wäre. warum? weil der anspruch nicht mehr stimmt, weil sowieso jeder gezwungen ist einzubezahlen.

eine krankenversicherung (und davon muss es keine 30 verschiedenen geben) sollte ein topf sein in den die komplette gemeinschaft einbezahlt mit dem ziel den bedürftigen im bedarfsfall unbürokratisch aus eben diesem topf gelder geben zu können. wo in diesem modell gibt es also vorstände, die aus den beiträgen unsummen bezahlt haben müssen allein ihrer existenz wegen oder 30-ausnahmeregelungen warum irgendwer nicht einbezahlen müsste...
terrorist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2006, 22:24   #3 (permalink)
AW: Gesundheitsreform?

Zitat:
Zitat von richieguitar
Irgendwie klingt das für mich sehr nach dem Rentenfond, der ja bekanntlich nicht erst seit heute kurz vorm kollaps ist, da das Verhältnis zu Alt und Jung zugunsten der Alten verändert hat, und auch die Arbeitslosen immer mehr werden und es somit keine Einzahlenden gibt.
Rentenfond...???
Was verstehst Du darunter? Ich habe bisher von solchen Fond´s nur von Versicherungen (private) mitbekommen, bzw. der sogenannten Riester-Rente.
Bei der Rente kann es sich heute wirklich so darstellen als wären die "Alten" den "Jungen" gegenüber besser gestellt.
Wie es mal aussehen könnte ist noch Zukunftsmusik und läßt, gerade von Versicherungen, zu mannigfaltigen Spekulationen verleiten.
Versicherungen haben hier ja auch ein nicht von der Hand zuweisendes Eigeninteresse. Daher ist diese Art der zusätzlichen Versicherung/Absicherung zu einer fragwürdigen Sache geworden.
Der geplante "Gesundheitsfond" würde gerade zu lassten der "Alten" gehen, da die ja dann bei ihren häufigen Arztbesuchen zahlen müßten.
Wie es da mit Befreiung von der Gebühr aussieht, auch bei chronisch Kranken, weis ich bisher nicht.


Zitat:
Zitat von terrorist
fernab von fondmodell oder ähnlichem wäre für mich persönlich das fairste wenn ein jeder deutscher staatsbürger, ganz egal welcher klasse er angehört, den genau selben betrag einbezahlt. man könnte das ergänzen durch private sozusagen freiwillige leistungen, damit diejenigen die mehr mittel zur verfügung haben trotzdem mehr bekommen können als die lausige regelleistung.
Was ist dann mit den sogennanten Geringverdienern?

Zitat:
Zitat von terrorist
eine krankenversicherung (und davon muss es keine 30 verschiedenen geben) sollte ein topf sein in den die komplette gemeinschaft einbezahlt mit dem ziel den bedürftigen im bedarfsfall unbürokratisch aus eben diesem topf gelder geben zu können. wo in diesem modell gibt es also vorstände, die aus den beiträgen unsummen bezahlt haben müssen allein ihrer existenz wegen oder 30-ausnahmeregelungen warum irgendwer nicht einbezahlen müsste...
Würdest Du dies bitte etwas verständlicher erläutern.
Ich bin durch diesen Text nicht ganz durchgestiegen.
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Ummon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2006, 00:14   #4 (permalink)
AW: Gesundheitsreform?

geringverdiener... da haben wir schon den ersten punkt an den ich nicht gedacht habe. nur ist die frage ab wann ist man geringverdiener? ich denke wer heute keine sozialversicherungsbeiträge bezahlt (400-euro jobs) sollte dann eben auch nicht zur kasse gebeten werden. meiner meinung nach ist es aber so oder so gesehen falsch beiträge zum sozialen system und steuerbeiträge immer so arbeitsfixiert zu regeln, genau das macht uns ja von einer vollbeschäftigung abhängig die faktisch nicht zu erreichen ist.

gut aber darum solls nicht gehen. also geringverdiener, soziale härtefälle, arbeitslose, etc... wie gehabt befreit. aber der großteil der gesellschaft sollte einzahlen müssen und zwar nicht in stände unterteilt wie eben heute. auf den ersten blick scheint mir das fair. auf den zweiten ists vielleicht doch fairer wie heute prozentual einzukassieren, vielleicht sogar nötig... dazu weis ich zuwenig wie krankenversicherungen arbeiten.

für mich stellt sich das hauptproblem doch darin dar, dass ärzte unglaublich untransparent abrechnen können. gerade die privatversicherungen zahlen oft ohne nachfrage den 3x satz und auch bei den gesetzlich versicherten patienten ist doch ein gewisser missbrauchsfaktor da. man hat versucht dem entgegenzuwirken indem man nur noch pauschalen bezahlt, jetzt sind die ärzte dazu übergegangen einfach wesentlich mehr termine und unötige untersuchungen anzusetzen, einfach um immer wieder den selben regelsatz abzurechnen. einem hartz-iv empfänger würde man sozialbetrug vorwerfen, ärzte dürfen das...

was ich oben angesprochen habe war einfach dass es nicht sein kann dass es unendlich viele verschiedene krankenversicherungen gibt in denen zig-mal die selben kostenintensiven posten besetzt werden und das geld der gemeinschaft, die sich solidarisch gegenseitig versichern will, allein schon für ne handvoll vorstände und untergeordnete "manager" draufgeht. für was brauchen wir mehr als eine krankenversicherung? sie leisten alle den selben sehr geringen regelsatz und sie führen auch intern monetäre ausgleiche durch... da geht einfach geld verloren.

mein zweiter punkt war die privat versicherten auch dazu zu zwingen in das gemeinschaftsmodell einzubezahlen, es darf einfach keine 2 stände mehr geben. ich fürchte halt, würde man soetwas anpacken, dann gäbs doch ziemlich schnell x-ausnahmeregelungen warum irgendwer nicht zahlen müsste und damit meine ich nicht die leute die eh keine mittel übrig haben.

so und das alles hatte wohl nur am rande was mit der 20. gesundheitsreform zu tun, tut mir leid wenns zu weit ab vom schuß ist.
terrorist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2006, 07:56   #5 (permalink)
AW: Gesundheitsreform?

Zitat:
Zitat von terrorist
für was brauchen wir mehr als eine krankenversicherung? sie leisten alle den selben sehr geringen regelsatz und sie führen auch intern monetäre ausgleiche durch... da geht einfach geld verloren.
Mit Sicherheit hast du Recht, wenn du sagst, dass wir nicht so viele Krankenkassen brauchen, wie wir haben. Wobei die Zahl 30 - wenn überhaupt - lediglich die Zahl der Kassen ohne die BKKen ist.
In der Bild stand letztens eine Zahl, die sich - ich glaube - um die 250 abspielte. Dort stand ebenfalls, dass - ich nehme mal an per Gesetz; weiß ich nich mehr genau - die Krankenkassen dazu angehalten werden sollen sich zusammenzuschließen, in dem man ihnen vorschreibt, dass sie mindestens 1.000.000* Versicherte haben müssen, um weiter bestehen zu dürfen. Davon gäbe es wohl 100 Stück.

Gut fände ich eine Fusion der Kassen, da sich dann hoffentlich die Zahl der Vorstände und Manager verkleinern würde. Wenn man dann allen Vorstandmitgliedern ein paar (Zehn)Tausender weniger im Jahr zahlen würde, wäre das Defizit wahrscheinlich plötzlich gar nicht mehr sooooooo groß.
Allerdings könnten durch Fusionen Arbeitsplätze verloren gehen. Selbst wenn dann nur 1/4 der Angestellten entlassen werden würden, wäre das auf alle Krankenkassen hochgerechnet sicher ein paar Tausend Arbeitsplätze.
Ist also die Frage, wie weit man bei Fusionen gehen dürfte.


*Bin mir bei der Zahl nicht ganz sicher.

Zitat:
Zitat von terrorist
mein zweiter punkt war die privat versicherten auch dazu zu zwingen in das gemeinschaftsmodell einzubezahlen
Ist sicher ein guter Gedanke. Aber hiergegen werden die Privatversicherten Sturm laufen und deren Versicherer würden sich ihnen vielleicht sogar anschließen.

Und um mal auf die Eingangsfrage zurückzukommen:

Ich halte eher weniger von dem was jetzt geplant ist.
Die 5 € halte ich schon für Schwachsinn, da das doch nur zu noch mehr Papierkrieg führen würde.

Und was diesen Fond angeht, denke ich, dass das nur dann etwas bringen würde, wenn wirklich jeder (Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Beamte, Politiker, etc.) einzahlt.
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Ladida
Manni ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2006, 13:42   #6 (permalink)
AW: Gesundheitsreform?

Bei einem möglichen Gesundheitsfond werden denke ich wieder die rausgenommen, die nichts zahlen können, weil sie eben kaum Geld haben. Darunter fallen dann leider auch wieder viele Renter. Eben die die dem Gesundheitssytem heute schon massiv Schaden zufügen.
wenn si ein Fond kommen sollte, dann bin ich der Meinung, das es keinen festen Betrag für alle geben sollte, sondern das ein gewisser Prozentsatz des Gehaltes abgehen sollte.

@Ummon

mit dem Rentenfond meine ich die staatliche Rente, also das was Adenauer damals geschafffen hat mit dem so genannten "Generationenvertrag" Also das die Arbeitende Bevölkerung in einen "Topf" zahlt aus dem die Alten bezahlt werden.
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richieguitar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2006, 19:37   #7 (permalink)
AW: Gesundheitsreform?

Zitat:
Darunter fallen dann leider auch wieder viele Renter. Eben die die dem Gesundheitssytem heute schon massiv Schaden zufügen.
unter wirtschaftlichen gesichtspunkten durchaus richtig aber ich glaube die formulierung ist fast diskriminierungswürdig... also da würd ich mich zurückhalten bedürftige ihrer bedürftigkeit wegen auch noch anzuklagen.
terrorist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2006, 19:54   #8 (permalink)
AW: Gesundheitsreform?

Ich klage niemanden an, ich zähle nur die Tatsachen auf.

Leider ist es nunmal so, das die chronisch Kranken, also die die wirklich regelmäßig zum Arzt gehen müssen, nicht sonderlich viel Geld haben, da ihre Krankheit sie einschränkt in ihrer Berufsauswahl. Folge weniger Geld, Folge sie fallen unter ein gewisses Maß.

ich will hier niemanden anklagen, nur ist es Realität was ich hier beschreibe.
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richieguitar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2006, 21:34   #9 (permalink)
AW: Gesundheitsreform?

Zitat:
Zitat von richieguitar
Bei einem möglichen Gesundheitsfond werden denke ich wieder die rausgenommen, die nichts zahlen können, weil sie eben kaum Geld haben. Darunter fallen dann leider auch wieder viele Renter. Eben die die dem Gesundheitssytem heute schon massiv Schaden zufügen.
Wobei sie dies nicht selbst Verschuldet haben.
Woran es fehlt sind sozialversicherungsplichtige Arbeitsplätze um das bisherige, oder auch neue, Gesundheitssystem zu stabilisieren.
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Ummon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.06.2006, 08:07   #10 (permalink)
AW: Gesundheitsreform?

Nicht nur für das Gesundheitssystem sind die Arbeitsplätze wichtig, auch für das Rentensystem.
Und wenn ich da höre, das die Allianz wieder angekündigt hat knapp 7500 Stellen zus treichen, rückt sowas wohl in sehr weite ferne.

http://www.tagesschau.de/aktuell/mel...644584,00.html
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richieguitar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.06.2006, 15:14   #11 (permalink)
AW: Gesundheitsreform?

ist es also nachvollziehbar dass sozialversicherungsbeiträge und/oder steuerabgaben nicht mehr alleinig durch den faktor arbeit zu tragen sind? ich finde die fixierung auf eine nie erreichbare vollbeschäftigung ist für das ganze system mehr oder minder schädlich.
terrorist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.06.2006, 00:27   #12 (permalink)
AW: Gesundheitsreform?

Zitat:
Zitat von terrorist
ist es also nachvollziehbar dass sozialversicherungsbeiträge und/oder steuerabgaben nicht mehr alleinig durch den faktor arbeit zu tragen sind? ich finde die fixierung auf eine nie erreichbare vollbeschäftigung ist für das ganze system mehr oder minder schädlich.
Wenn es Teilzeitbeschäftigung gibt von der man leben (als Single) oder auch seine Familie ernähren kann, dann hätte ich nichts dagegen einzuwenden auch Teilzeit zu arbeiten.
Wovon sollten denn Deiner Meinung nach die Sozialversicherungsbeiträge und die Steuereinnahmen ihre Finanzierung bekommen, wenn nicht durch Vollzeitbeschäftigte, die ja auch nach höhe ihres Einkommens eben mehr in dieses soziale System einbezahlen könnten?
Wenn alle Arbeitlosen dadurch wieder einen Arbeitsplatz bekämen, das die Wochenarbeitszeit für "alle Anderen" gesenkt würde, und diese wie gesagt davon auch leben könnten, dann wäre diese schöne utopische Arbeitswelt für mich ein erstrebenswertes Ziel.
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Ummon ist offline   Mit Zitat antworten

Alt 23.06.2006, 02:46   #13 (permalink)
AW: Gesundheitsreform?

das ist vielleicht garnicht so ein unkreativer ansatz... darum gings mir aber nicht. mit vollbeschäftigung verweise ich auf die illusion es gäbe genügend arbeit alle menschen in eben selbige zu bringen, das ist nämlich zunehmend immer weniger der fall. ne diskussion darüber hat aber wohl weniger mit der gesundheitsreform an sich zu tun. da können wir uns gern in nem eigenen thread unterhalten.
terrorist ist offline   Mit Zitat antworten
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