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HaustürenGedichte und Geschichten (unbekannte Dichter) Ihr habt ein neues Gedicht oder eine Geschichte geschrieben? Bitte postet es hier... |
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#1 (permalink) |
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Haustüren
(nur was ganz kurzes...)
Er steht vor seiner Haustür und atmet die kühle, schmutzige Luft tief ein als hätte er darauf Jahre gewartet. Vor ihm liegt der beschauliche Platz auf dem im Sommer die Tauben umherspazierten und er mit einer Freundin auf der Bank gesessen und Bier getrunken hatte. Damals war er nur zu Besuch. Den Weg vom Bahnhof nach hier ist er in dieser Zeit oft gegangen, immer mit einem breiten Lächeln im Gesicht und stets mit dem Gefühl erfolgreich geflüchtet und mitten in seinem neuen Leben zu sein. Sein neues Leben? Zumindest war es damals die Vorstellung davon. Jeder Besuch bei Freunden hatte ihn umso mehr dazu getrieben, sein Leben vollständig in die Hand zu nehmen und dort hinzugehen, wo er sich wohl fühlt. Und wohlgefühlt hat er sich meist nur, wenn er die Menschen in den Strassen sah, deren Geschichte er nicht kannte. Es war stets das genaue Gegenteil von dem, was er bislang kannte. Zu Hause in seinem winzigen Ort kannte man ihn. Zwar war er seit Ewigkeiten nicht mehr länger vor die Tür gegangen, als der Weg bis zu seinem Auto in Anspruch nahm, aber trotzdem wussten alle, wer er war. Die Leute kannten seine Eltern, deren Geschichte und ihre Kinder. Die wenigsten persönlich, die meisten durch das dörfliche Nachrichtennetzwerk, was seine journalistischen Instrumente auf Tratsch und dummes Gerede beschränkt. Oft hatte er sich still amüsiert gefragt was wohl die Leute über ihn dachten. Die Entrüstung der Nachbarn über die Tatsache, dass eine ganze Zeit lang seine Rolladen im Schlafzimmer nicht vor 13 Uhr hochgingen, konnte er förmlich riechen. Andere stiegen just in dem Moment in ihre Autos um zur Arbeit zu fahren, als er gerade nach Hause kam und hundemüde die Tür aufschloss. "Was führt der bloss für ein Leben?", "Ist der denn ständig unterwegs?", "Normal ist der aber nicht, oder?". Das waren die Fragen, die sie sich stellten. Zumindest in seiner Vorstellung. Völlig daneben lag er damit wohl nie. Argwöhnische Blicke am Geldautomaten bestätigten ihn dabei. Das Bild von seiner Umgebung beschränkte sich beinahe vollständig auf diese Menschen und ihr Misstrauen gegenüber Unbekanntem, langen Haaren und der einfachen Tatsache, dass sie rein gar nichts über ihn wussten und deshalb Dinge erfinden mussten. Natürlich konnten kaum alle Leute dort so oberflächlich sein, aber einem anderen Gedanken gab er keine Chance mehr. Sein Heimatort hatte ihm die Luft zum atmen genommen und deshalb musste er fliehen. Innerhalb eines Jahres verketteten sich die Ereignisse und spielten ihm immer wieder gute Karten zu, so dass er stets nur das ausspielen musste, was ihm in den Schoss fiel. Eine Zukunft baute sich auf und er war raus. Aber ist es nun besser vor seine Tür zu treten und zu wissen, dass ihn niemand kennt, sich niemand für ihn interessiert und sich niemand hier Gedanken um ihn macht? Ist das besser als negativ und geheimnisvoll aufzufallen? Auf jeden Fall ist es als ob ein Glühwürmchen aus dem Dunkel ins Helle kommt und sein Leuchten plötzlich nicht mehr auffällt. Untergehend in der Masse und nur noch einer von Millionen. Ob es das ist, was ihn glücklich macht und wie sehr die Opfer, die er bringen musste, sich in sein Fleisch schneiden, muss er erst noch herausfinden. Schliesslich steht er noch ganz am Anfang und muss nun erst einmal eine Buchhandlung finden. Dann geht er los und denkt dabei an die Leute, die er zurückgelassen hat und beschliesst sie am Wochenende zu sich einzuladen.
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Die beste Chance die ihr je hattet! (Ich war mit TV Smith pissen!) "Aus dem Hintergrund müsste Lahm schiessen." |
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#4 (permalink) |
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AW: Haustüren
wunderbar
![]() ein verschriftlicher gedankengang, wie ich den auch öfters habe, wenn etwas wichtiges oder sehnlichst erwartetes bevorsteht. ich finds cool und ich frage mich gerade, wie ich es wohl aufnehmen würde, wenn ich ebenfalls ganz alleine an einen ort ziehen würde an dem ich erstmal keinen kenne. hmm
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#5 (permalink) |
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AW: Haustüren
kann nur den beiden zustimmen... das ist so real, da sieht man schon direkt die ganzen bilder vor sich. gefällt mir richtig gut!! man findet sich wieder überall. diese unsicherheit, wenn alles neu ist, in der situation befindet man sich ja immer wieder im leben...
gibt irgendwie einem zu grübeln... *mitakeeinstimm* hmmmm...
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You'll never shine if you don't glow... |
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