Krieg in Georgien


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Alt 11.08.2008, 15:26   #1 (permalink)
Ausrufezeichen Krieg in Georgien

Ich finde es erstaunlich wie sehr Olympia so ein brisantes Thema untergehen lässt.
Immerhin geht es hier indirekt um einen Krieg zwischen den Großmächten USA und Russland. Und auch der Raum für Verschwörungstheorien wurde wieder großzügig frei gelassen. Fängt bei dem Datum 8.8.08 an (Olympia ist ein schönes Ablenkungsmanöver), geht über die Bewaffnung Georgiens durch die USA, den Präsidenten Saakaschwili der gerne als US Zögling bezeichnet wird bis zu einem Pipelinebau durch Georgien. Psst wieder mal alles wie die Faust aufs Auge.

Das kann noch was werden!

Hier gibts ein paar Hintergründe:
http://www.rp-online.de/public/artic...-Kaukasus.html
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Mr. White ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2008, 20:05   #2 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Das Georgien sich gerne zum Spielball der USA macht ist klar.
Trotzdem kann ich nicht verstehen, wie man SO dumm sein kann. Wieso greift Georgien Russland an? Glauben die ernsthaft die USA würden zur Verteidigung in einen offen Krieg ziehen?
Georgien kann Glück haben, wenn Russland es nicht komplett einnimmt, weil sie einfach die Schnauze voll haben...

Edit: Wobei ich nochmal klar stellen möchte, dass ich Russlands Krieg damit nicht rechtfertigen möchte. Ich bin per se gegen Krieg.
Cold Blood ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2008, 22:30   #3 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

@Cold Blood
Georgien hat Russland angegriffen?

Ist mir so zwar neu, aber die Informationen sind ja auch widersprüchlich.
Siehe hierzu: http://www.tagesschau.de/ausland/georgien266.html

Bleibt abzuwarten ob Russland wirklich Georgien annektieren will.
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Ummon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2008, 23:09   #4 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Georgien einnehmen? Ihr habt wohl zu viele Afghanistan-Dokus der 1980er Jahre geschaut.
Wenn die so wenig aus ihrer eigenen Geschichte gelernt haben, könnten wir getrost noch ein drittes Mal auf Moskau vorzustoßen.

Ernsthaft, die Russen zeigen jetzt mal ordentlich wer der Chef ist und werden dabei dermaßen über die militärischen Stränge schlagen, dass sie nachher vor irgendwelchen Kommissionen zurückrudern, alles relativieren, sich ansatzweise entschuldigen und den ganzen Vorfall als Warnung an alle Gegner Russlands richten. Und dann haben sie ihr Ziel erreicht, nämlich dass alle aufmuckenden Randstaaten sich wieder vor der Heimat von Hammer&Sichel fürchten und ihre Politk etwas russlandfreundlicher gestalten.
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Captain-Subtext ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.08.2008, 23:16   #5 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Ja, das kann was werden. Russland würde zwar sicher nicht ganz Greorgien besetzen, da hätte die NATO dann doch was dagegen, aber die Schlacht um Südossetien könnte Greorgien gar nicht militärisch gewinnen. Selbst wenn das Arsenal nicht aus grossteils älteren sowjetischen Fahrzeugen besehen würde, könnte Greorgien nicht die nötige Stärke aufbringen.
Da kann nur noch die NATO den Finger heben, und versuchen die Sache am Runden Tisch klären. Mal sehen was da noch kommt.
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Xaicon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2008, 09:57   #6 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

So wie ich das verstanden habe sind die Georgier in Südossetien eingerückt. Eine Region, die zwar Völkerrechtlich zu Georgien gehört, jedoch autonom ist.
Aus dieser Region kamen, laut georgischen Medien immer wieder Angriffe auf das georgische Staatsgebiet.
Um dem Einhalt zu gebieten sind die da einmarschiert.
Da aber in Südossetien sehr viele Russen leben musste das Mutterland diese Schützen und schlägt Georgien zurück.
Nun bleibt abzuwarten wie weit das geht.
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richieguitar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2008, 11:15   #7 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Das Problem ist das die Unabhängigkeit von Südossetiennie nie wirklich anerkannt wurde.
Da spielen wohl auch die USA eine Rolle. Siehe Pipeline, Geopolitische Lage etc.
Rußland kontert mit dem Argument das es die eigenen Staatsbürger schützen muss.
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Mr. White ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2008, 11:34   #8 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Zitat:
Zitat von Mr. White Beitrag anzeigen
Rußland kontert mit dem Argument das es die eigenen Staatsbürger schützen muss.
... und deswegen unverblümt nach kürzester Zeit Wohngebiete ohne militärische Ziele attackiert?
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Alp.traum ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2008, 12:36   #9 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Ja, so sind die drauf. Allerdings beide Seiten.
Wahrscheinlich versuchen die den Mangel an militärischen Zielen zu Kompensieren ...
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Mr. White ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2008, 18:01   #10 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Was mich wundert, wie schnell Russland ne streitfähige Armee dorthin geschickt hat.
Die Friednstruppe die die mal da staioniert haben, wird wohl kaum stark genug gewesen sein.
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Der Himmel ist deshalb so grau, weil alles Blaue schon heruntergelogen wurde.
richieguitar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2008, 19:13   #11 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Zitat:
Zitat von richieguitar Beitrag anzeigen
Was mich wundert, wie schnell Russland ne streitfähige Armee dorthin geschickt hat.
Die Friednstruppe die die mal da staioniert haben, wird wohl kaum stark genug gewesen sein.
Die Querälen gehen ja schon etwa zwei Monate. Seit Anfang Juli halten die Beiden auch schon ihre obligatorischen Militärübungen direkt an der Grenze ab, und werfen sich gegenseitig vor, mit Kampfflugzeugen in den jeweilig anderen Luftraum eingedrungen zu sein.
Das hat man hier nur nicht so mitbekommen.

Zitat:
Zitat von Alp.traum Beitrag anzeigen
... und deswegen unverblümt nach kürzester Zeit Wohngebiete ohne militärische Ziele attackiert?
Das hast Du aber in jedem Krieg. Gleiches wurde auch den Amis vielen Konflikten vorgeworfen.
Man muss bedenken dass die angrreifenden Truppen teilweise leicht über 30 km entfernt sind, und dass diese vielleicht von Feindaktivitäten wussten, und zu wissen glaubten.
Da kann, gerade wenn die beiden mehr oder weniger die gleiche Bewaffnung nutzen, schnell mal gesagt werden, dass es der andere war, oder ein Angriff auf feindliche Truppenstationen als Zerstörung von zivilen Einrichtungen dargestellt werden. Das ist im Irak ja auch schon passiert, wo sich Iraker Kampfverbände in einer Moschee versteckt hatten.
Ist natürlich keine Entschuldigung, und ich will auch nicht sagen das da nix dran ist. Es ist nur nicht immer genau so, wie man es hier mitbekommt.
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Xaicon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2008, 23:21   #12 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Zitat:
Zitat von Ummon Beitrag anzeigen
@Cold Blood
Georgien hat Russland angegriffen?

Ist mir so zwar neu, aber die Informationen sind ja auch widersprüchlich.
Georgien hat ein autonomes Gebiet angegriffen, dass zum großen Teil von Russen bewohnt wird. Das ist auch als Kriegsauslöser in den Medien unbestritten.

Wie Russland aber zur Zeit vorgeht finde ich allerdings stark kritikwürdig. Wenn sie Georgien einnehmen wollen, dann sollen sie das von mir aus machen. Aber das Land hat sich ja de facto schon ergeben - jetzt noch gegen die Zivilbevölkerung vorzugehen ist einfach nur unnötig.
Cold Blood ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.08.2008, 23:50   #13 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Zitat:
Zitat von Cold Blood Beitrag anzeigen
Georgien hat ein autonomes Gebiet angegriffen, dass zum großen Teil von Russen bewohnt wird. Das ist auch als Kriegsauslöser in den Medien unbestritten.
Schön, aber Südossetien ist damit immer noch nicht Russland.
Aber Schwam drüber.
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Ummon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2008, 11:37   #14 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Der Krieg in Georgien war doch schon entschieden, als er begonnen hatte. Ein autonomes Gebiet wurde angegriffen. Die Kommentare und Beschuldigungen des Völkermordes ließen auch nicht lange auf sich warten. Ganz schnell ist so eine ähnliche Situation wie damals im Kosovo entstanden. Da waren die Amerikaner für die Unabhängigkeit des autonomen Gebietes und haben diese letztlich auch nahezu allein durchgesetzt. Im Falle Südossetien handeln sie nun genau anders herum. Nachvollziehbar ist das zwar, aber dennoch sehr problematisch.

Ich tippe mal darauf, dass der durch den Kosovo entstandene völkerrechtliche Präzidenzfall von den Russen dazu benutzt wird, Abchasien und Südossetien als eigenständige Republiken anzuerkennen.
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IdontCareFor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.08.2008, 16:29   #15 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Und ich hatte Recht! LEIDER.

Der Russische Präsident hat heute die beiden Republiken anerkannt. Mal sehen wie lange es dauert, bis die Zentralasiatischen Staaten das auch tun.

Übrigens ist zufällig gerade ein Manöver der NATO im Schwarzen Meer. Mit deutscher Beteiligung:verwirr t:
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IdontCareFor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.08.2008, 18:51   #16 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Zitat:
Zitat von IdontCareFor Beitrag anzeigen
Und ich hatte Recht! LEIDER.
Warum leider? Das ist wirklich die beste Lösung, weil es in diesen Krisenherd etwas Stabilität bringt.
Abgesehen davon, dass die Anerkennung der beiden Staaten kommt war schon vor dem Konflikt mit Georgien klar, denn mit der Anerkennung des Kosovo hat man auch quasi den beiden Staaten die Anerkennung ermöglicht.
Cold Blood ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.08.2008, 14:08   #17 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Zitat:
Zitat von Cold Blood Beitrag anzeigen
Warum leider? Das ist wirklich die beste Lösung, weil es in diesen Krisenherd etwas Stabilität bringt.
Leider? Weil dieser Zustand eben nicht der beste Zustand für die Region ist. Weil er keine Stabilität bringt und diesen Krisenherd auch nicht beruhigen wird. Ähnlich wie Serbien im Fall Kosovo wird Georgien sich nicht ohne gewisse "Entschädigungen" mit dem Verlust der beiden Republiken abfinden. Entweder führt dieser Verrückte Sakaschwilli weiter Krieg oder es wird ihm eine konkrete Mitgliedschaftsperspektive für die NATO angeboten. Eine direkte und eindeutige Provokation Russlands in der langen Kette von Demütigungen und Erniedrigungen. Ich will nur an das Raketenabwehrsystem der NATO (USA) in Polen und Tschechien - das gegen iranische Raketen schützen, aber nur gegen Kurzstreckenraketen eingesetzt werden kann - oder die seit den Terroranschlägen in New York massive Militärpräsenz der USA (NATO) an der Südflanke Russlands erinnern.

Zitat:
Zitat von Cold Blood Beitrag anzeigen
Abgesehen davon, dass die Anerkennung der beiden Staaten kommt war schon vor dem Konflikt mit Georgien klar, denn mit der Anerkennung des Kosovo hat man auch quasi den beiden Staaten die Anerkennung ermöglicht.
Dass es durch die Anerkennung des Kosovo durch die NATOstaaten zu einem gefährlichen Päzedenzfall gekommen ist, ist klar. Nur heißt das nicht, dass dieser auch auf den Fall der georgischen Provinzen Anwendung finden muss.
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IdontCareFor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.08.2008, 20:08   #18 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Zitat:
Zitat von IdontCareFor Beitrag anzeigen
Dass es durch die Anerkennung des Kosovo durch die NATOstaaten zu einem gefährlichen Päzedenzfall gekommen ist, ist klar. Nur heißt das nicht, dass dieser auch auf den Fall der georgischen Provinzen Anwendung finden muss.
Ich fang mal damit an, denn das ist die zentrale Aussage mit dem "nicht muss". Denn es gibt durchaus rechtliche Rahmenbedingungen für die Anerkennung eines soveränen Staates im Völkerrecht.
Im Kosovo war dieses sehr umstritten, wie es auch in Südossetien ist, weil völkerrechtlich die drei Kriterien Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsmacht erfüllt sein müssen. Was bei Südossetien und dem Kosovo auf Grund eingeschränkter Staatsmacht und der georgischen Bevölkerung sehr grenzwertig ist.
Abchasien wiederum erfüllt alle diese Bedingungen und hat damit das Recht auf Eigenständigkeit und Anerkennung durch den Westen.

Allerdings ist dies keine Verpflichtung (außer für die amerikanischen Staaten). Verpflichtend wird die Anerkennug nur, wenn dem Volk nicht mehr zuzumuten ist innerhalb der Grenzen zu leben. In fast allen Fach-Artikeln zu Abchasien geht man davon aus, dass diese Bedinung durch die ethnischen Säuberungen Georgiens 1992 erfüllt ist. Damit ist der Westen de facto verpflichtet Abchasien anzuerkenne.
Südossetien wiederum ist ein anderer Fall...
Cold Blood ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.08.2008, 11:01   #19 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Ist ja alles richtig. Aber ein Ergebnis der westlichen Außenpolitik. Damit meine ich den absoluten Alleinvertretungsanspruch des "Westens" (der NATO) darauf, die Geschicke der Welt zu bestimmen. Sozusagen ein "Wir gegen Die" und kein "Wir mit Denen".
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IdontCareFor ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.09.2008, 21:13   #20 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Jetzt muss ich aber doch mal nachfragen, weil ich die internationale Politik einfach nicht verstehe:

Ok - es ist eine Sache dass Russland übertrieben reagiert hat und bei seinem Angriff vermutlich mehr haben wollte als nur die Bevölkerung von Südossetien zu beschützen - einverstanden.

Aber: Jetzt im Gegenzug Sakaaschwili, der einen illegitimen Angriff auf ein autonomes völkerrechtliches Subjekt durchgeführt hat, an der Grenze zu ethnischen Säuberungen agiert, vermutlich ein Wahlfälscher ist und gewaltsam eigene Oppositionen niederschlägt (kurz und da stimme ich Putin zu: ein Verbrecher ist) als heiligen darzustellen finde ich dann doch pervers.
Vor dem Hintergrund finde ich den heutigen Beschluss der EU Komission schon fast lächerlich ehrlich gesagt...
Cold Blood ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.09.2008, 20:23   #21 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

ist jemand on der ahnung von georgien hat??
Baby ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.09.2008, 20:36   #22 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

nö, bin off .
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"weiß keiner, ist aber so..."
Kianga ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.09.2008, 15:37   #23 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Auch interessant hierzu:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3435#more-3435

Hier das Interview, welches geführt wurde von Thomas Roth mit Wladimir Putin.
Und zwar in mehrfacher Ausfertigung:

1. die gekürzte Fassung: http://www.tageschau.de/ausland/putin172.html

2. die ungekürzte Fassung: http://www.tageschau.de/ausland/putininterview100.html

3. die Fassung in der man den gekürzten Teil sichtbar gemacht hat: http://www.spiegelfechter.com/wordpr.../das-interview
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Ummon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.09.2008, 20:08   #24 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Off-Topic:
Erstmal zwei Sachen vorweg:
(1) Ich finde toll, dass du dich hier im Bereich so engagierst. Wenigstens einer.
(2) Ich wiederspreche dir nicht aus Prinzip. Bin auch durchaus bereit dir mal Recht zugeben. Nur heute nicht.


Jetzt On-topic:
Ich kenne das Interview sowohl gekürzt als auch ungekürzt und hätte es in der Tat befürwortet, wenn die ARD es von Anfang zumindest als Transkript zur Verfügung gestellt hätte. Das Argument ist aber richtig, dass selbst die internetfremde ARD gewusst hatte, dass die Leute den vollen Inhalt schnell mitkriegen. Wenn man etwas verschweigen wöllte, hätte man das Interview nicht in ungekürzter Fassung an das russische Fernsehen weitergeben.

Auch sehe ich das ganze nicht so dramatisch wie es dargestellt wird. Es ist nunmal ein Problem, dass wenn ein 30 Minuten Interview auf 10 Minuten Sendezeit gekürzt wird, dann bleibt vieles auf der Strecke. Das gilt aber auch für jedes Interview mit einem deutschen Politiker. Die Art und Weise wie gekürzt wird, ist die freie Entscheidung des Redakteurs und natürlich ist das ein Drahtseilakt wenn man ganze Argumentationszüge herausschneidet. Aber wie soll man es denn anders machen? "Eindeutig sinnentstellend" finde ich deutlich übertrieben. Lediglich bei dem einen gekürzten "vielleicht" habe ich Bauchschmerzen. Sonst finde ich das legitim.

Anmerkung am Rande: Unabhängig von seiner Politik finde ich, dass Putin einer der besten Rhetoriker unserer Zeit ist. Gekürzt und ungekürzt.
Cold Blood ist offline   Mit Zitat antworten

Alt 05.09.2008, 20:05   #25 (permalink)
AW: Krieg in Georgien

Zitat:
Zitat von Cold Blood Beitrag anzeigen
Off-Topic:

(2) Ich wiederspreche dir nicht aus Prinzip. Bin auch durchaus bereit dir mal Recht zugeben. Nur heute nicht.
Off-Topic:
Nur heute nicht...
Mal ehrlich und ungekürzt, wann sind wir schon wirklich einer Meinung?
Aber was soll´s, nur so entstehen ja Diskussionen.


Zitat:
Wenn man etwas verschweigen wöllte, hätte man das Interview nicht in ungekürzter Fassung an das russische Fernsehen weitergeben.
Hierzu ein Auszug aus einer "Stellungsnahme" Herrn Roth´s:

Jens: Welche Reaktionen hat es in Russland auf Ihr Interview gegeben?

Thomas Roth: Das Interview wurde auf verschiedenen Fernsehkanälen gezeigt, allerdings in zum Teil sehr verschiedenen Fassungen. Die beiden großen Kanäle haben zum Teil sehr stark gekürzte Fassungen veröffentlicht. Manche, soweit ich weiß, in der Länge oder Kürze von drei bis fünf Minuten. Der einzige Kanal, der meines Wissens die ganze Länge ausgestrahlt hat, war der Spartenkanal vesti24. Ich selbst wurde durchaus von ganz normalen Menschen auf der Straße angesprochen und zwar durchweg mit Anerkennung. Das hat mich natürlich gefreut.


Quelle: http://www.tagesschau.de/interaktiv/...tokoll430.html

Ich glaube selber nicht das Herr Roth etwas verschweigen wollte.
Bin aber enttäuscht davon, das ein Journalist sich damit zufrieden gibt sein Interview kürzen zu müssen, damit es in die Sendezeit passt.

Linse: Finden Sie nicht, dass für ein so wichtiges Interview das Hauptprogramm unterbrochen werden soll, um das Interview ganz zu zeigen?

Thomas Roth: Jeder Korrespondent freut sich, wenn ein solches, tatsächlich ja sehr spannendes, Interview eine möglichst große Chance im Hauptprogramm bekommt. Aber ein Hauptprogramm setzt sich ja nicht nur aus solchen Aktivitäten zusammen. Es muss auch immer die Interessen aller Zuschauer berücksichtigen und das ist auch gut so.


Quelle: s.o.

Bei solch einem brisanten Thema sollte einem Sender wie der ARD so ein interessantes Interview schon ein paar Sendeminuten mehr wert sein.
Nicht zu vergessen: Diverse Medien haben darüber berichtet das Russland der eigentliche Agressor gewesen sein sollte.

Erschreckend ist für mich, und daß nicht erst seit heute, wie oft geschnittene Informationen veröffentlicht werden. Selbst interviewte und zitierte Politiker dementieren immer wieder die Aussagen die mit solchen Interviews entstehen.
Und wenn es gang und gebe ist solche "verfälschten" Aussagen zu publizieren, wo bleibt dann noch der ursprüngliche Gedanke des aufklärerrischen Journalismus?
Ich, und nicht nur als GEZ-Zahler, erwarte einfach verdammt noch mal volle Informationen, aufgrund derer ich erst überhaupt in der Lage sein kann mir eine eigene Meinung bilden zu können. Ansonsten wird es immer wieder Aussagen über meinungmachende Medien geben können.
Vielleicht ändert sich aber mit Hilfe von sogenannten Bloggern eben dieses Verhalten von Journalisten und Fernsehanstalten. Denn an einem öffentlichen Interresse scheint es bei solch einem Thema ja nicht zu mangeln.
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