Münti's Kapitalmeckern


Politik Inlands-, Auslands-, Europa- , Finanzpolitik etc.

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Alt 24.04.2005, 20:47   #1 (permalink)
Münti's Kapitalmeckern



Ich glaube so langsam weiss hier jeder was ich von Kapitalismus halte. Zumindest sollte ein Blick auf den Avatar da Aufschluss geben. Und auch wenn man all das "Anti-Globalisierungs-Argumentieren" stets als Modeerscheinung und hohles Gerede abtut, ist es doch so. Wir erschliessen Weltmärkte, beuten die dritte Welt aus, tun so als ob wir den Fortschritt verbreiten und armen Nationen die nötige Starthilfe geben. Letztendlich produziert man als Industrienation dann aber auch nicht mehr im eigenen Land, wo man Arbeitsplätze schaffen könnte, sondern geht ins Ausland. Dort gibt's weniger Umweltauflagen und erheblich niedrigere Sozialabgaben. Nicht zu vergessen natürlich das Pedro für gerade mal ein Drittel des Gehalts von Peter arbeitet.
Letzte Woche dann grosses Aufsehen, hervorgerufen von Franz Müntefering in der Presse.

Zitat:
Franz Müntefering, SPD-Vorsitzender

"Manche Finanzinvestoren verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten. Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter."
(Quelle: www.taz.de)

Das Kapital regiert die Welt, macht darüberhinaus die kleinen Betriebe kaputt. Jetzt habe ich gelesen das zwei Drittel der Deutschen Müntefering für seine Aussagen danken. Zu recht? Ist das noch Überzeugung oder eine herzerweichende Geste im Sinne des Wahlkampfs?
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Spreeward ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.04.2005, 21:26   #2 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

ich weiß nicht, ob müntefering das einfach als wahlkampf benutzen will, aber ich finde, das tut nichts zur sache, er hat recht damit. es kann nicht angehen, dass sich die politik ständig von wirtschaftsbossen erpressen lässt, die bei ungünstigen gesetzen drohen, ins ausland zu gehen und es schließlich auch tun. ich halte zwar prinzipiell die globalisierung für etwas gutes aber nur insoweit, wie sie dafür sorgt, dass es allen besser geht und nicht dass die reichen noch reicher und die armen noch ärmer werden. aber andererseits sollten sich auch ein paar politiker an den kopf fassen wie zum beispiel unser lieber bundeskanzler, dem die menschenrechtsverletzungen in china egal sind, und es dort den deutschen unternehmen am laufenden band schmackhaft macht zu investieren und sich dann wundert, warum immer mehr deutsche produktionen und arbeitsplätze dann tatsächlich dahingeschleppt werden.
charge ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.04.2005, 23:10   #3 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

Zitat:
Zitat von charge
ich weiß nicht, ob müntefering das einfach als wahlkampf benutzen will, aber ich finde, das tut nichts zur sache, er hat recht damit.
Japp, hat er voll und ganz.
Nichtsdestotrotz ist die Warscheinlichkeit, das ich die Sozialdemokraten wählen würde nicht einmal ein 1/10 so groß wie die, das mein Kreuzchen bei den Liberalinskis landet.
Sanktionen gegen solche Umstände müssten vom Bund kommen - und tut Münte irgendetwas dagegen? Nichts. Außer vor der LTW Reden schwingen.

Den Rest könnt ihr dem Beitrag meines Vorgängers charge entnehmen, dem ich mich voll und ganz anschließe.
ueberulmen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.04.2005, 23:11   #4 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

Passt zwar jetzt nicht so ganz, aber was solls
http://www.neo-liberalismus.de/cgi1/messages/1764.html
"Die Regeln des Kapitalismus", morgen suche ich das Original raus. Lesen lohnt sich, auch wenn es eine Menge Text ist.
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Mr. White ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.04.2005, 23:15   #5 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

Versuch's mal lieber damit, Mr. White.
ueberulmen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.04.2005, 23:17   #6 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

meine objektive meinung ist,dass münte aus meiner sicht bisher immer nur schwachsinn geredet hat und wir das jetzt alle nur völlig falsch verstanden haben...sowas normales kann der gar nich meinen*lol*
nich sehr konstruktiv,aber meine sprache gehört mir
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Captain-Subtext ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 25.04.2005, 10:11   #7 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

Off-Topic:
Zitat:
Zitat von ueberulmen
Versuch's mal lieber damit, Mr. White.
Ne, das ist mir zu theoretisch
Das Schlimme oder besser gesagt der Fehler am Kapitalismus, ist nicht das Geldscheffeln und es durch Arbeit zu verdienen, sondern die Zinsen. Geld aus Geld machen funktioniert auf Dauer nicht. Irgendwo muß es ja herkommen.
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Mr. White ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.04.2005, 18:46   #8 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

Wenn die SPD Müntefering nicht bald rausschmeißt, dann brauchen wir uns keine Sorgen machen, was die NPD-Fraktion im sächsischen Landtag anrichten kann. Denn das was er da anrichtet ist wesentlich schlimmer, als was die mit ihrer kleinen Fraktion anrichten könnten...
Cold Blood ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 08:15   #9 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

Also ich finde, das Münte da einmal in seinem Leben wirklich den Arsch ind er Hose hatte und hat mal was Wahres gesagt. (was eigentlich eh alle wussten udn schon längst ausgesprochen haben)
Was mich wundert ist, das angeblich zwei Drittel der Deutschen ihm dafür dankbar waren, er aber zum 1. Mai mit Eiern beworfen wurde von eben diesen Arebitern.

Nunja, jetzt wurde Müntes Aussage ja mit Nationalsozialistischer Hetzpropaganda verglichen.

Zitat:
Zitat von Wolffsohn
«Man reibt sich die Augen und will es nicht glauben: In der größten Regierungspartei des heutigen Deutschland kursiere eine schwarze Liste von vermeintlich hyperkapitalistischen Unternehmen. Mindestens zwei sind "jüdisch" bzw. tragen jüdische Namen.»
«60 Jahre "danach" werden heute wieder Menschen mit Tieren gleichgesetzt, die - das schwingt unausgesprochen mit - als "Plage" vernichtet, "ausgerottet" werden müssen. Heute nennt man diese "Plage", "Heuschrecken", damals "Ratten" oder "Judenschweine". Worte aus dem Wörterbuch des Unmenschen, weil Menschen das Menschsein abgesprochen wird.»
Ich finde, das diese Aussage zu weit geht.
Es steckt eine komplett andere Intension in dem Zitat von Franz Müntefering, als die, die in dem Zitat von dem Historiker Wolffsheim ausgearbeitet wurde.
Nunja, Münte hat in dem Fall meine Unterstützung.
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Der Himmel ist deshalb so grau, weil alles Blaue schon heruntergelogen wurde.
richieguitar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 08:31   #10 (permalink)
eva
AW: Münti's Kapitalmeckern

tja, so ist es ritchieguitar. die wahrheit will halt keiner hören. wolffsohn scheint wohl seinem namen nach ein wolf im schafspelz zu sein. ansonsten ist müntefering nicht grad der hellste, scheint mir. wolffsohn noch weniger. muss ich mal so direkt sagen.

ansonsten ist die globalisierung ein schönes wort, das, wie der allgemeine konsens hier herrscht (bäh, doofer satzbau, aber ögal), von der grundidee toll ist, aber dem missbrauch keinen einhalt gebieten kann. wollten wir wirklich vom bund, sprich der staatsgewalt, ein machtwort ggü. der industrie-lobby erwarten? da würden sich nicht wenige ins eigene fleisch schneiden - schliesslich ist ein aufsichtsratsposten sehr lukrativ - und dieses gerede von wegen gürtel-enger-schnallen gilt für die ja eh nicht.
nimm dem bürger jeweils 10 % vom einkommen, dann hast du mehr als wenn du den ganzen "grossen" 10 % nimmst. ich finde, das einzige, was einen staat am leben erhält, ist der einfache steuerzahler, der halt seiner pflicht nachkommt und seine "peanuts" abliefert.
eva ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 09:08   #11 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

Zitat:
Zitat von eva
ich finde, das einzige, was einen staat am leben erhält, ist der einfache steuerzahler, der halt seiner pflicht nachkommt und seine "peanuts" abliefert.
mh...da bin ich anderer Meinung. Diesen Staat hält nichts mehr am Leben. Das ist wie ein Klinisch-Toter an einer Herz/Lungenmaschine.

Wo ist denn hier noch von Staatlicher Seite aus leben in der BRD?! Ausser Schulden bei Banken zu machen paaiert doch nichts mehr. Mir wirds ehrlich richtig schön schlecht bei dem Gedanken daran, da ich mit der Einstellung "Wer kein Geld hat, kann auch keines ausgeben" von meinem Dad (Bänker^^) erzogen wurde. Ich hab noch nie nen Dispo genutzt, und höchstens mal nen Kumpel für 3.50 € für ne Pizza angepumpt.

Und das was der olle Münti da von sich gegeben hat sehe ich fast zu 100% als Wahlkampf. Der Wähler braucht was Radikales...egal wie, egal was.
overdose ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 15:44   #12 (permalink)
Böse AW: Münti's Kapitalmeckern

Ich finde es beängstigend, wie sehr hier nachgeplappert und unkritisch argumentiert wird!

1) Wolfssohn hat Münte nicht zum Nazi gemacht, sondern lediglich Parallelen der argumentativen Hetze deutlich gemacht!

Empfehle allen, sich mal Wolfssohns Aussage durchzulesen, und nicht die Zusammenfassung von TAZ oder Bild!

2) Müntes Kapitalismusschelte ist nur hervorgetreten, um alte sozialdemokratische Klischees hervorzuholen, mit denen die SPD in NW schon oft Wahlen gewonnen hat!

3) Die BRD ist nur durch Kapitalismus groß geworden. Wir sind das Ur-Bsp einer Industrie- und später Dienstleistungsnation. Wenn wir jetzt versuchen, das System zu kippen...dann geht der Kahn unter!

Man soll nie in der Schlacht das Pferd wechseln!
lemonstar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 16:16   #13 (permalink)
eva
AW: Münti's Kapitalmeckern

[quote=lemonstar]Ich finde es beängstigend, wie sehr hier nachgeplappert und unkritisch argumentiert wird!

@ lemonstar. klär mich auf! dein o.a. satz sagt alles und doch nichts.

1) für mich gibt es kein pardon, wenn jemand irgendeine situation mit der ewigen leier der nazi-zeit in verbindung bringt. ist die argumentation von wolffson etwa kritisch? sorry, aber da fehlt es von grund auf an objektivität, die man sicherlich auch mal drastisch ausdrücken kann, aber diese wortwahl geht mir doch entschieden zu weit.
2) diesen satz von dir hätte ich gern in verständlicheren worten.


overdose, nein, unser staat ist sehr wohl noch lebendig. was mich so erschüttert, ist die tatsache, dass der einzelne bürger sich immer auf den staat beruft und über ihn schimpft, anstatt sich mal seiner rechte und pflichten bewusst zu werden. wer ist denn der staat? und die devise deines vaters wird dem einzelnen bürger ja immer mehr vor augen geführt - vielleicht nicht ganz zu unrecht; uns geht es anscheinend noch zu gut.
eva ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 16:41   #14 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

Helmut Karasek (den ich sonst eigentlich nicht übermäßig leiden kann) hat gesagt, dass es sich bei Münteferings Liste um eine Verfolgungsliste handelt und hat hinzugefügt:
„Und man kann noch einer schlimmere Assoziation haben: Kauft nicht beim Juden“

Und in diesem Punkt hat er definitiv recht. Abgesehen davon, dass er auf die Falschen schießt, hat Müntefering generell Deutschland solchen Schaden zugefügt, dass er wohl kaum auch noch annähernd zu reparieren ist. Das Vertrauen ist weg.
Cold Blood ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 17:42   #15 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

Nur mal so nebenbei. Mich wundert nicht, das jemand Wolfssohn's "Müntefering-Nazi-Parallelen"-Geschreibe für gut befindet, wenn er im selben Text die TAZ mit der Bild vergleicht.

Das nenne ich unkritisch argumentiert. Also ehrlich, erst mal beschweren und dann selber solche Parolen in den Raum schmeissen.
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Spreeward ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 19:29   #16 (permalink)
eva
AW: Münti's Kapitalmeckern

Zitat:
Zitat von Spreeward
Nur mal so nebenbei. Mich wundert nicht, das jemand Wolfssohn's "Müntefering-Nazi-Parallelen"-Geschreibe für gut befindet, wenn er im selben Text die TAZ mit der Bild vergleicht.

Das nenne ich unkritisch argumentiert. Also ehrlich, erst mal beschweren und dann selber solche Parolen in den Raum schmeissen.
joa, meine hochachtung, spreeward. das hat mir auch aufgestossen.

ps. empfehle: als ich hans esser bei bild war (ich glaub, so war der titel) von wallraff!
eva ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 19:39   #17 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

Zitat:
Zitat von eva
uns geht es anscheinend noch zu gut.
Genau!
Solange nicht alle am Boden liegen tut sich nichts, aber wenn es mal soweit kommt geht die Post ab.

Es jammern zwar viele, aber welchen der Jammerer geht es denn wirklich schlecht? Die denen es wirklich schlecht geht, haben keine Stimme. Bis es zu viele werden.
Jammern ist ein Volkssport, Handeln leider nicht. Man braucht nur mal in den Spiegel zu schauen um das zu merken.
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Mr. White ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 19:48   #18 (permalink)
eva
AW: Münti's Kapitalmeckern

Die denen es wirklich schlecht geht, haben keine Stimme. Bis es zu viele werden.
Man braucht nur mal in den Spiegel zu schauen um das zu merken.[/quote]

stimme! genau, wenn ich schon höre, ich gehe nicht wählen, da fängts doch schon mal an. keine ahnung zu haben, lass ich nicht gelten im zeitalter der informationsflut. nicht wissen, was, lass ich nicht gelten, ich kann immer noch das kleinere übel wählen oder protestwählen. ungültige stimmen abgeben, find ich (sorry) kagge. WIR DÜRFEN !!!!!!!!!!!!!! WÄHLEN! und es sollte unsere pflicht sein!

aber manchmal ist mir schon zum jammern, wenn ich in spiegel schau.
eva ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 20:06   #19 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

Wusste eigentlich schon wer, dass es Wolffsohn war, der dafür war, dass man im Krieg gegen den Terror (geilster Joke der letzten Jahre, Kriege gegen Wörter und nicht gegen Staaten, guter Plan!) Verdächte ruhig auch durch Folter zum reden bringen könne?

Nur so als kleiner Einwurf. Aus welchem Mund kommt denn dann die Hetze?

Ich glaube das wird ein langer Post, bei dem man dann dummerweise irgendwann nicht mehr liest. Aber was solls, das muss nu raus!

Es gab genau zwei Entscheidungen meiner Regierung die mich fast so etwas wie stolz gemacht hätten!

a) Das Nein zum Irakkrieg.
b) Münte's Kapatalismusschelte.

Über a) brauchen wir, glaube ich, nicht mehr reden.

Drumm nu direkt zu Teil b)

Das ist Rhetorik, nicht mehr nicht weniger. Die benutzen Politiker aller Lager. Ja auch wir im täglichen Sprachgebrauch immer wieder. Hoffentlich sogar bewußt.

Haben natürlich auch die Nazis gewußt. Ohne Demagogen funktioniert kein System. Na so ein Zufall! :roll:

Und der Herr Wolffsohn (oder so, also Mogli) soll mal ganz brav den Mund halten. Wer foltern legalisieren will, ist sicher näher an totalitären Systemen als jemand der das Verhalten von Investoren (nicht mal der Unternehmen) mit einem Hesuschreckenschwarm vergleicht.

Ein anderes Stichwort ist Ackermann! Wenn man auf solche desensibilisierten Geld- und Machtgeilen "Wesen" aufmerksam macht, dann würde man sich, Herrn Wolffsohns Logik folgend der Instrumente der Nazi Hetze bedienen? Das muss aber große Schmerzen zwischen den Ohren verursachen, oder?

Wer bei steigenden Gewinnen gleichzeitig 6.000 Mann entlässt und dabei 11.000.000 € Jahresbrutto verdient der gehört durchs Dorf gejagt.

Nur so als Vergleich:

Ackermann (11.000.000) = Weltecke (ex Bundesbankpräsident/ 365.000 € brutto im Jahr)*30,14.

Gerechnet an einem durchschnittlen Bruttoeinkommen (2.000,-€/ Monat) 24.000,-€/ Jahr ergibt das dann:

Weltecke (365.000) = 24.000*15,24 (damit kann ich sogar leben, Angebot und Nachfrage. Ist mit Sicherheit ein harter Job für den man qualifiziert sein muss, okay)

Nu aber:

Ackermann (11.000.000) = 24.000*458,33

Sorry, aber das GEHÖRT verurteilt. Ich versteh die ganze Diskusion nicht!
Von solchen Leuten muss ich mir dann, der brav seine Steuern zahlt anhören, dass das Land gelähmt wäre und wir kein Geld mehr haben? Wer bringt sein Geld denn nach Luxemburg in Sicherheit?

Nächstes Beispiel (Beitragsbemessungsgrenzen):

Sozialversicherung: 46.800,-€/ Jahr oder 3.525,-€ monatlich

Also zum Mitschreiben: Der Ackermann, oder jeder andere Topverdiener zahlt nicht für seine 11.000.000,-€ Sozialversicherung, ne, der zahlt für 46.800,-€. Soll ich mal kotzen? Wer viel verdient, der soll gefälligst viel abdrücken. Ganz einfach.

Noch mehr gefällig:

Der Ackermann hat alleine durch die Steuerreform von rot/grün 2004 88.000,-€ netto mehr als im Vorjahr. Jetzt denkt mal nach wie lange ihr dafür arbeiten gehen müsst.

Ich hätt ja noch was auf Lager, aber das führt zuweit.

Das Kapital in unserem Land wird leider nicht nach Leistung vergeben. Eine Krankenschwester leistet sicherlich mehr als ein Investmetbroker! Aber die bekommt so wenig Kohle, dass sie sich kaum ne Wohnung leisten kann. Aber derjenige, der ihr Geld verwaltet, dem schieben wir es hinten und vorne rein. Und von genau den Leuten hören wir uns dann nachher an das Land sei gelähmt.

Ja, ich weiß. Ich bin ein komischer Kaufmann, aber ich halte viel von sozialer Gerechtigkeit. Z.B. habe ich es gegen sowohl meinen Chef als auch meinen Geschäftsführer durchgeboxt, dass die Produktion bessere Gehälter bekommt und nicht die Verwaltung schon wieder (Ja, dadruch bekomme ich auch keine Gehaltseröhung). Nur weil diese Leute nicht studiert oder gelernt haben machen die doch keinen weniger wichtigen Job?! Und ja, wir zahlen VL's! Verdammt nochmal. Wenn wir ein wenig mehr Verantwortungsbewußtsein in den Chefetagen hätten gings uns wie den Maden im Speck. Und da bin ich sogar der Meinung, dass uns an der Stelle Patriotismus fehlt! Ganz klar.

Und ja, bei uns fließt kein, oder kaum, Schwarzgeld. Ich bin doch nicht bescheuert. Ich kann mich doch nicht beklagen dass meine Kinder keine Schulbildung bekommen und dass die Straßen scheisse sind. Wir haben zu wenige Polizisten, zu wenige Lehrer. Schaut euch das an den Schulen doch mal an! Und dann aber Steuern hinterziehen. Super Plan, echt!

Dann sollen auch noch Steuern gesenkt werden?! Als Instrument die BILD Klatsche (Zeitung is das nicht) mit diesem "Steuern senken" Aufklebern. Haben die alle einen an der Waffel? Die Steuern müssen nicht gesenkt, die müssen bezahlt werden. 78.000.000.000 Steuern, so schätzt man, werden jedes Jahr hinterzogen! Dann is das Haushaltsloch aber dicht!

Oder wenn so Vögel wie unser Dr. Helmut bräsig Kohl 500.000 DM "Beraterhonorar" von Leo Kirch kriegen (als der freilich schon pleite war), dann regt mich das auf. Das ist übrigens von der bayrischen Landesbankgflossen. Steuergelder, wenn ihrs wissen wollt. Aber sowas wird dann Ehrenbürger Europas. Gesetze? Die machen wir für andere, nicht für uns selber.

Und wenn man dann Investoren als Heuschrecken abstempelt ist man ein Nazi? Wer benutzt denn wen als Klopapier?

Ihr wundert euch wenn wir Bomben unter den Arsch gelegt bekommen? Fangt lieber schon mal an euch zu wundern warum es denn so wenige sind.

Anderes Beispiel ist mir gerade eingefallen: SIEMENS. Mehr Subventionen als Steuergelder!?!!!!?!???!

Das ist doch dann ein volkseigener Betrieb, oder?


Sorry aber das regt mich auf! :!:

Ich glaube wir brauchen uns alle nicht darüber zu unterhalten, dass es hier nicht darum geht, die Gesetzte der Marktwirtschaft in frage zu stellen. Natürlich brauchen wir Kpital am Markt. Sowohl national als auch internationales Kapital. Natürlich sollen Unternhemen nach wirtschaftlichen Faktoren entscheiden dürfen/ müssen ob Sie expandieren oder Mitarbeitern kündigen. Und natürlich regeln Angebot und Nachfrage den Markt. Ich bin kein verkappter Sozialist oder gar Marxist. Aber soziale Verantwortung, das es was fehlt.

Mir ist total schnurz ob Münte das ernst meint. Obwohl ich es mir kaum vorstellen kann, denn dafür ist das Thema zu sensibel. Aber ich verstehe auch nicht, wie eine Partei wie die CDU, die immer Politik gegen die kleinen Leute macht, dermaßen viele Stimmen bekommen kann. Wobei rot/ grün mit HartzIV und der letzten Steuerreform auch ganz vorne mit dabei ist.

Der Text ist mir zu lang um Korrektur gelesen wollen zu werden. Also verzeiht mir die Vertipperitis!
0815 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 20:22   #20 (permalink)
eva
AW: Münti's Kapitalmeckern

[quote=0815]Wusste eigentlich schon wer, dass es Wolffsohn war, der dafür war, dass man im Krieg gegen den Terror (geilster Joke der letzten Jahre, Kriege gegen Wörter und nicht gegen Staaten, guter Plan!) Verdächte ruhig auch durch Folter zum reden bringen könne?

> nö. danke!



Nächstes Beispiel (Beitragsbemessungsgrenzen):

jawoll!

Noch mehr gefällig:


Ja, ich weiß. Ich bin ein komischer Kaufmann,

> nein, bist du nicht. wenn der staat wie du "denken und handeln" würde, dann wär das traumhaft und der erste schritt in die richtige richtung.

Und ja, bei uns fließt kein, oder kaum, Schwarzgeld. Ich bin doch nicht bescheuert. Ich kann mich doch nicht beklagen dass meine Kinder keine Schulbildung bekommen und dass die Straßen scheisse sind. Wir haben zu wenige Polizisten, zu wenige Lehrer. Schaut euch das an den Schulen doch mal an! Und dann aber Steuern hinterziehen. Super Plan, echt!

> ist mir zu durcheinander. purer sarkasmus?

Die Steuern müssen nicht gesenkt, die müssen bezahlt werden.

> gegenbeispiel: würde jeder seine steuererklärung machen, wären wir schon länger "pleite", da die meisten erstattungen bekämen.

Gesetze? Die machen wir für andere, nicht für uns selber.

> nein. die anderen machen gesetze über unseren kopf hinweg. und dennoch hast du auch recht. (hoff, du verstehst mich nicht falsch)

Anderes Beispiel ist mir gerade eingefallen: SIEMENS. Mehr Subventionen als Steuergelder!?!!!!?!???!

> frage? und dadurch verlust (vielleicht sogar der ganzen) gewerbesteuer?!

Aber soziale Verantwortung, das es was fehlt.

> jaja, was interessiert mich der nachbar....

Mir ist total schnurz ob Münte das ernst meint. Obwohl ich es mir kaum vorstellen kann, denn dafür ist das Thema zu sensibel. Aber ich verstehe auch nicht, wie eine Partei wie die CDU, die immer Politik gegen die kleinen Leute macht, dermaßen viele Stimmen bekommen kann. Wobei rot/ grün mit HartzIV und der letzten Steuerreform auch ganz vorne mit dabei ist.

> kann ich dir sagen! und dafür könnt ihr mich jetzt von mir aus niederknüppeln: 1. die bonzen-nahste partei und 2. nicht gerade die ausländerfreundlichste, aber auch 3. der wirtschaft (sprich den bonzen) muss es gut gehen, dann gibts arbeitsplätze. inwieweit was zutrifft, steht in den sternen.
eva ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 20:32   #21 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

Alle Achtung und ein bisschen Applaus!

Ich habe das mit glänzenden Augen gelesen und freue mich, dass jemand meine Meinung in vielen Sätzen zu teilen scheint. Gut so! Vor Allem die Infos zu Wolfssohn und der Teil zu Ackermann. Da hab ich gestern noch überlegt ob ich ein extra Thema aufmachen soll. Aber in pessimistischer Voraussicht, das sich niemand beteiligt, habe ich es gelassen.
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Die beste Chance die ihr je hattet!
Spreeward ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 20:41   #22 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

@0815: Vielleicht könntest du das nächste Mal deine Gedanken erst sortieren und dann sinnvolle Kritikpunkte anbringen?

(1) Müntefering verscheucht die Investoren aus dem Land (denn wer investiert schon, wenn er als Parasit hingestellt wird) und du findest das gut?
(2) Ackermann hat es geschafft, dass die Deutsche Bank im 1. Quartal 1,5 Mrd. Gewinn vor Steuern hat. Ich denke schon, dass er dafür 11 Mio Wert ist (das sind nicht mal 0,25%).
(3) Die Sozialversicherungslücken gehen ja wohl auf Kosten der Bundesregierung, oder?
(4) Zeig mir mal eine Krankenschwester mit 80 Stundenwoche.

usw.
Cold Blood ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 21:31   #23 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

@Cold Blood
Meinst du, dass es für eine Diskussion förderlich ist, wenn man den Gegenüber einfach mal beleidigt und so herabsetzt, wenn man kontrovers diskutieren will. Ich finde nicht!

Wie bei fast allen Politischen Fragen sind auch meine Äußerungen nur Meinungen. Ich bin nicht so vermessen meine Meinung als Tatsache darzustellen. Aber vielleicht eine Seite der Medallie die gerne vergessen wird.

So, nun zum Meinungsaustausch.

(1) Die Investoren, die Müntering meint, die brauch auch kein Mensch! Es geht hier um Investoren, die Unternhehmen anoym aufkaufen und zerstückeln und dann mit Gewinn weiterziehen. Die braucht keine Marktwirtschft. Das hat sogar Westerwelle eingesehen. Der als FDP Chef ja mit Neoliberalismus nix am Hut hat, gell? Das Schlimme ist ja nicht, dass es Investoren sind, die wirklich was aus dem entsprechenden Unternehmen machen möchten. Sich selber, dem Unternehmen, seinem Platz in der VW und natürlich auch den Mitarbeitern ein Leben zu sichern. Es geht um schnelles Abstossen und dann wegwerfen.

(2) Ich weiß nu nicht, was daran toll sein soll, wenn ne Bank 1,5Milliarden Gewinn macht. Schon mal drüber nachgedacht auf wessen Rücken Banken ihr Geld verdienen? Und wieviel dieses Gewinnes aus der Entlassung und Rationalisierung von Menschen stammt? Und laut deiner Argumentation heiße dass ja das Herr Ackermann über 400mal mehr wert ist, als jeder von uns. Ziemlich perverser Gedanke wie ich finde. Oder wenn wir hier alle Azubis wären gleich 2.000mal so viel! Wenn man sich dann aber von dieser Stelle aus anhören muss, das die Leute nicht mehr bereit sind Arbeit zu leisten, dann wird mir überl. Das mach mal nen Sozialhilfeempfänger klar. Das jemand der 11.000.000 € Jahresgehalt hat, und sein Geld nach Luxemburg vor der Steuer wegführt ihm vorwirft dass er seine 350,-€ ja einfach auf den Kopf haut und über seine Verhältnisse lebt, dann ist das ein komisches Ding, oder? Das der Ackermann nicht über seine Verhältnisse lebt ist ja wohl klar. Das geht wohl auch gar nicht.

(3) Also entweder habe ich die Ironie in dem Absatz überlesen, oder du hast was verpasst. Die Lücken in der Sozialversicherung werden teilweise natürlich von Staat geschluckt. Der Rest dann durch erhöhte Beiträge direkt von Arbeitgeber und Nehmer. Aber das muss ja auch wer gegenfinanzieren. Und das tut dann wer? Der Steuerzahler. Zumindest die Hälfte. Genau! Und es gibt ja auch eine Einkommenssteuer Grenze.

(4) Aha, jeder Manager hat ne 80Stunden Woche! Das ist mir neu. Aber ich kann dir ne Menge Arbeiter und Angestellte mit ner 60Stunden Woche zeigen. Wenn wir aber schonmal rechnen: Wielange müsste dann jemand wie der Ackermann oder sonst ein Topverdiener arbeiten, wenn man den gleichen Stundensatz zugrunde legen würde wie bei Otto Normal Verbraucher?


Also nochmal: Ich habe nichz gegen gute Gehälter für leitende Positionen. Ich habe auch nichts dagegen, wenn man für die übertragende Verantwortung entlohnt wird. Wenn man aber mit dieser Verantwortung leichtsinnig und raffgierig umgeht, dann habe ich damit ein Problem.

Das ist es was ich mit Patriotismus meine. Wirtschaftlich täte er uns sicherlich gut. Mir wird immer ganz übel wenn ich höre, dass DB mitlerweile die Werke in Polen dichtmacht weils ein paar Kilometer weiter östlich noch billiger ist.
0815 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.05.2005, 21:52   #24 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

Zitat:
Zitat von eva
Zitat:
Zitat von 0815
Und ja, bei uns fließt kein, oder kaum, Schwarzgeld. Ich bin doch nicht bescheuert. Ich kann mich doch nicht beklagen dass meine Kinder keine Schulbildung bekommen und dass die Straßen scheisse sind. Wir haben zu wenige Polizisten, zu wenige Lehrer. Schaut euch das an den Schulen doch mal an! Und dann aber Steuern hinterziehen. Super Plan, echt!
> ist mir zu durcheinander. purer sarkasmus?
Nicht pur, aber sicherlich auch!

Okay, damit keinerlei Mißverständisse entstehen:

Ich verstehe Betriebe nicht, die viel schwarz machen. Ich mein ja nicht dass jemand mal seinen Klempner, weils ein Kumpel ist nen Fuffi in die Hand drückt, wenn er das Klo wieder richtet.

Aber das Gespräch mit dem ich meinen Chef geläutert habe:
Er hat sich immer beschwert, dass sein Sohn so schlechte Lehrer hat. Dass unsere Staßen schlecht sind. Dass wir zu wenig Geld in die Bildung stecken.
Darauf hin konnte ich ihm nur sagen, dass er sich nicht beklagen darf, denn er tut seinen Teil dazu indem er Steuern hinterzieht. Indem man Aufträge schwarz macht. Seitdem ist das Thema bei uns passé.


Zitat:
Zitat von eva
Zitat:
Zitat von 0815
Die Steuern müssen nicht gesenkt, die müssen bezahlt werden.
> gegenbeispiel: würde jeder seine steuererklärung machen, wären wir schon länger "pleite", da die meisten erstattungen bekämen.
Müsste man ausklügeln. Wenn man zuerst die Unternehmen dazu bekommt die Steuern zu zahlen und dann die Bürger, also die tragende Mittelschicht, Ihre Steuererklärung machen liesse, dann müsste man sehen wie groß das Loch wäre. Mit anderen Worten, ich kenne leider keine Zahl. Wenn du eine liest, immer her damit. Interesiert mich natürlich auch.

Zitat:
Zitat von eva
Zitat:
Zitat von 0815
Gesetze? Die machen wir für andere, nicht für uns selber.
> nein. die anderen machen gesetze über unseren kopf hinweg. und dennoch hast du auch recht. (hoff, du verstehst mich nicht falsch)
Ich glaube ich habe dich richtig verstanden. Das war auf Kohl und Schäuble gemünzt. Diese Leute stehen über dem Gesetz und das darf einfach nicht sein.

Zitat:
Zitat von eva
Zitat:
Zitat von quote
Anderes Beispiel ist mir gerade eingefallen: SIEMENS. Mehr Subventionen als Steuergelder!?!!!!?!???!
> frage? und dadurch verlust (vielleicht sogar der ganzen) gewerbesteuer?!
Naja, schlimmer. Wir, also der Steuerzahler legt drauf.

Zitat:
Zitat von eva
Zitat:
Zitat von 0815
Aber soziale Verantwortung, das es was fehlt.
> jaja, was interessiert mich der nachbar....
Leider. Ich finde eine solche Einstellung sehr schade. Sowas bedrückt mich echt. Beispiel: Ich habe mal mit nem Bekannten meines Vaters diskutiert. Dieser meinte dann irgendwann:"Wenns dir hier nicht passt, steht es dir ja frei zu gehen!" - Und genau das ist der Punkt. Wenns mir nicht passt steht es mir frei etwas zu ändern. Zuminest sehe ich das so.

Zitat:
Zitat von eva
kann ich dir sagen! und dafür könnt ihr mich jetzt von mir aus niederknüppeln: 1. die bonzen-nahste partei und 2. nicht gerade die ausländerfreundlichste, aber auch 3. der wirtschaft (sprich den bonzen) muss es gut gehen, dann gibts arbeitsplätze. inwieweit was zutrifft, steht in den sternen.
Natürlich muss es denen auch gut gehen. Bin ja auch kein Antidemokrat. Es ist schon okay, wenn der Eigentümer mit dem Löwenanteil der Kohle nach Hause geht.

Was natürlich auch klar ist: Nur wer übertreibt kann anschaulich schildern. Also da ist natürlich auch ne gute Portion Polemik in meinen Formulierungen. Sonst wärs aber sinnleer.
0815 ist offline   Mit Zitat antworten

Alt 04.05.2005, 23:52   #25 (permalink)
AW: Münti's Kapitalmeckern

@0815:
Mich würde mal interessieren, wo ich hier wen beleidigt habe. Ich habe dich lediglich gebeten, deine Gedanken zu strukturieren um so eine sinnvolle Argumentation aufzubauen.

(1) Ohne, dass ich dich jetzt beleidigen will, aber du hast dich einfach nicht mit der Thematik beschäftigt. Wenn man sich die Heuschreckenliste von Herrn Müntefering anschaut, dann sind dort haufenweise Privat-Equity Firmen, wie beispielsweise Blackstone drauf und auch andere Investoren wie Saban. Das sind die, die heutzutage in der Wirtschaft den Ton angeben, dass ist richtig. Aber zu behaupten, sie würden "die Unternhehmen anoym aufkaufen und zerstückeln und dann mit Gewinn weiterziehen" ist Argumentation auf niedrigsten Bild-Niveau, da es schlicht und ergreifend falsch ist.

Die einzigen, die man unter Münte's Heuschrecken einordnen könnte, sind Hedgefonds wie TCI. Denen geht es darum in kurzer Zeit eine hohe Rendite rauszuschlagen (siehe Deutsche Börse). Aber interessanterweise tauchen die auf seiner Liste gar nicht auf, da sich ja beispielsweise TCI ein reines Gewissen kauft, in dem sie Millionen in die Dritte Welthilfe stecken. Und solche Leute darf man doch nicht angreifen, oder? *Ironie*

(2) Also ich weiß ja nicht, wieviel diese 8000 Menschen verdient haben, aber dir wird sicher einleuchten, dass deren Gehalt Peanuts sind im Vergleich zu den 1,5 Mrd. Gewinn. Einsparungen können also ganz offensichtlich nicht der Grund für die Entlassungen sein, oder?
Aber was ist er dann? Ganz einfach: Die Deutsche Bank hat derzeit eine Marktkapitalisierung von 35 Mrd. Euro. Das ist viel, aber nicht genug um von Atacken von außen sicher zu sein. Umm dieses Ziel zu erreichen (denn sonst sind weit mehr Arbeitsplätze gefährdet) muss man auf über 40 Mrd. wachsen. Das ist aber gar nicht möglich, da die Deutsche Bank so unstrukturiert ist, dass alle Wachstumsimpulse sich totlaufen. Ackermanns (richtige) Schlussfolgerung: Es muss einen deutlichen Umstrukturierungsprozess geben. Das übliche Prozedere: Konzentration auf den Kern und daraus dann wachsen. Das im Laufe dieses Prozesses einige Leute ihren Job einbüßen ist normal, da ihre Position nunmal einfach überflüssig wird. Langfristig werden aber bei der Deutschen Bank eher Arbeitsplätze enstehen als abgebaut, weil das Ziel wie gesagt im Wachstum liegt und nicht im Zusammenschrumpfen des Unternehmens.

Desweiteren denke ich sehr wohl, dass Ackermann 800 bis 2000mal soviel Wert ist wie ich, weil ich könnte den Job nicht durchführen.

(3) Nein. Ich meinte, dass Herr Schröder und seine Minister sich endlich mal die zahlreichen Gutachten durcharbeiten sollten um Lücken im Steuersystem zu schließen. Dahin verschwinden nämlich die Milliarden.

(4) Ja viele Manager haben eine 80 Stunden Woche, dass ist so. Zu den Gehältern: (1) siehe was ich bei Ackermann geschrieben habe (2) letzendlich spiegelen Managergehälter auch nichts anderes da, als das ganz normale Verhältnis aus Angebot und Nachfrage.
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