Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?


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Alt 29.05.2004, 10:34   #26 (permalink)
sehr interessantes thema und interessante posts!

ich hab nicht sehr viele erfahrungen mit behinderten, ausser mit dem einen sohn meiner früheren nachbarn, als ich noch zuhause gewohnt hab.

er ist im wachkoma, nachdem er einen schweren autounfall hatte. jedes mal, wenn ich ihn wiedersehe, hat er fortschritte in seiner entwicklung gemacht. darüber freuen wir uns dann und zeigen ihm auch unsere freude. des weiteren sprechen wir mit ihm wie mit einem gesunden menschen und erzählen ihm, was wir so alles erlebt haben. das ist, denke ich, auch sehr wichtig, dass man behinderte oder kranke menschen möglichst normal behandelt und mit ihnen normal umgeht.

was den sohn meiner ehemaligen nachbarn angeht, so muss ich sagen, dass er mir sehr leid tut, denn vor seinem unfall hatte er studiert und wollte noch seinen doktor machen, und er hatte wirklich was drauf.
und auf einmal ist dies alles vorbei. für ihn ist es so kein leben mehr meiner meinung nach, und auch für die angehörigen ist es alles sehr schwer.

daher bewundere ich sie auch, dass sie diesen schweren schicksalsschlag so gut meistern und sich so aufopferungsvoll um ihn kümmern! hut ab!

denn ich könnte es nicht so ohne weiteres, denke ich.
Bre_Spiderwoman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.07.2006, 12:08   #27 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

Hallo Ihr Lieben!
Es ist doch schön, zu sehen, dass sich manche Menschen Gedanken zu diesem Thema machen. Meiner Meinung nach ist das nicht selbstverständlich, vor allem nicht für solche, die noch nie mit Menschen mit Behinderungen zu tun hatten.
Ich habe mein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Einrichtung für schwerstbehinderte blinde und gehörlose Menschen gemacht (was für mich auch die erste Begegnung mit "Behinderten" war) und ein Erzieher-
Praktikum in einer Schule für geistigbehinderte Kinder. Hier habe ich auch Betreuer getroffen, die sagten, dass es für sie anfangs ganz schwierig gewesen sei, mit den Leuten zu arbeiten. Im Nachhinein waren alle ganz begeistert. Gegenüber etwas, das man nicht kennt, hat man eben oft Berührungsängste, sei es wegen der äußeren Erscheinung oder wegen des Verhaltens mancher "behinderter" Menschen.
Für mich ist das nicht verwunderlich. Wann hat der Otto-Normalverbraucher
schon mal die Gelegenheit, sich mit solchen Menschen zu beschäftigen? Wenn sie einmal im Monat in der Stadt an ihm vorbeilaufen (manche scheinen das ja tatsächlich zu nutzen, um Kontakt aufzunehmen, was ich toll finde!)? Jedenfalls habe ich nicht das Gefühl, dass "Behinderte" in diese unsere gefühlsbehinderte(!) Gesellschaft tatsächlich integriert sind. Und für mich bedeutet Integration auch nicht, dass sie gefälligst alles so zu tun haben, wie die Gesellschaft das gern hätte, sondern dass wir andere so integrieren, WIE SIE SIND! Wenn Behinderte kaum aus den dafür vorgesehenen Einrichtungen rauskommen, ist es kein Wunder, dass die anderen Menschen nicht an sie gewöhnt sind.
Mein nächstes Praktikum mache ich in einer Wohngruppe für Gehörlose mit psychischen Erkrankungen. Ich bin gespannt, wie das wird und was wir da so
miteinander auf die Beine stellen können.
Wenn ich schwanger wäre (was sowieso ein relativer Schock wäre), würde ich
schonmal auf keinen Fall eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen. Da sollen doch auch schlimme Sachen bei passieren können, oder? Zumal es trotz einer solchen Untersuchung nicht sicher ist, ob die vom Arzt gestellte Diagnose auch zutrifft. Dann sagt der mir, "Ihr Kind wird dies-und-das haben."
und dann stimmt das vielleicht noch nicht mal. Ich finde den Gedanken schlimm, mein Kind abtreiben zu lassen, weil es evtl. nicht so sein wird, wie die anderen Kinder. Und wer einen schwerstbehinderten Menschen mal hat lachen sehen, der wird merken, dass dieses Leben eine ganze Menge Wert hat. Ich kann verstehen, wenn Menschen sagen, dass sie kein "behindertes" Kind möchten, denn das bedeutet oft nicht nur mehr Arbeit und Aufmerksamkeit sondern manchmal eben auch, dass die Lebenserwartung
des Kindes nicht sehr hoch ist.
Meine Erfahrung mit "behinderten" Menschen ist jedenfalls, dass ihre manchmal offene und impulsive Art eine absolute Bereicherung für ihre Mitmenschen ist und dass wir uns davon ab und zu gern mal ein Scheibchen abschneiden könnten.
Liebe Grüße, Kristina
Kristina ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.07.2006, 16:05   #28 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

also ich habe absolut nichts gegen Menschen mit Behinderung. Mein Vater ist selber behindert, zwar nicht geistig, aber dafür körperlich. Habe auch in meiner Verwandtschaft einen, der ist geistig behindert. Ich habe kein Problem mit denen. Schließlich sind das Menschen, wie ich auch.

Auch während meines Praktikums als Physiotherapeutin hatte ich viel mit Menschen mit Behinderung zu tun. Ich fand es immer wieder erstaunlich, wie viel die können. Manche sogar viel mehr als ich.
cheezy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.07.2006, 15:42   #29 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

Leider kenne ich keine Behinderten Menschen. Wenn ich mit ihnen in Kontakt komme, gebe ich zu, bin ich oft überfordert. Ich habe vor einigen Jahren einmal einem Rollstuhlfahrer Hilfe angeboten (im Supermarkt an einem Regal). Der hat mich vielleicht angefahren.
Mangels Gelegenheit bin ich bis heute nicht dahinter gestiegen, wann man diesen Menschen nun helfen soll, oder ob überhaupt. Also verhalte ich mich passiv und warte ob mich einer um Hilfe bittet, oder nicht.
Zugegeben fällt es mir schwer, das Handicap dieser Menschen beim Umgang mit ihnen auszublenden. Wahrscheinlich bin ich in dieser Beziehung unbeholfener als die Behinderten selbst.
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.07.2006, 16:02   #30 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin kein extrovertierter Mensch, und habe somit erstmal gewisse Berührungsängste.
Diese dann aber bei allen mir unbekannten Menschen.
Ich kann eigentlich besser mit körperlich behinderten als mit geistig behinderten Menschen umgehen, sprich die Berührungängste sind geringer.
Vor Jahren lebte ein geistigbehinderter Mann der aber im einem elektrisch angetriebenen Rollstuhl saß, mit dem er sogar auf der Straße herumpeste, in unserem Stadtteil. Soweit ich mich erinnnern kann hieß er Manfred. Ich war noch ein Kind und konnte ihn kaum verstehen, doch habe ich ihn, wie viele andere, immer freundlich gegrüßt wenn er mir begegnete.
Meine Cousine hat ein geistig behindertes Kind. Sein Name ist Benjamin.
Immer wenn sie bei uns zu Besuch war, hatte ich (damals etwa 12 Jahre alt) Angst vor Benjamin (damals etwa 8 Jahre alt, glaube ich).
Er hatte die Angewohnheit einem mit Sachen zu beschmeißen, z.B. mit Spielzeugautos oder Bauklötze, oder auch an der Haaren zu ziehen.
Beides empfand ich als recht schmerzhaft und habe zu Benjamin immer ein gewissen Abstand gehalten und ihn immer im Auge behalten.

Wenn ich mir vorstelle Vater zu werden wünsche ich mir ein gesundes Kind.
Und wenn ich wüßte das mein Kind geistig behindert zur Welt kommen wird, so tendiert mein Bauch zur Abtreibung.
Ich habe mir bisher immer gesagt das dies die beste Lösung sei. Das Kind hätte es im Leben schwer und dies kann man ihm ersparen.
Wer sich dies sagt und dabei in den Spiegel schaut, erkennt aber das dies eigentlich eine angenehme Ausrede ist. Denn die Wahrheit ist, ich komme mit der Vorstellung nicht klar ein Kind zu haben das gehänselt wird, das schief angesehen, bemitleidet und evtl. auch verachtet wird. Hinzu kommt das solch ein Kind viel Fürsorge braucht, und dies evtl. ein Leben lang.
Was aber wenn ich vor dem Kind sterbe? Wer, und wie gut, kümmert sich um das Kind wenn seine Eltern gestorben sind?
Mir kommen diese Ängste immer dann komisch vor, wenn ich über Bekannte oder aus dem Fernsehen mitbekomme, wie Eltern solcher Kinder genau die gleichen egoistischen Ängste wie ich hatten, bevor sie das erste mal in die Augen ihres Sproß gesehen haben, und dann war es egal ob behindert oder nicht. Toll dieser Sinneswandel, und eine Hochachtung vor dem Mut dieser Menschen. Ich habe diesen Mut nicht und hoffe immer noch ihn nicht zu benötigen (da ist er schon wieder, dieser Egoismus).

Letzten Endes weiß ich wirklich nicht wie ich meinen Entschluß fassen würde, sollte ich Vater eines behinderten Kindes werden. Zumal ich ja nur ein Elternteil darstelle und als Mann das Kind nicht austrage.
__________________
»Einschlafen, fühl ich, will das Ding, die Seele,
Und näher kommt die rätselhafte Nacht!«
von Theodor Storm(1817-1888) aus "Ein Sterbender"
Ummon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.07.2006, 16:03   #31 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

So ihr könnt schon mal die Steine aufheben!

Ich habe schon mehrfach mit behinderten Menschen gearbeitet und meine Freizeit verbracht und kam immer sehr gut mit ihnen klar. Auch meine Zukunft wird hoffentlich von diesen Menschen gestaltet, denn ich habe schwer vor Sonderpäd. zu studieren. Es ist sehr bewegend und erfüllend mit behinderten Menschen zusammenzuarbeiten.
So und jetzt kommt das große ABER. Als „alter Biologe“ geht es mir teilweise nicht in den Kopf rein warum der Mensch sich so dermaßen der natürlichen Selektion entziehen muss. Ich frage mich auch, vollkommen Wertungsfrei, was dies für Auswirkungen auf die Gesellschaft der Zukunft haben wird wenn sowohl behinderte Menschen als auch Menschen mit sozialen Defiziten ( mal harmlos ausgedrückt) ihre Gene weitergeben.

Denkt in Ruhe darüber nach bevor ihr die Kanonen ladet.
Gruß
A
__________________
Jeder schrie „wo kämen wir denn da hin“, aber keiner ging um zu sehen wohin man käme wenn man denn ginge.
Auriane ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.07.2006, 22:22   #32 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

Schade das ich gerade zu wenig Zeit habe, ich würde gern die ein oder andere Aussage kommentieren. Ich versuch's im Hinterkopf zu behalten.
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Die beste Chance die ihr je hattet!
Spreeward ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.07.2006, 23:31   #33 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

Ich hab selber mit behinderten Menschen zu tun. Mir macht es sehr viel Spaß den "hilflosen" Menschen in ihrem täglichen Leben zu helfen.

Ich selber habe bei einem DRK Projekt selber mal in einem Rollstuhl gesessen. Wir hatten die Aufgabe mit dem Rollstuhl klar zu kommen. Klar wir hatten dabei auch jede Menge Fun, aber es war anstrengend.
__________________
www.chanthakim.com
Cikay ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.07.2006, 23:56   #34 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

Um das so allgemein und einfach wie möglich zu gestalten, kategorisier ich mal in 2 Hauptgruppen:
Bekannte und Fremde

Bei Leuten aus dem Umfeld ist das ja eh eine eher emotionale Sache! Möglicherweise sind sie nicht mit dieser Behinderung, in welcher Stärke auch immer, auf die Welt gekommen/aufgewachsen und man hat ständig im Hinterkopf, wie normal sie eben damals waren.
Und selbst wenn es angeboren ist, auch hier kann man das ungefähre Verhalten aufgrund von Erfahrungswerten abschätzen. Also dass geistig behinderte Menschen plötzlich anfangen zu schreien oder so...!


Bei Fremden ist das was anderes...: Je nach Behinderung (denn bitte, wer sieht einem Menschen seine Stoffwechselkrankheit, ebenfalls als schwerbehindert eingestuft, an!?) ist das unterschiedlich!
Manche haben einfach ne eingeschränkte Motorik, aber sind geistig noch voll da... Mit denen kann man ja ganz normal reden, wo is da das Problem? Die etwas Erfahreneren stellen sich auch irgendwann nicht mehr neben Rollstühle, sondern knien sich daneben etc.! Aber der Umgang mit diesen Menschen ist sehr leicht, weil man selbst sehr schnell ihren Platz einnehmen könnte! Lasst mich mal blöd fallen, dann roll ich auch so durch die Gegend!

Anders bei Leuten, die über eine einwandfreie Motorik verfügen, aber mental nicht mehr bei der Sache sind! Und fremd dazu!
Und da muss ich sagen, war ich schon des öfteren sauer, was ich sah und erleben musste! Sauer stets über die Begleiter oder Eltern dieser Menschen, nie über diese selbst!
Als Elternteil muss man nach Jahren wissen, wie sich die Betreuten verhalten! Und wenn man die dann grölend und tatschend andere belästigen lässt, obwohl ganz klar ist, dass diese gestört werden, dann muss man auch mal Grenzen aufzeigen wie bei jedem normalen Menschen auch! Kann mir keiner erzählen, dass nicht auch geistig behinderte es nicht mitbekommen, wenn ihnen etwas verboten wird!
Noch schlimmer, wenn das Verhalten dieser Leute anderen Angst macht. Also wenn "Erkunden" der Mitmenschen alte Omas plötzlich ängstlich aufspringen und losrennen lässt! Man weiss ja eben nicht, was als Reaktion danach kommt! Wenn ich schreie und den anderen anfasse, dann hat der oft auch eine gepflegt hängen!
Oder wenn ein Auto kommt, die Person an die Hand nehmen, wenn sie wissen, dass die Person sich immer Autos in den Weg wirft... merkwürdiges Beispiel, aber auch sowas gibt es!
Wenn man sowas miterlebt, zweifelt man auch an der Zurechnungsfähigkeit der Betreuer und ob diese nicht selbst mal irgendwo behandelt werden sollten!

Im Allgemeinen ist mir ihre Behinderung Wurst und genau das halte ich für richtig!!! Ich behandel sie wie jeden normalen Menschen sonst, der mich nett fragt oder mir blöd kommt auch... eventuell mit nötiger Anpassung an die Gesamtsituation, aber "standartisiert normal"!
__________________
Captain-Subtext ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 26.07.2006, 17:46   #35 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

Zitat:
Zitat von ArminMeiwesTorsogeil
Leider kenne ich keine Behinderten Menschen. Wenn ich mit ihnen in Kontakt komme, gebe ich zu, bin ich oft überfordert.
Das ist die Wurzel allen Hickhacks. Erschreckend viele "kennen" überhaupt Menschen mit Behinderungen. Vor allem mit geistigen. Der Grund: Sie werden auch heute noch teilweise regelrecht versteckt. Soviel zu unserer total modernen Zeit. Das man da als "Unerfahrener" oft überfordert ist, erscheint nur logisch.
Zitat:
Zitat von ArminMeiwesTorsogeil
Zugegeben fällt es mir schwer, das Handicap dieser Menschen beim Umgang mit ihnen auszublenden. Wahrscheinlich bin ich in dieser Beziehung unbeholfener als die Behinderten selbst.
Sehr gute Einschätzung! Mehr dazu später.
Zitat:
Zitat von Ummon
Wenn ich mir vorstelle Vater zu werden wünsche ich mir ein gesundes Kind.
Wer wünscht sich das nicht?
Zitat:
Zitat von Ummon
Ich habe mir bisher immer gesagt das dies die beste Lösung sei. Das Kind hätte es im Leben schwer und dies kann man ihm ersparen.
(Bitte die Ausdrucksweise nicht persönlich nehmen!) - Völliger Schwachsinn! Wie schwer es ein "gesundes" oder ein behindertes Kind im Leben haben, entscheidet nicht alleine der Defekt. Frag mal ein Kind mit Down Syndrom nach seinem unglaublich schwierigen Leben. Das lacht Dich aus bzw. versteht erst gar nicht was Du von ihm willst. Was Du vielleicht als krass empfindest, ist für die Menschen meistens überhaupt kein Problem, ja nicht mal ein Thema. Deine Aussage müsstest Du (wenn Du ehrlich bist, und das bist Du ja im Folgenden) also so formulieren: "Ich als Vater hätte im Leben schwer und das kann ich mir ersparen.
Zitat:
Zitat von Ummon
Wer sich dies sagt und dabei in den Spiegel schaut, erkennt aber das dies eigentlich eine angenehme Ausrede ist. Denn die Wahrheit ist, ich komme mit der Vorstellung nicht klar ein Kind zu haben das gehänselt wird, das schief angesehen, bemitleidet und evtl. auch verachtet wird.
Siehe oben, ehrlich Selbsteinschätzung
Zitat:
Zitat von Ummon
Hinzu kommt das solch ein Kind viel Fürsorge braucht, und dies evtl. ein Leben lang.
Was aber wenn ich vor dem Kind sterbe? Wer, und wie gut, kümmert sich um das Kind wenn seine Eltern gestorben sind?
Was wenn Du vor Deinem "gesunden" Kind stirbst? Das wirst Du im Normalfall immer. Mach da mal keine allzu großen Unterscheidungen. Wenn Du irgendwann stirbst, gibt es fachkundige Leute und Einrichtungen, die Deinem Kind (was dann sowieso schon erwachsen ist) ein altersgerechtes Leben ermöglicht.
Zitat:
Zitat von Auriane
So und jetzt kommt das große ABER. Als „alter Biologe“ geht es mir teilweise nicht in den Kopf rein warum der Mensch sich so dermaßen der natürlichen Selektion entziehen muss. Ich frage mich auch, vollkommen Wertungsfrei, was dies für Auswirkungen auf die Gesellschaft der Zukunft haben wird wenn sowohl behinderte Menschen als auch Menschen mit sozialen Defiziten ( mal harmlos ausgedrückt) ihre Gene weitergeben.
Auch wenn Du Dir dessen bewusst sein wirst: VORSICHT! Da biste ganz schnell bei Leuten, mit denen Du Dich sicher nicht auf eine Stufe stellen willst. Und wir müssen uns dieser Auslese entziehen weil wir es können! Wir haben genug Kohle, die wir da reinstecken können um auch diesen Menschen ein bestmögliches Leben unterstützend zu gewährleisten. Es wird soviel Geld für Wirtschaftsscheisse ausgegeben, da hat es der Mensch an sich zu allererst zu erwarten.
Zitat:
Zitat von Cikay
Mir macht es sehr viel Spaß den "hilflosen" Menschen in ihrem täglichen Leben zu helfen.
(Querverweis an Armin) - Sicherlich lieb gemeint aber mir wird trotzdem schlecht. Diese Menschen sind nicht hilflos! Sie werden in diese Rolle gedrängt. Es gibt ein tolles Zitat einer geistig behinderten Frau, die mal gesagt hat: "Ich bin nicht behindert, ich werde behindert!"
Und das ist der Punkt. Nur weil ein Gendefekt oder eine körperliche Ungewöhnlichkeit vorliegt, heisst das lange nicht, das der Mensch hilflos ist. Wenn die Gesellschaft das endlich mal schnallen würde, wären viele dieser Menschen sehr viel selbständiger als sie es heute sind. Aber das liegt vor allem auch an den Eltern. Die behandeln ihre Kinder (und erwachsenen Söhne und Töchter...) nämlich oft genug wie Säuglinge oder Porzelanpuppen. Und dann versuch mal jemanden auf den Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Zitat:
Zitat von Captain Subtext
Im Allgemeinen ist mir ihre Behinderung Wurst und genau das halte ich für richtig!!! Ich behandel sie wie jeden normalen Menschen sonst, der mich nett fragt oder mir blöd kommt auch... eventuell mit nötiger Anpassung an die Gesamtsituation, aber "standartisiert normal"!
Stellvertretend für einen super Beitrag gibt's dafür echt Applaus! Wenn alle so denken würden, gäbe es in letzter Konsequenz sogar den Begriff "Behinderung" gar nicht mehr.
__________________
Die beste Chance die ihr je hattet!
Spreeward ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.07.2006, 19:01   #36 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

Zitat:
Die etwas Erfahreneren stellen sich auch irgendwann nicht mehr neben Rollstühle, sondern knien sich daneben etc.!
Ich behaupte mal, genau das, machen die etwas Erfahreneren nicht!
Jeder körperlich benachteiligte, den ich kenne, wünscht sich eben nicht so ne sonderbehandlung. Und das kann ich gut verstehen.
Mein Informatik Lehrer auf meiner Schule saß im Rollstuhl und hat es wie die Pest gehasst, wenn man ihm Platz machte o.ä.
Er wollte eben wie jeder andere auch behandelt werden. Und darauf hat denk ich mal jeder ein Recht.

Ansonsten schließ ich mich Spreeward & dem Captain an.
__________________
I mean who doesn't want the cars,
money, fame, attention, bars, honeys,
games, attention, stars?
Funny how we say we don't need it
then turn around and try to achieve it.
-JD- ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.07.2006, 23:21   #37 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

Zitat:
Zitat von -JD-
Mein Informatik Lehrer auf meiner Schule saß im Rollstuhl und hat es wie die Pest gehasst, wenn man ihm Platz machte o.ä.
Also wenn ich irgendwo stehe, so dass ich (und andere) den Weg versperren und jemand im Rollstuhl kommt direkt auf mich/uns zu und ich habe nicht das Gefühl, dass er mit mir sprechen will, mache ich den Weg frei. Würde ich bei einem Menschen ohne (sichtbare) Behinderung auch machen.

Auf meiner Arbeit habe ich ab und zu mit 3 Behinderten zu tun (also solchen, denen man es auch ansieht). Ein Herr im Rollstuhl, der sich gut verständlich und unter Anstrengung auch an Krücken gehen kann.
Die anderen beiden sitzen ebenfalls im Rollstuhl (sie sogar in so einem großen elektrischen), haben allerdings zusätzlich noch ihre Arme/Hände in so einer verkrümmten Haltung und können sich auch nicht ganz so gut verständlich machen. Man muss also schon genau hinhören, wenn sie was fragen/besprechen wollen.

Geistig sind alle ganz fit, soweit ich das mitbekomme. Kann für ein kurzes Gespräch ohne Probleme mit ihnen umgehen - besonders wenn es um betriebliches geht.

Bei längeren Gesprächen oder auch bei anderen Behinderten wüßte ich schon weniger, wie ich an sie ran gehen soll. Auf jeden Fall versuche ich sie nicht anders zu behandeln als andere.

Zitat:
Zitat von Captain-Subtext
Als Elternteil muss man nach Jahren wissen, wie sich die Betreuten verhalten! Und wenn man die dann grölend und tatschend andere belästigen lässt, obwohl ganz klar ist, dass diese gestört werden, dann muss man auch mal Grenzen aufzeigen wie bei jedem normalen Menschen auch! Kann mir keiner erzählen, dass nicht auch geistig behinderte es nicht mitbekommen, wenn ihnen etwas verboten wird!
Generell wohl richtig. Aber auf dem Weg zur Arbeit habe ich auch manchmal einen von zwei scheinbar geistig Behinderten in meinem Teil der Bahn. Beide grüßen die anderen Fahrgäste und ich habe beide auch schon zurück gegrüßt. Bei einem von beiden habe ich schon erlebt wie er andere mehrmals grüßt, obwohl diese entweder zurück gegrüßt oder gar nicht reagiert haben. An und für sich noch nicht so schlimm. Allerdings ist er mir als ich zur S-Bahntür wollte an den Arm gegangen, den ich dann auch wegzog. Die nächsten 50 Meter oder so hat er das noch ein paar Mal gemacht. Dieser Herr hatte auch keinen Betreuer dabei, der ihm sagt, dass mich das stört.

Wenn ich mal ein Kind haben sollte, dass schwer körperlich oder geistig behindert ist, weiß ich nicht, ob ich ihn/sie ganz normal aufziehen würde, oder ob ich zu schwach und zu egoistisch wäre und ihn/sie zur adoption freigeben würde. Ich hoffe, dass ich eine solche Entscheidung nicht treffen muss oder ich wenn ich es doch tun muss, die Kraft habe, die richtige Entscheidung zu treffen.

Wenn Auriane mit ihrer Aussage sich dafür aussprechen will, jede Mögliche Behinderung während der Schwangerschaft auszusortieren, so dass jeder Mensch ohne Behinderung zur Welt kommt, find ich das in Ordnung.
Wenn sie was anderes meint, weiß ich nicht, was das genau ist und was ich davon halten soll.......
__________________
Ladida
Manni ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2008, 11:29   #38 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

Mein name is margitta
Ich bin mit einen Behinterten verheiratet seit 9 Jahren jetzt fast, die Gesleschaft hat noch zu viele forurteile. Und der staat nimit die menschen garnich für voll.Und macht es denn menschen die sich um solche menschen kümmern schwer. das kann ich jeden tag sehn.Um alles mus man betteln und anträge machen als wenn es nich ein mal reichen würde wenn man alles abgeben tut. Und mache die arbeiten gehn glauben das Pflege zu hause keine arbeit is, die glauben man sitzt den ganzen tag nur auf den Hintern. da bei arbein solche menschen lenger als eine der auf arbeit geht. solche haben einen 24 stunden tag. und bekommen da für keinen lohn.ich habe meinen mann nich geheiratet um Lohn zu bekommen.sondern weil ich ihn liebe. aber die ämter machen es einen sau schwer. Wann begreift endlich mal die geselschaft das auch behinderungen in eine Geselschaft gehören. und es menschen gibt die da zu stehn.
Margitta ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.10.2008, 05:43   #39 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

ich habe mir das alles hier nicht durchgelesen und mag einiges vielleicht wiederholen.
kommt drauf an was es für eine behinderung ist erstmal, ob man damit aufgewachsen ist oder es erst mit der zeit zustande kam, ob es ein prozess, ein unfall oder was auch immer war, wie sie sich auswirkt, ob man damit klarkommt, wie man es selbst sieht, wie der charakter beschaffen ist (in hinsicht darauf was man selbst davon denkt, es aufnimmt etc., manche kolabieren einfach an soetwas andere sind stärker beschaffen..). es gibt viele arten von behinderung.
was macht die leute so unterschiedlich? eine krankheit? eine äußerlichkeit? was genau? jeder hat probleme mit denen er klarkommen will - für manche behinderte ist ihre behinderung gar kein problem, vielleicht sogar ein vorteil.
wer hat im übertragenem sinn keine behinderung?
wobei es klar ist, dass ein 30-jähriger, der nach einem autounfall sein bein verliert und womöglich noch athlet war sehr wahrscheinlich am boden zerstört sein wird, keinen sinn mehr im leben sieht, verzweifelt. wogegen jemand der mit soetwas aufgewachsen ist ein völlig anderes verständnis davon hat. muss man alles differenzieren. gibt noch etlich beispiele, situation, die ich nicht genannt habe. das thema ist sehr weit gefächert.

desweiteren ziehe ich da keine schlüsse bevor ich keine näheren umstände weiß... ich packe die leute nicht einfach in eine bestimmte kategorie. ich sehe keinen grund diese leute anders zu behandeln, bzw. ihnen nicht die gleichen chancen zu geben, sie zu bevorzugen oder zu benachteiligen, wobei man wohl einen blinden keinen bus fahren lassen würde. man hört ja von blinden, die auto fahren können, aber wenn sich ein bus im öffentlichen verkehr nicht mehr als 30km/h schnell bewegt ist es einfach unsinnig.

hm persönliche erfahrungen.... mh nicht viele, außer meinen freund, der nur ein auge hat. was das für eine bedeutung für mich hat? hm.... hab nie drüber nachgedacht. wahrscheinlich absolut keine. absolut unwichtig...ändert nichts. war mal thema, weil mich das interessiert hat, was da genau war und wie er das sieht, was für nachteile er dadurch hat etc.
eine behinderung sagt nichts über den menschen aus, wenn man da nicht näher drauf eingeht und herausfindet, in welcher weise es einen möglicherweise verändert hat.

bei einem baby wiederum, wo man weiß, dass es behindert auf die welt kommen wird und sein leben von kurzer dauer sein wird wäre es eine frage ob man es diese qual antun soll. das ist aber alles subjektiv. auf der anderen seite, woher weiß man das so genau? vor allem, woher weiß man ob es das baby genauso empfinden wird wie man es sich denkt? ob es diese qual die man voraussagt auch verspürt...jetzt nicht unbedingt im wortwörtlichen sinn? oder ob es auszutragen einfach pure sinnlosigkeit war? vielleicht sogar reiner egoismus oder das einhalten von sinnlosem gesetz. oder das vorschieben eines gesetzes, wonach diese abtreibung gesetzeswidrig wäre, dabei das menschliche übergeht? soetwas ist sehr schwierig. ich hätte keinen schimmer was ich da tun würde und will auch nicht in diese lage kommen, wo eine entscheidung zwingend notwendig ist. aber ist diese entscheidung erstmal gefallen, bestände keine alternative. es wäre alles andere als unfair es darauf ankommen zu lassen. man entscheidet sich fürs eine oder andere und sollte damit leben. sich für das leben des babys zu entscheiden und nach 2 monaten festzustellen man will das doch nicht und es kommt alles anders als man es gern hätte oder erwartet hat halte ich nicht für hinreichend um seine meinung dahingegen einfach zu ändern - das ist schlichtweg egoismus und unfair gegenüber dem kind.
Asia ist offline   Mit Zitat antworten

Alt 31.10.2008, 18:55   #40 (permalink)
AW: Menschen mit Behinderungen - Wie steht ihr dazu?

Was soll man dazu noch sagen?

Zitat:
Zitat von Yahoo.de
Die Ablehnung einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung für einen deutschen Arzt wegen seines behinderten Sohnes mit Down-Syndrom hat in Australien Empörung ausgelöst. Er sei zutiefst enttäuscht, dass die australische Regierung ermutige, ins Land zu kommen und wichtige Aufgaben zu übernehmen, "und dann den Leuten sagt, dass ihr Sohn eine Belastung für die Allgemeinheit ist", sagte der deutsche Mediziner Bernhard Moeller dem australischen Fernsehsender ABC. Moeller arbeitet seit zwei Jahren als Arzt im südlichen Bundesstaat Victoria, wo es einen chronischen Ärztemangel gibt. Diesen Artikel weiter lesen
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Die Einwanderungsbehörden hatten eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für den Deutschen abgelehnt, weil sein 13-jähriger Sohn Lukas das Down-Syndrom hat. Die Entscheidung basiert auf einem vor Jahrzehnten eingeführten System, wonach Einwanderern der dauerhafte Aufenthalt verweigert werden kann, wenn sie selbst oder ihre Familien bestimmte Gesundheitsanforderungen nicht erfüllen.

In Moellers Fall bedeutet die Behinderung seines Sohnes nach Behördenangaben eine mögliche langfristige finanzielle Belastung des Gesundheitssystems. Es gehe nicht um das Down-Syndrom als solches, betonte die Behörde: "Es könnte jede Erkrankung sein, die möglicherweise auf Dauer Kosten verursacht."

Behördensprecher Peter Vardos betonte, der Deutsche habe ein Visum bis 2010 und könne die Entscheidung der Einwanderungsbehörde vor einem unabhängigen Ausschuss anfechten. "Er wird weder aus dem Land gejagt noch zur Ausreise aufgefordert."

Der Betroffenenverband Down Syndrome Victoria forderte die Regierung auf, ihre Einwanderungsrichtlinien zu überarbeiten. Mit der Entscheidung werde der Sohn des Arztes diskriminiert, sagte Sprecherin Catherine McAlpine. "Die Behörde scheint sich nur auf die möglichen Kosten zu konzentrieren und nicht zu berücksichtigen, welchen Beitrag dieser junge Mann und seine Familie für die Gemeinschaft leisten", kritisierte sie.
__________________
Der Himmel ist deshalb so grau, weil alles Blaue schon heruntergelogen wurde.
richieguitar ist offline   Mit Zitat antworten
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