Morgen


Gedichte und Geschichten (unbekannte Dichter) Ihr habt ein neues Gedicht oder eine Geschichte geschrieben? Bitte postet es hier...

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Alt 09.11.2006, 19:43   #1 (permalink)
Lia
Morgen

Ich bin mir nicht sicher ob das okay ist, was ich geschrieben habe, bzw. hier reingesetzt habe, da es eine Kombination aus Geschichte und Gedicht ist...
wenn es nicht okay ist, sagt es mir bitte.
Und hier kommt nun meine Geschichte:


Morgen

Der Tag bricht an, und ich bin bereits seit einer halben Stunde wach. Ich blicke aus dem Fenster. Es ist mein erster Blick aus dem Fenster an diesem Morgen. Ein Gedanke schießt mir durch den Kopf. Ich erinnere mich an ein Buch, das ich geschrieben habe. Ich wende meinen Blick vom Fenster ab und suche nach dem Buch in der Abstellkammer, in einer Kiste. Lange Zeit habe ich nicht darin geschrieben oder gelesen. Da ist es. Es ist schon etwas alt und die Seiten sehen auch schon sehr mitgenommen aus. Ich blättere vorsichtig darin, um die Seiten nicht zu zerreißen. Ganz unbewusst suche ich nach etwas, nach einem bestimmten Text, einem bestimmten Gedanken, einem bestimmtes Gefühl. Ich habe mit den Jahren viel hineingeschrieben, viele Gedanken die nicht zu Ende geführt wurden, viele Gefühle, die nun im Verborgenen liegen. Ich suche weiter. Da ist ein Text, den ich schon ganz vergessen habe. Ich überfliege ihn kurz, nein, das ist nicht der, den ich suche. Ich blättere weiter. Da ist Einer. Nein, er ähnelt ihm, doch das ist er nicht. Nach welchem Text genau ich suche, weiß ich eigentlich gar nicht. Das Buch ist nicht einmal voll geschrieben. Wieso finde ich ihn dann nicht? Ich schlage noch ein paar Seiten um und ich lese die Überschrift: "Mâine". Es ist Rumänisch und heißt "Morgen". Das ist er. Ich blicke zum Anfang des Textes, um ihn zu lesen, als es plötzlich dunkel wird. Ich sehe nichts mehr. Ich schließe meine Augen.

Einige Minuten vergehen bis ich sie wieder öffnen kann. Es ist hellichter Tag und ich liege im Bett. Geräusche erklingen aus der Küche. Kinderstimmen ertönen. Es sind meine Kinder. Es war nur ein Traum. Ich sehe mich um, ich bin alleine im Zimmer. Ich stehe auf und gehe auf die Tür zu. Langsam öffne ich die Tür und ebenso langsam gehe ich auf die Küche zu. Ich sehe meine Kinder am Tisch sitzen.Sie machen ihre Hausaufgaben. Ein warmer Hauch gleitet meinen Hals entlang. Es ist mein Mann, er küsst mich im Nacken. "Morgen" Ich drehe mich um, er lächelt. "Geht es dir besser?" Ich antworte nicht, er schaut mich an. "Hast du noch Kopfschmerzen, Schatz?" Ich schüttle den Kopf. Im Vorbeigehen küsst er mich. "Dann ist ja gut.", und geht zu den Kindern. Ich gehe zurück ins Schlafzimmer, und wie in Trance gehe ich direkt auf unseren Wandschrank zu. Ich nehme einige Kisten runter, durchsuche sie, und in der vorletzten Kiste finde ich es dann. Mein Buch. Ich setze mich aufs Bett, lege das Buch auf meinem Schoß. Ich suche nach dem Text, dem Text, nach dem ich bereits im Traum gesucht habe. Hastig blättere ich die Seiten um. Da ist er. Die Angst steigt in mir hoch. Ist das wieder nur ein Traum? Werde ich wieder aufwachen noch bevor ich den Text gelesen habe? Ich schließe meine Augen und taste die Seite ab. Meine rechte Hand gleitet langsam über ihr. Sie fühlt sich samtig an. Ich öffne langsam meine Augen. Ich fange an zu lesen, als ich mich beobachtet fühle. Ich blicke auf. Mein Mann steht in der Tür und lächelt mich an. Ich lächle zurück. "Du bist so schön." Er bemerkt das Buch. "Was ist das?", fragt er neugierig. "Meine Vergangenheit." Er macht einen Schritt auf mich zu, ich schließe erneut langsam meine Augen, für einige Sekunden nur.

Als ich sie wieder öffne, sitze ich auf meinem Bett, mein Mann ist nicht mehr da, das Buch liegt auf meinem Schoß, genau wie vorhin, aber die Seite ist nicht beschrieben. Ich sehe mich um, es ist nicht mehr mein Schlafzimmer, es ist mein altes KInderzimmer. Hinter mir hängt ein großer Spiegel. Ich trau mich kaum hineinzublicken. "Ich bin 33, Ich bin 33, Ich bin 33.", denke ich mir. Meine Augen weiten sich, als ich nun doch hineinschaue, denn ich bin 18! Mein Kater kommt langsam in mein Zimmer geschlichen, mein Schwester hinter ihm her. "Es war nur ein Traum." "Was?" Sie ist verwirrt. "Ich habe nur geträumt." "Wann?" "Gerade eben." "Mit offenen Augen?" Ich schaue sie verwundert an. "Und im sitzen?" Ich sage nichts, sie starrt mich an. Stille. Dann plötzlich "Miau". Mein Kater erlöst uns beide aus dieser bedrückenden Stille. "Erzähl mal, was hast du geträumt?" "Ich habe von meiner Zukunft geträumt." "Vielleicht war das gar kein Traum, sondern eine Vision!", sagt sie scherzhaft. "Ja, vielleicht." Das Telefon klingelt und sie geht wieder. Ich bleibe alleine, mit meinem Kater. Er springt auf meinem Bett und will es sich auf meinem Schoß gemütlich machen. Ich nehme das Buch weg und lege es zur Seite. Ich schaue es mir an, die Seite ist noch immer leer. Ich wollte etwas schreiben, denn der Füller lag direkt neben mir auf dem Bett. Aber was? Einige Zeit vergeht.
Plötzlich küsst mich die Muse. Ich erinnere mich an meine "Vision". An mich, meine Familie, an den Text in meinem Buch, an die Zukunf, meine Zukunft. Ich nehme den Füller, werfe meinen schnurrenden Kater von meinem Schoß und beginne zu schreiben. Ich schreibe was mir gerade so in den Sinn kommt, alles was mir so durch den Kopf geht:

Morgen

Was bedeutet für mich "Morgen"?

Morgen bedeutet Zukunft.
Morgen bedeutet noch nicht da.
Morgen bedeutet Chancen.
Morgen bedeutet Familie.
Morgen bedeutet Arbeit.

Die Zukunft ist wichtig, also auch der Morgen.

Was noch nicht da ist, was noch in der Zukunft liegt, kann man noch ändern.

Neue Chancen hat man, wenn der Morgen kommt.

Eine Familie kann man in der Zukunft gründen, eine Familie kann man Morgen sein.

Geld verdienen, um die Familie zu ernähren, kann man, wen man erwachsen ist, Morgen.



Ich hoffe es gefällt euch und könnt mir eine Rückmeldung dazu geben.
__________________
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie mich andere haben wollen.
Lia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.11.2006, 12:17   #2 (permalink)
AW: Morgen



als ich deine "geschichte lass errinerte ich mich wieder dran welche angst ich immer vor der zukunft hatte, angst vorm allein sein, angst vor falschen entscheidungen....aber auch die große hoffnung das alles gut wird.

__________________
Abenteuer

= Das Ergebnis schlechter Planung. (Adventure is the result of poor planning.)

Colonel Blatchford

(wie recht er doch hat!!!)
sunstar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.11.2006, 19:44   #3 (permalink)
Lia
AW: Morgen

^-^ hoffe das ist ein kompliment, obwohl ich das eigentlich nicht mit bezwecken wollte, also, jemanden angst einjagen oder so ^-^''
aber danke dass du dir die zeit genommen hast, und meine geschichte durchgelesen und mit eine rückmeldung gegeben hast, vielen dank ^-^
__________________
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie mich andere haben wollen.
Lia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.06.2007, 08:48   #4 (permalink)
Chandra*psy
AW: Morgen

Hallo!

Was mir bei dir sehr abgeht ist das Schmücken von Nominalen - schön, interessant, esoterisch, göttlich, sonnig, heiß, kalt, fantasierhaft, philosophisch - Was ist das Buch? es ist nur leeres weißes Blatt Papier bei dir sonst sehe ich beim Lesen nichts - klar?
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