Niederlande - "Morde" an Behinderten


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Alt 10.09.2005, 16:05   #1 (permalink)
Niederlande - "Morde" an Behinderten

Zitat:
In den Niederlanden werden jährlich 200.000 Kinder geboren. Davon sterben etwa 1000 Babies während ihres ersten Lebensjahres. Rund 600 von ihnen werden von einem Ärzt aus der Welt geschafft. Dr. Eduard Verhagen, selber ein Verfechter der Tötung von Behinderten und der Leiter der berüchtigten niederländischen Universitätsklinik Groningen veröffentlichte die Daten in der jüngsten Ausgabe des Wochenblattes ‘New England Journal of Medicine“.

Die Todesärzte von Groningen verlangen in ihrer Petition an das Parlament einen „ehrlichen Umgang“ mit den „unerträglichen“ Leiden behinderter Neugeborener. Diese Kinder hätten keine Hoffnung auf eine Zukunft. Qualvolle Leiden würde auf sie zukommen. Dr. Verhagen, der Kopf der mörderischen Kinderärzte, erklärte, daß Mediziner auf der ganzen Welt solche Menschen bereits diskret und ohne gesetzliche Vorschriften beenden würden. Laut Angaben von Dr. Verhagen hat man in Groningen die Todestherapie zum Beispiel auf Neugeborene angewendet, die mit einem offenen Rücken zur Welt gekommen sind.
Den Rest könnt ihr hier nachlesen.

Kann man's denn glauben?!
Vor allem die letzte Bemerkung über die angeblich mit behinderten Kindern überforderten Eltern macht mich sauer.
Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch - behindert oder nicht - ein Recht auf Leben hat. Eltern können weit vor der Geburt feststellen lassen, ob das Kind mit einer Behinderung zur Welt kommen wird und sich dafür oder dagegen entscheiden.
Überhaupt ist das schlichtweg menschenverachtend und eine deutliche Diskriminierung á la "Du bist behindert, du darfst nicht leben".
__________________
[danichmehrsolangedagweesenregelnichgeleseundja]
Demima ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.09.2005, 16:18   #2 (permalink)
AW: Niederlande - "Morde" an Behinderten

Zitat:
Zitat von Demima
Eltern können weit vor der Geburt feststellen lassen, ob das Kind mit einer Behinderung zur Welt kommen wird und sich dafür oder dagegen entscheiden.
Genau das ist der Punkt,der mich dabei stört!
Die Sache an sich,dass man keine behinderten Kinder als Sohn oder Tochter will,kann ich gut verstehen und steh da auch hinter!
Ich seh das so,dass das Kind noch so lange nicht "lebt"(man beachte bitte die Anführungszeichen,Danke!),wie es im Mutterleib ist! Aber vorallem mit den heutigen Methoden kann man Fehler am Kind so früh feststellen,dass man es doch nicht erst zur Welt bringen muss,um es dann zu töten !
Das passt auch nich in mein Verständnis,von "Wunschtolleranz"!
Wenn die Mutter/Vater,oder sogar beide,der Meinung sind,das lieben das Kind trotz Behinderung (gibt es ja!) ,dann ist das eine für mich völlig unverständliche Handlung,es nach der Geburt,wo man es gesehen hat,wo man es im Arm hatte etc.,wo sich doch irgendeine Art von Bindung aufbauen muss,nachträglich zu töten!!
Vorher gerne(und auch da widersprechen sich ja die Überzeugungen),aber doch nich NACH der Geburt!?
Das ist dann kein "Entscheiden" mehr,das is dann Mord!
__________________
Nazis raus! Antifa sofort hinterher...!
Captain-Subtext ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.09.2005, 16:21   #3 (permalink)
AW: Niederlande - "Morde" an Behinderten

Also ich finde jeder sollte selber über sein Leben entscheiden. Ich bin mir sicher das Behinderte es im Leben schwerer haben als gesunde Menschen. Trotzdem habe ich die Erfahrung gemacht das (zumindest alle körp. oder geistig behinderten die ich persönlich kenne) auch diese Menschen ihr Leben durchlaufen möchten, eine Zukunft für sich sehen und wie jeder andere Mensch auch ein schönes leben verbringen können.
Gleichzeitig denke ich aber auch das es viele (besonders schwerstbehinderte) gibt, für die jeder Tag aufs neue eine Qual ist. Diese Menschen sollten selber darüber entscheiden dürfen wie und ob sie leben wollen. Ich finde es grausamer einen menschen, der ohne eigenes verschulden jeden Tag die Hölle durchlebt (bzw nur durch Medikamente etc keine Schmerzen o.ä. hat) am leben zu lassen WENN er selber den Todeswunsch hat und als geistig zurechnungsfähig eingestuft wird als diesen einfach einen angenehmen, schmerzfreien Tod in anwesenheit anderer geliebter Menschen zu ermöglichen.

behinderte kleinkinder und babys zu töten ist jedoch nicht akzeptabel solange diese eine chance haben geistig klar (Umwelt wird wahrgenommen und "verarbeitet") leben zu können. Schließlich kann niemand wissen was der Wunsch des Kindes (später) wäre.
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I mean who doesn't want the cars,
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games, attention, stars?
Funny how we say we don't need it
then turn around and try to achieve it.
-JD- ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.09.2005, 16:28   #4 (permalink)
aKe
AW: Niederlande - "Morde" an Behinderten

Zitat:
Zitat von Demima
Den Rest könnt ihr hier nachlesen.

Kann man's denn glauben?!
Vor allem die letzte Bemerkung über die angeblich mit behinderten Kindern überforderten Eltern macht mich sauer.
Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch - behindert oder nicht - ein Recht auf Leben hat. Eltern können weit vor der Geburt feststellen lassen, ob das Kind mit einer Behinderung zur Welt kommen wird und sich dafür oder dagegen entscheiden.
Überhaupt ist das schlichtweg menschenverachtend und eine deutliche Diskriminierung á la "Du bist behindert, du darfst nicht leben".

mal davon abgesehen, dass ich deine meinung teile, denke ich aber auch, dass es formen und arten von behinderungen oder geburtsfehlern gibt, die für den jeweiligen menschen oder die eltern tatsächlich unterträglich sind. ein kind am leben zu erhalten, dass sein ganzes leben lang nur wahnsinnige schmerzen erleben wird gestaltet sich in der diskussion für mich ähnlich kontrovers wie das thema der sterbehilfe. wer weiss, vielleicht würde so manches kind, wenn es in der lage wäre das mitzuteilen, einen lebensabbruch vorziehen. auch für eltern muss es unerträglich sein ein kind zu haben, dass nur leidet. aber genau wie bei der sterbehilfe würde es hier das problem der uneindeutigkeit und zuviel spielraum für die eigenmächtigkeit der ärzte geben.

schwieriges thema, wäre für mich persönlich aber im prinzip nicht direkt pauschal verurteilungsfähig.

versteht mich nicht falsch, die schönste zeit bisher habe ich während meinem zivildienst an einer schule für geistig behinderte kinder erlebt und bin ebenfalls der meinung, dass jeder mensch ein recht auf leben hat. dieses argument basiert für mich aber auf dem punkt, dass diese kinder in der lage sind das leben größtenteils als positiv aufzufassen.
__________________
aKe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.09.2005, 18:59   #5 (permalink)
AW: Niederlande - "Morde" an Behinderten

ich habe eben falls jahre mit körperlich und gesitig behinderten gelebt und bin der meinung, dass sie genau so ein recht auf leben haben wie wir!
ein bekannter hat die meisten krankheiten der welt... schwer zu verstehen. also der typ hat mehr als 30 krankheiten. und er is trotzdem fröhlich!
Rasta ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.09.2005, 19:53   #6 (permalink)
AW: Niederlande - "Morde" an Behinderten

Das ist ein sehr heikles Thema. Ein Kind nach der Geburt töten ist meiner Meinung nach Mord. Ein ungeborenes abtreiben lassen weil es eine Behinderung hat ist auch nicht ohne. Vorallem wenn es relativ spät gemacht wird. Ein Kind nicht zwanghaft am Leben erhalten, Euthanasie sozusagen, finde ich in Ordnung. Aber auch nur wenn es ohne Medikamente und co. nicht Leben kann. Ein Leben am Tropf in der Intensivstation ist sicher nicht schön.

Auf Arte kam ein Bericht über einen Arzt der wegen schwerer Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung verurteilt wurde. Er hatte das Pech zum falschen Zeitpunkt Dienst zu haben. Er mußte eine späte (7ter oder 8ter Monat) Abtreibung machen obwohl er dagegen war. Nach der Abtreibung war das Kind aber nicht tot, was bei späten Abtreibungen nicht ungewöhnlich ist. Der Haken bei der Sache ist das es in dem Moment als "Mensch" zählt, der Arzt darf das Leben nicht beenden sondern muß dem Kind das Sterben mit Schmerzmitteln erleichtern. In diesem Fall ist das Kind nicht gestorben, nach ca. einetr Stunde hat sich der Arzt dazu entschlossen das Leben des Kindes zu retten. Das Kind lebt heute bei einer Pflegfamilie und hat schwere Behinderungen die durch die Abtreibung noch verschlimmert wurden. Der Arzt ist ein gebrochener Mann... Er wollte die Abtreibung nie durchführen da es einfach zu spät war. Seine Versuche die Mutter zur Geburt zu überreden haben nichts gebracht.

Wenn man sieht welche Lebensfreude das Kind ausstrahlt, sieht man auch das eine Behinderung nicht gleich das Ende bedeuten muß.
__________________
Gleich reiß ich dir den Sack ab!
Mr. White ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.09.2005, 20:30   #7 (permalink)
AW: Niederlande - "Morde" an Behinderten

Ich finde, dass das doch leicht an das 3. Reich erinnert, Behinderte zu töten. Denn genau das wird hier doch getan. Oder gehört das in den Niederlanden zur Sterbehilfe? Ich glaube nicht.

Wenn man eine Behinderung hat und dies schon in der Zeit festgestellt werden kann, in der eine Abtreibung durchgeführt werden kann (bis 3. Monat???), dann finde ich es nicht so schlimm, wenn dies auch getan wird. Danach und vor allem nach der Geburt darf so etwas nicht passieren.

WENN der Behinderte Jahre später den Wunsch äußert zu sterben, wäre es meiner Meinung nach - sofern die Person zurechnungsfähig ist - auch in Ordnung, Sterbehilfe zu gewähren.
Wenn ein Behinderter seine Wünsche nicht ausdrücken kann oder leben will, darf ihm das Recht zu leben, nicht versagt werden.
__________________
Ladida
Manni ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.09.2005, 10:38   #8 (permalink)
AW: Niederlande - "Morde" an Behinderten

Das ist eben die Kehrseite des liberalen Umgangs in den Niederlanden. Einerseits können Eltern ihre (erwachsenen) behinderten Kinder ganz einfach und ohne viel Aufhebens zu einer Prostituierten schicken, andererseits wird vorschnell über Leben und Tod entschieden.

Generell sind Pränataldiagnostik (vorgeburtliches Feststellen von Behinderungen) und damit verbundene Abtreibungen ein schwieriges Thema für jeden. Vor Allem aber für Menschen, die sich eine Meinung darüber bilden möchten. Ich für meinen Teil (und ich habe selbst einen geistig behinderten Bruder, meine Berufswahl dürfte auch bekannt sein) verurteile Familien nicht, die sich angesichts einer Behinderung ihres ungeborenen Kindes für eine Abtreibung entscheiden. Ist tue dies nicht, weil diese Eltern in einer Entscheidungssituation stecken, die sich kein anderer vorstellen mag und angesichts dieser immensen Last einfach zu überfordert sind um "das richtige zu tun". Auf der anderen Seite bin ich aber auch der Meinung, dass jedes noch so behinderte (dazu später mehr) es verdient hat, auf die Welt zu kommen. Es ist einzig und allein die Situation der Eltern vor dieser Entscheidung zu stehen, die mich vor Verurteilungen bremst. Was nun im konkreten Beispiel Holland abgeht, ist natürlich völlig indiskutabel.

Einen Punkt noch an alle:
Viele sagen, "behinderte" oder kranke Menschen haben trotzdem Freude an ihrem Leben. Gut erkannt, ist aber eigentlich mehr als selbstverständlich. Ich denke man sollte endlich von seiner Sichtweise wegkommen, diese Menschen überhaupt als behindert wahrzunehmen. Warum immer schauen was ein Mensch nicht kann? Wieso jemanden als behindert abtun, nur weil er der Norm nicht entspricht? Ich weiß, das ist für viele noch ein ferner Ansatz aber er würde vieles von Grund auf verändern. Ein Zitat einer geistig behinderten Frau: "Ich bin nicht behindert, ich werde behindert!". Schonmal drüber nachgedacht, ob diese Menschen nicht ein angenehmeres, integrierteres und normaleres Leben führen, wenn man ihnen ihre Behinderung nicht ständig zuschreieben würde? Wenn dem mal irgendwann nicht mehr so wäre, wären Abtreibung oder Mord nach der Geburt auch nicht mehr so die Themen.
__________________
Die beste Chance die ihr je hattet!
Spreeward ist offline   Mit Zitat antworten

Alt 11.09.2005, 12:40   #9 (permalink)
AW: Niederlande - "Morde" an Behinderten

Zitat:
Zitat von Demima
Kann man's denn glauben?!
Vor allem die letzte Bemerkung über die angeblich mit behinderten Kindern überforderten Eltern macht mich sauer.
Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch - behindert oder nicht - ein Recht auf Leben hat. Eltern können weit vor der Geburt feststellen lassen, ob das Kind mit einer Behinderung zur Welt kommen wird und sich dafür oder dagegen entscheiden.
Überhaupt ist das schlichtweg menschenverachtend und eine deutliche Diskriminierung á la "Du bist behindert, du darfst nicht leben".
Natürlich hat jeder Mensch ein Recht auf Leben. Es ist tragisch, dass (scheinbar) einige selbsternannte "Halb-Götter in weiß" meinen, Gott spielen zu dürfen, und die Frage nach der Lebensfähigkeit entweder positiv oder negativ bescheiden wollen. Diese Unterscheidung wurde schon im dritten Reich versucht zu treffen, welches Leben "ist lebenswert bzw. lebensunwert".

Ob ein behindertes Kind Freude am Leben hat, hängt gänzlich vom Grad der körperlichen Beeinträchtigung ab. Und ich möchte ebenfalls nicht von Behinderung, sondern von Beeinträchtigung sprechen. Viele körperlich beeinträchtigte Menschen, und gerade Kinder, kommen in beeindruckender Art und Weise mit ihrem Leiden klar bzw. nehmen es manchmal als gar nicht so schlimm hin und leben einfach! Hier finden sich zum Teil bessere Menschen als unter den nicht Behinderten/Beeinträchtigten. Es steht niemanden zu, darüber zu urteilen und gar die Entscheidung darüber zu treffen, welches Leben zuende geführt werden darf und welches nicht.

Letzten Endes liegt die grundlegende Entscheidung alleine bei den Eltern. Weiß man, dass das Kind behindert sein wird, stellt sich die Frage, ob es überhaupt ein Leben führen kann. Ist bereits sicher, dass es nur dahin "vegitieren" wird, dann finde ich schon, dass Eltern das Kind abtreiben lassen sollten. Wohlgemeerkt: Die Eltern...und kein Arzt!
Andereseits steht aber auch das elementare Grundrecht eines jeden auf Leben im Raum...ich möchte nicht in die Situation geraten, diese Entscheidung einmal treffen zu müssen. Ich weiß aber auch aus Erfahrung, dass ein körperlich bzw. geistig beeinträchtigtes Kind ebenso liebenswert sein kann und Freude machen kann, wie ein normales. Es ist aber "aufwändiger" und bei den eingangs beschriebenen Ärzten liegt die Intention wohl eher darin, dass man die Kinder schnell und diskret loswerden möchte.
__________________
Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird. (Winston Churchill)

Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern daß man nie beginnen wird, zu leben. (Marc Aurel)

Auge um Auge - und die ganze Welt wird blind sein. (Mahatma Gandhi)
Slash ist offline   Mit Zitat antworten
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