Nikon D50


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Alt 09.07.2008, 16:55   #1 (permalink)
Nikon D50

Der folgende Text dient nicht als Test aller Funktionen und enthält nur die nötigsten technischen Daten. Er stellt lediglich einen Erfahrungsbericht dar für alle Interessenten und eine Diskussionsgrundlage dar.


Nikon D50


Erscheinungsdatum: 1. Quartal 2005
Genre: Einsteigerklasse
Damaliger Preis (nur Body): 700-750€
Heutiger Kaufpreis (nur Body): ca. 250-270€


Entwicklungshintergrund:

Die D50 war von Nikon als Kamera für den Einsteiger konzipiert, zielte auf möglichst günstigen Kaufpreis bei gleichzeitig hohem technischem Standard. Der Spagat zwischen diesen beiden Hauptaugemerken ist für viele dabei besser gelungen, als bei dem heute offiziellen Nachfolger, der D40(x).


Verarbeitung:

Die Kamera erschien sowohl in einer silbernen als auch in einer schwarzen Version, von der die letztere optisch vielleicht mehr überzeugt, da Kratzer hier auch weniger sichtbar sind. Der überwiegende Teil der Kamera besteht aus Kunststoff, dessen Verarbeitung aber dem Ruf der Firma Nikon als hochwertiger Kamerahersteller gerecht wird. Die Bestandteile sind zu einem guten Gesamtpaket verarbeitet, das bei einer spiegelreflexüblichen Behandlung auch keine Einbußen aufzeigt. Ablösende Gummiteile oder verschleißende Dichtungen gibt es nicht. Gegenteilig ist die Verwendung von unterschiedlichen Materialien sogar förderlich für das Wohlfühlen mit der Kamera. Eine Lederimitation am Griff sorgt für eine unbewusste Sicherheit beim Umgreifen des Kamera-Bodys.
Wo es zu starken Abnutzungen kommen könnte, wurde zudem Metall verarbeitet, beispielsweise im Gehäuseinneren oder Stellen mit Dauerbelastungen wie dem Stativgewinde, dem Bajonett und dem Blitzschuh.
Ansonsten liegt die D50 fest und gut ausbalanciert in der Hand, alle Bedienungselemente sind schnell und ohne unnötiges Umfassen anzusteuern. Wer dennoch eine bessere Griffigkeit erreichen möchte, kann sich mit dem optionalen Batteriegriff von Nikon eindecken. Denn vielleicht für manchen doch etwas unbequem ist das Handling bei Hochkant-Aufnahmen, da es für die D50 keinen Griff mit Hochformat-Auslöser (wie bei der D100) gibt.


Bedienung/Handling:

Aus der Sicht eines Einsteigers ist die Bedienung optimal gelöst. Zwar bemängelt manch fortgeschrittener Fotograph die umständliche Führung über das Menü, da Nikon im Gegensatz zu anderen Modellen auf ein zusätzliches Einstellrad verzichtet hat, doch gilt es für den Einsteiger sich erst einmal in die verschiedenen Einstellungen einzufinden und diese für sich zu entdecken. Insgesamt besteht das Menü aus 47 Menüpunkten (unterteilt in die Hauptpunkte Wiedergabefunktionen, Aufnahmefunktionen, Individualfunktionen und Grundeinstellungen) mit plus/minus 170 Einstellungen. Unnötige bzw. selten angewählte Menüpunkte können dabei in Handy-Manier ausgeblendet werden, so dass die volle Konzentration auf die wichtigen Unterpunkte gegeben ist.


Graphik

Gemeint ist sowohl die Graphik des integrierten Bildschirms (A), als auch das Endprodukt - das eigentliche Foto (B)

A)
Die Kameraanzeige besitzt eine Diagonale (LC-Farbbildschirm) von 2" mit einer Bildschirmauflösung von 130.000 Pixeln und zeigt vor allem in der Wiedergabe der aufgenommenen Bilder eine erstaunliche Farbenpracht und Schärfe, die auch in der Zoom-Funktion nicht verloren geht. Umso erstaunter ist mancher Fotograph, dass das Bild in der Vorschau die Qualität des eigentlichen Fotos auf dem eigenen Rechner bei weitem übertrifft.

Eine Anpassung an die individuelle Sehschärfe des Fotographen selbst kann übrigens über die Dioptrieneinstellung (-1,6 bis +0,5 dpt.) neben dem Okular vorgenommen werden, das einen weiteren kleinen Bildschirm darstellt. Das Okular ist auf eine Stromversorgung aus dem Akku angewiesen, andernfalls sieht man z.B. das Messfeld binnen kurzer Zeit verblassen. So gewährleistet Nikon neben verschiedenen Warnanzeigen wie fehlender SD-Karte oder leerem Akku (400 Bilder minimum, wobei Langzeitbelichtungen wahnsinnig Strom fressen) eine weitere sehr sinnvolle Okularfunktion, die auf Grund der Unumgänglichkeit bei einem gezielten Foto unübersehbar ist.

B)
Was die Bildqualität der eigentlichen Fotos angeht, setzt sie sich zu ungleichen Teilen aus Objektivwahl, Systemintelligenz und Sensor zusammen.
Bei digitalen Spiegelreflexkameras ist die Bildqualität stärker an das Objektiv gebunden als bei Kleinbild-Spiegelreflexkameras und nicht jede Linse, die sich mechanisch mit der D50 verträgt, läuft mit der Kamera zu Höchstleistungen auf. Das betrifft vor allem ältere Objektive aus Vaters Zeiten oder Billigproduktionen ohne eigenen Motor. Entsprechende Objektive sind bei Nikon mit dem Kürzel DX gekennzeichnet; bei Sigma mit DG/DC, bei Tamron mit Di und bei Tokina wiederum mit DX.
Aus reiner Erfahrung sind die Ausführungen von Sigma und Tamron allerdings die bessere Wahl, wenn man die Kosten für originale Nikkor-Objektive nicht stämmen kann.
Unverständlich ist z.B., warum beim Nachfolger, der D40(x), auf einen Objektiv-Motor im Gehäuse verzichtet wurde. Dieser Motor erlaubt es der D50 auch Objektive ohne eigenen Motor mit AF zu benutzen. Ein Motoreinbau im Objektiv selbst steigert logischerweise den Objektivpreis. Somit ist die Objektivspanne um einiges größer.

Der Sensor ist mit einer Größe von 23,7x15,6 mm und einer RGB-Farbtiefe von 16 Bit kein schlechter Vertreter seiner Zunft, doch es geht durchaus besser. Bildern sieht man bei einem guten Objektiv schon mit bloßem Auge an, wie gut die Kamera diese und die vom CCD zur Verfügung gestellten Auflösungsreserven ausschöpfen kann. Hier kann aber wieder der oben genannte Kritikpunkt einer viel zu guten Vorschau aufgegriffen werden, denn die Aufnahmen wurden zu einem nicht unerheblichen Teil in der Kamera elektronisch "nachbehandelt".

Bei der Rauschunterdrückung bzw. -dämpfung wurde hervorragend gearbeitet. Bei Tageslicht ist das Rauschen fast unsichtbar - wenn nicht gar ganz. Bei niedriger Empfindlichkeitsstufe, deren eh „geringe“ Spannweite durch die Technik zusätzlich gebremst wird, kann es stellenweise zu einer leichten Bildung von einzelnen hellen und dunklen Pixelbereichen kommen. Bei Nacht schafft man es leicht, die bei Nikon 3D-Farbmatrixmessung genannte Erkennung in die Irre zu führen. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.


Kamera-System

Zuletzt spielt noch die Kamera-Technik und das Kamera-System eine Rolle für die Qualität der Bilder. Für den Einsteiger präsentiert sich beides tadellos und als völlig ausreichend. Jedoch wird bei intensiverem Auseinandersetzen schnell deutlich, dass der „kleine“ Sensor zusammen mit der mitunter steifen Technik manch unnötiges Verpixeln verursacht. Vor allem nachts mehren sich diese Aussetzer. Wer also plant, die Mehrheit seiner Bilder bei Dunkelheit zu machen, der soll sich sofort nach einer D80 und aufwärts umsehen.

Dabei hat auch die D50 eigentlich ein hervorragendes AF-Modul, so wie viele andere Modelle der D-Serie. In der Regel arbeitet der Autofokus präzise und äußerst schnell.
Rein Werte-theoretisch gesehen bedeutet das, dass der AF selbst bei hellerem Kerzenlicht noch anspricht. Jedoch wird man schnell merken, dass die Realität anders aussieht und die Technik gerade bei Dunkelheit gerne verrückt spielt. Ein einzelnes Auto bei nächtlicher Fahrt ist unglaublich schwer scharf zu bekommen - völlig unabhängig von der Sinnlosigkeit eines solchen Unterfangens ohne Langzeitbelichtung. Denn reichen das Licht bzw. die Motivkontraste für die Scharfstellung nicht aus, kann der Autofokus nur auf das eingebaute Hilfslicht der Kamera zurückgreifen, das in wenigen Metern nicht mehr sichtbar ist.

Dennoch, bleibt es eine ideale Einstiegskamera, wahrscheinlich funktional auch besser als ihre Nachfolger, die neben mehr Pixeln (bis 10 Mio.) fast nur auf den Preis setzen.
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