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Bremerhavener Zoo erntet Protest
Schwule Pinguine und das Recht auf Glück
Dürfen schwule Pinguine nicht miteinander glücklich sein? Der Bremerhavener Zoo jedenfalls, der zwecks Nachwuchs-Förderung vier Humboldt-Pinguinweibchen aus Schweden hatte importieren lassen, bekommt den geballten Protest der weltweiten Schwulenbewegung zu spüren. "Das Telefon stand nicht mehr still", sagt Zoodirektorin Heike Kück. Homosexuelle aus New York schimpften, der Zoo solle mit der "Tierquälerei" aufhören. Und ein Österreicher forderte von der Stadtverwaltung, den "schwulen Pinguinen die organisierte, zwangsweise Belästigung durch weibliche Verführungskünstte zu ersparen".
Der Protest hat freilich ernsten Hintergrund: Schwulen und Lesben wird bis heute immer wieder gern unterstellt, die gleichgeschlechtliche Orientierung sei eine reine Notlösung und der oder die Richtige könne den "Fehlgeleiteten" schon "bekehren" - von drastischeren "Therapien" bis hin zu Elektroschocks in früheren Jahrzehnten ganz zu schweigen.
Ganz so ernst ist die Lage in Bremerhaven nicht: Gleich drei Männchen Paare balzen und brüten sich dort durchs gemeinsame Leben (mit Steinen als Ei-Ersatz). Humboldt Pinguine sind jedoch bedroht und der Bremerhavener Zoo nahm daher den weiblichen Schweden-Import gern an. Zum einen in der Höffnung auf watschelnden Nachwuchs, zum anderen, um herauszufinden, ob die Jungs sich wirklich mögen oder sich nur aus Weibchenmangel zusammengetan haben - das kommt bei Pinguinen vor. Niemand wolle mit Gewalt gleichgeschlechtliche Paare trennen, betonte Kück: "Außerdem wüsste ich gar nicht, wie das funktionieren sollte."
Ob die jungen Schwedinnen bei den zärtlichen Pinguinen zum Zuge kommen, zeigt sich wohl erst im kommenden Januar: Dann ist die Brutzeit vorbei und neue Päärchen können sich bilden - womöglich sogar gemischte. Immerhin hat der Zoo vorgebeugt und mit den Weibchen auch zwei männliche Jungtiere liefern lassen. Die beiden sollen übrigens bisher nicht zusammen brütend gesehen worden sein. Noch nicht.
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Quelle: Kölner Stadtanzeiger vom 12/13. Februar 2005, Seite 1
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(mit Steinen als Ei-Ersatz)
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das ist für mich das geilste am text schlechthin ... voll geil.
Im Prinzip fand ich den Text höchst amüsant und interessant zugleich und wollte ihn euch nicht vorenthalten

Genial wogegen manche protestieren bzw. sich reinsteigern.