PISA-Studie Teil 2


Politik Inlands-, Auslands-, Europa- , Finanzpolitik etc.

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Alt 22.11.2004, 15:05   #1 (permalink)
PISA-Studie Teil 2

Und schon wieder hat Deutschland unterdurschnittlich schlecht abgeschlossen.

Zwar liegen die Ergebnisse erst im Dezember offiziell und schriftlich vor, dennoch ist das Kultusministerium bereits mündlich vom groben Ausgang der Studie in Kenntnis gesetzt worden. Weiterhin heisst es, dass Deutschland eine erschreckend hohe Anzahl von Risikoschülern unterrichtet (also Schüler, die selbst mit dem Minimum an Bildungsmethodiken überfordert sind) und ausserdem das in keinem anderen Land die schulische Entwicklung eines Kindes so stark von der sozialen Sicherheit der Eltern abhängt, wie hier.

(Quelle, vgl.: www.faz.net; Tagesschau)


Ich bin wirklich gespannt auf die offizielle Präsentation der Auswertung.

Was sind eurer Meinung nach Faktoren für die schlechten Ergebnisse der deutschen Jugendlichen? Ist es wirklich die fehlende soziale Sicherheit (und somit vielleicht sogar Hartz IV ein Negativbeschleuniger) oder liegt es unserer Ellbogen und Leistungsgesellschaft, die Kinder schnell desillusioniert? Wie könnte man der Entwicklung entgegensteuern und glaubt ihr, dass integriertere Schulen Abhilfe schaffen können? Sind es gar Dinge wie Klingeltonwerbungen, die Deutschland so mies abschneiden lassen? Haut in die Tasten!
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Spreeward ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2004, 15:27   #2 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Hääää???? Ich bin doch erst 15... ich les gerade den Text aber ich versteh ihn nicht....
Machd mahl ne Rechtsschreibreform...
Ventus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2004, 16:14   #3 (permalink)
aKe
AW: PISA-Studie Teil 2

ich finde dieses ganze pisagedöns ist absoluter humbug (retrobegriff)

Zitat:
Zitat von heute morgen im radio
...besonders schlecht haben kinder aus arbeiter oder einwadererfamilien abgeschnitten
HALLO? klar, wenn ich die dummheit eines volkes testen will, dann teste ich selbstverständlich unrepräsentative gruppen und lasse sie als hauptbestandteil in mein ergebnis einfliessen... abgesehen davon sind die pisaaufgaben stets so aufgebaut, dass sie wirr und konfus erscheinen und ein komplett anderes denken erfordern, als es in der schule beigebracht wird. oder es werden für eine bestimmte altersgruppe überzogene anforderungen gestellt (wissenschaftlich-akademischer text für 14 jährige)

alles klar

hab diesen pisa test letztes jahr mal im internet gemacht und habe ebenfalls nicht gut abgeschnitten. trotzdem bezeichne ich mich, und da werden mir einige zustimmen, nicht als blöd, dumm und ungebildet.

meiner meinung nach ist pisa, auch wenn es haufenweise idioten in deutschland gibt, aufgrund seiner konzeption und durchführung unrepräsentativ.
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aKe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2004, 16:26   #4 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Wo kann man diese Tests denn Online machen?
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-JD- ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2004, 16:29   #5 (permalink)
aKe
AW: PISA-Studie Teil 2

wie üblich heisst auch hier das zauberwort google habe nämlich die seite vergessen. stichworte: intelligenztest oder pisa studie
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aKe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2004, 16:33   #6 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Zitat:
Zitat von aKe
HALLO? klar, wenn ich die dummheit eines volkes testen will, dann teste ich selbstverständlich unrepräsentative gruppen und lasse sie als hauptbestandteil in mein ergebnis einfliessen... abgesehen davon sind die pisaaufgaben stets so aufgebaut, dass sie wirr und konfus erscheinen und ein komplett anderes denken erfordern, als es in der schule beigebracht wird. oder es werden für eine bestimmte altersgruppe überzogene anforderungen gestellt (wissenschaftlich-akademischer text für 14 jährige)

alles klar

Da stellt sich nur die Frage, wieso Schüler anderer Staaten besonders gut abschneiden. Demnach würde in deutschen Schulen ja ein komplett anderes Denken anerzogen.


Und zu dem Radiostatement bezüglich der Einwanderungsfamilien:

Ist doch völlig logisch! An deutschen Schulen werden eben viele Kinder aus Migrantenfamilien unterrichtet. Da sie einen (nicht unerheblichen) Teil der Gesellschaft darstellen, bin ich der Meinung, dass man der Pisastudie nicht vorwerfen kann, sie würde unrepräsentative Gruppen testen. In meinen Augen fehlt es da eben an schulischer, wie genereller Integration von Einwandererkindern, die leider häufig weniger Deutsch als ihre Muttersprache sprechen. Auch wenn ihre Eltern schon lange im Land leben. In Finnland beispielsweise funktioniert das auch. Aber das ist ja nur eine Seite der Ergebnismedaille. Fakt ist auch, dass viele deutsche Schüler nicht viel besser wenn nicht sogar schlechter abschneiden.
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Spreeward ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2004, 16:45   #7 (permalink)
aKe
AW: PISA-Studie Teil 2

Zitat:
Zitat von Spreeward
Da stellt sich nur die Frage, wieso Schüler anderer Staaten besonders gut abschneiden. Demnach würde in deutschen Schulen ja ein komplett anderes Denken anerzogen.

exakt der punkt über den ich auch noch nachdenke ...


Zitat:
Zitat von Spreeward
Und zu dem Radiostatement bezüglich der Einwanderungsfamilien:

Ist doch völlig logisch! An deutschen Schulen werden eben viele Kinder aus Migrantenfamilien unterrichtet. Da sie einen (nicht unerheblichen) Teil der Gesellschaft darstellen, bin ich der Meinung, dass man der Pisastudie nicht vorwerfen kann, sie würde unrepräsentative Gruppen testen. In meinen Augen fehlt es da eben an schulischer, wie genereller Integration von Einwandererkindern, die leider häufig weniger Deutsch als ihre Muttersprache sprechen. Auch wenn ihre Eltern schon lange im Land leben. In Finnland beispielsweise funktioniert das auch. Aber das ist ja nur eine Seite der Ergebnismedaille. Fakt ist auch, dass viele deutsche Schüler nicht viel besser wenn nicht sogar schlechter abschneiden.
klar stimmt das, aber was ich damit meine ist, dass ich doch nicht hauptsächlich ohnehin schwache testen kann. mit nicht repräsentativ meinte ich damit, dass hier gruppen der gesellschaft getestet werden, die zwar quantitativ repräsentativ sind, allerdings qualitativ nicht. das heisst nicht, dass es schlechtere menschen sind, sondern einfach leute, die einfach "ungerechte" vorraussetzungen haben und meiner meinung nach von vornherein schlechter (leistungsbezogen) sind als andere, die meinetwegen auch weniger auf dem kasten haben.
was ich damit meine ist, um deutschlands schul und bildungssystem zu testen und zu beurteilen kann man doch nicht einfach hingehen und einen kritikschwerpunkt auf , ich sags jetzt einfach mal, sozial schwache legen.
ich finde, dass wenn man unbedingt solche tests machen möchte, man nicht hingeht und jedes individuum einer jeden individuellen schule testet und zum schluss in einen negativ-determinierten () topf schmeisst, sondern dass man das ganze mehr wie ein experiment aufbaut. man testet einen haufen schüler, verschiedener schulen, aber wenigstens mit schülern, die aus gleichen oder weitesgehend ähnlichen verhältnissen stammen.

deswegen finde ich das ganze extrem schwammig. und dazu kommen dann noch die bekloppt konzeptionierten tests und anforderungen, die meiner meinung nach komplett praxisentfernt und lediglich die theoretischen geburten irgendwelche sesselfurzer sind. unter dem aspekt ist es mir dann eigentlich auch egal, warum manche länder besser abschneiden oder nicht.
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aKe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2004, 16:45   #8 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Hab 4 von 10 Testfragen der Pisa Studie richtig, das ist ja wohl teilweise echt n Witz... n hauptnenner von 4, 5 und 7 suchen... gibt gar keinen; aber ich komm dann beim besten willen nicht drauf alle miteinander zu multiplizieren um das Ergebnis zu erhalten ???
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-JD- ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2004, 18:35   #9 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Was mir ausgesprochen auf die Nerven geht, und das gilt auch für die Pisa-Studie, ist die Einfallslosigkeit der Politik, wie man verschiedene Dinge in Deutschland will. Daher wird immer nur noch mit dem Ausland, mit Pilotprojekten und anderem Verglichen. Auf die Übertragbarkeit anderer Modelle auf Deutschland wird nicht gefragt...Wer solch eine Gleichmacherei fordert, der fordert auch zugleich, daß wir deutsche Qualitäten absenken um in den internationalen Schnitt kommen ebenso wie wir deutsche Mißstände verbessern müssen um in den internationalen Schnitt zu kommen.
Müssen wir die Deutschen Tugenden jetzt abschaffen um Vergleiche nicht mehr scheuen zu müssen??? Es fängt ja schon damit an, daß es demnächst keinen Dipl.ing mehr geben wird sondern das abgesprecktere Bachelorstudium als vergleichbaren Abschluß... und schon wird wieder gefordert, daß der Masterstudiengang als Regelstudium gesehen werden soll. Der Grund für den Bachelor war aber, daß man die Studienzeit verkürzt...und wenn der nichts zählen soll, so haben wir effektiv eine anhebung der Studienzeit... sowas sind verkehrte Welten, die aus internationaler Gleichmacherei hervorgehen...
Nichts desto trotz, und auch ohne Pisastudienergebnis finde ich es teilweise erschreckend, wie ungebildet und unmotiviert viele Jugendliche sind, gerade aus der Gruppe der deutschen Wohlstandskinder...
Daß unser Schulsystem eine gewisse Neigung hat, ausländische Kinder und Kinder sozialschacher Familien zu "diskriminieren" ist wohl Fakt - das liegt meiner Meinung daran, daß die Schule auch sehr darauf setzt, daß die Eltern ihren Kindern auch etwas beibringen und für Hausaufgabendisziplin sorgen müssen, was in sozialschwachen Familien eher nicht der Fall sein wird. Diese Grundannahme ist aber keineswegs Falsch, sie setzt nur mündige Bürger vorraus, die wir ja in Deutschland scheinbar immer seltener antreffen...
Kanada und Skandinavien können es besser... aber Benelux kann es auch schlechter...was die Ausländerintegration angeht.
Ventus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2004, 18:50   #10 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Zitat:
Zitat von Ventus
...das liegt meiner Meinung daran, daß die Schule auch sehr darauf setzt, daß die Eltern ihren Kindern auch etwas beibringen und für Hausaufgabendisziplin sorgen müssen, was in sozialschwachen Familien eher nicht der Fall sein wird. Diese Grundannahme ist aber keineswegs Falsch, sie setzt nur mündige Bürger vorraus, die wir ja in Deutschland scheinbar immer seltener antreffen...
Absolute Zustimmung, zumindest unter Anderem. Statistisch ist schon lange belegt, dass selbst zwischen den verschiedenen Schulformen eine erhebliche Diskrepanz in der Elterninitiative vorliegt. Schüler auf dem Gymnasium werden in ihrem Lernprozess (zusätzlich zu ihrem vermeindl. höheren Potential) vom Elternhaus oft motiviert und unterstützt. Leider ist dies bei Hauptschulen grösstenteils gar nicht mehr gegeben. Auch hier mitunter ein Problem der Einwanderer. Immigrierte Eltern sind oftmal einfach gar nicht in der Lage (fehlende Sprachkenntnisse) ihre Kinder mitzufördern. "Sozial stark geschwächte" deutsche Familien haben vielleicht ohnehin keinen Nerv dazu. Und da sehe ich persönlich ein Problem im Schulwesen. Wie Ventus schon sagte, setzt die bisherige Taktik mündige Bürger voraus, die aber anscheinend die Minderheit bilden. Darum muss in unseren Schulen mehr Arbeit geleistet werden als den blossen Unterrichtsstoff durchzubringen. Integrativere Schulformen und Methoden würde ich zumindest sehr begrüssen. Zumindest nach dem jetzigen Stand meiner eigenen Meinungsbildung.
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Spreeward ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.11.2004, 21:19   #11 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Hmmm, also ich bin der Meinung, das wir uns nicht heissmachen sollten deswegen.
Wann war denn die letzte Pisastudie? Letztes Jahr? Vor zwei Jahren? Was soll sich bitteschön da gross ändern?
Der Lehrkörper ist der gleiche geblieben (überaltert) und auch die Reformen klappen ja nicht von Heute auf Morgen. (deswegen heisst es ja auch Reform und nicht Revolution)
Ich predige ja seit Jahr und Tag (nachzulesen irgendwo im Ausbildungsforum) was ich besser machen wrde in unserem Schulsystem. Und da würde ich sogar einen Punkt hinzufügen wollen. Und zwar geht es um Integrationsschulen.
Schulen die speziell für Kinder ausländischer Einwanderer gemacht sind.
Nunja, ich werd mich auch mal kurz der Studie widmen und euch dann mein Ergebnis mitteilen.

Edit: kann mir mal jemand die Seite nennen? Ich finde die nich.
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richieguitar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2004, 13:28   #12 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

es gibt mehrere gründe. ich schreibe es mal stichpunkt artig auf:

soziale diskriminierung:

findet vor allem durch das dreigeteilte schulsystem statt, dass es sonst nirgends gibt. mit 10 jahren muss man auf den richtigen zug aufspringen oder man wird aussortiert. d.h. man hat nur 4 jahre zeit ein entsprechendes bewusstsein zu entwickeln ---> geht nur bei entsprechendem elternhaus, dass sich auch dahinterklemmt.


mangelne vermittlung von fähigigkeiten, wegen:

- keine ganztagsschulen
- beamtenstatus der lehrer (kein wettbewerb/leistungsorientierung)
- keine abstimmung des "bildungsstranges" vom kindergarten zur uni, d.h. im kindergarten werden die kinder z.b. nur verwahrt. wertvolle zeit in der die kinder besonders lernfähig und wissbegierig sind, wird verplempert. die schule bereitet nicht auf studium/beruf vor. es werden nicht die entsprechenden fähigkeiten (selbstständigees lernen, informationsauswertung, arbeitstechniken etc.) vermittelt.
- fächerauswahl. hauptfächer, wie z.b. latein, deutsch gehen am leben vorbei. fächer, wie betriebswirtschaft, informatik etc. sind dagegen nicht vorhanden.
- lehrerauswahl. es kann nur ein deutscher beamter werden, unsinnig ,insbesondere auch im sprachenunterricht . ein studienrat unterrichtet englisch, was z.b. ein muttersprachler vie besser könnte.
- praxisferne inhalte (lyrik, alte meister, übersetzung von cicero etc.)
- kulturhoheit der länder: es gibt kein einheitliches konzept und vergleichbarkeit. auch wird der leistungsstand der deutschen schüler nicht einheitlich überprüft , wie in anderen ländern. wer nix weiss, kann auch nix ändern (erst jetzt weiss man es durch pisa)
kwatschiman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2004, 13:42   #13 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Der Beamtenstatus der Lehrer ist wirklich quatsch und veraltet, weil das gibt keinen Spielraum für eine Auffrischung des Lehrkörpers. Somit kommen auchkaum neue Lerntechniken in den Unterricht.

Kindergärten sollten auch für jeden da sein, also jedes Kind sollte einen KiTa-Platz kriegen. Das gibt zum einen Arbeitsplätze für Kindergärtnerinnen, die Eltern können arbeiten, das heisst sie sind produktiv --> Geld wird verdient, welches wieder ausgegeben werden kann, es wir produziert was verkauft werdne kann. Ausserdem werden die Kinder im allgemeinen klüger, wenn sie im Kindergarten waren.

In einem Punkt muss ich dir wiedersprechen Kwatschiman. Ich finde Lyrik und andere Themen in Deutsch sind durchaus relevant. Ich meine, man muss die Vergangenheit kennen und auch Werke daraus um heute zurecht zu kommen.
Ich habe es eigentlich immer genossen in Deutsch was zu lesen.

Aber ich bin auch der Meinung, das praxisnaher Unterricht besser ist.
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richieguitar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2004, 14:21   #14 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

@kwatschiman: es gibt aber auch in kaum einem anderen land soviele möglichkeiten über diverse Bildungswege doch noch weiter zu kommen...
Ich kenne einige Leute, die erst nur ihren Realschulabschluss gemacht haben und dann eine lehre, abendgymnasium und danach einen diplomingenieur gemacht haben....
Ventus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2004, 14:45   #15 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

in pisa geht es aber um den bildungsstand von 16-jährigen, soweit ich weiss.

2. bildungsweg gibt es woanders auch, aber vor allem auch die möglichkeit, ohne bescheinigungen weiterzukommen oder aufzusteigen.
je gerader der weg umso besser ist es normalerweise. die bildung sollte eigentlich so ausgerichtet sein,. dass jeder entsprechend seinen fähigekeiten die möglichkeit bekommt, den direkten weg zu nehmen und seine talente auszubauen. so würde ich bildung jedenfalls definieren. nicht als auslese

man kann die existenz eines zu starken ausmasses von 2ten bildungswegen auch als symptom für die mangelnde qualität des eigentlichen bildungswesen sehen. es ist gewissermassen eine krücke, die misstände übertüncht.

bin mir aber sicher, dass bei einem test von 25-jährigen auch nicht viel anderes herauskäme.
kwatschiman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2004, 15:00   #16 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Talentförderung, setzt Talenterkennung vorraus, und das geht nur durch intenisve Test und Beschäftigungen mit dem Kind. Und das geht in's Geld, und zwar nicht zu knapp.
Deswegen ist dieses Bildungssystem im Grundsatznicht das schlechteste mit den vielen Möglichkeiten.
Bei manchen ist es auch so, das sich Talente erst später herausbilden und dann ist es zu spät, bzw, sehr schwer noch was zu ändern in dem 1. Bildungsweg. Deswegen gibt es den Zweiten, um das nachzuholen was man im Ersten nichtmehr verwirklich konnte.
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richieguitar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.11.2004, 17:43   #17 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Redet nicht so über den Beamtenstatus der Lehrer! (Ich find's auch altertümlich), aber ich würde mich freuen wenn ich auch noch verbeamtet werde, sofern ich mit Studium und Referendariat fertig bin

Ansonsten sprecht ihr Beiden ein paar sehr interessante Dinge an. Praxisnähe im Unterricht und Talenterkennung da nur mal als Beispiel.

Meiner Meinung nach bedarf es aber vor allem integrativer Schulformen mit erheblich mehr Fördermöglichkeiten.
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Spreeward ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2004, 07:45   #18 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Warum trampeln eigentlich alle auf dem geteilten Schulsystem herum? Ich verstehe das nicht. Ich war von der 5. bis zur 7. Klasse auf einer Realschule und bin dann aufs Gymnasium gegangen, weil es mir zu doof war. Hätten wir nur eine "Gesamt-/Mittelschule", dann wäre es noch viel schlimmer.
Dann ziehen doch die leistungsschwächeren die ganze Klasse runter. Dann hat man eine Klasse aus z. B. 5 "Strebern", 5 "Dummen" (die Ausdrücke sind etwas extrem gewählt, aber es ist dann deutlicher) und die restlichen 10 sind "durchschnittlich". Das ist doch totaler Quatsch. Dann sind die, die Probleme mit Lesen haben und die, die langsam verdummen, weil die nichts mehr lernen in einer Klasse.
Dann ist es doch viel besser die zu trennen, damit die leistungsstärkeren gefördert werden und die leistungsschwächeren was langsamer und vielleicht weniger lernen können, abe dafür können, was sie gelernt haben. In einer Klasse mit so heftigen Unterschieden würden die dann nur noch 6en schreiben, nicht mehr mitkommen und absolut nichts mehr lernen.

Ich bin froh gewesen, dass ich aufs Gymnasium gegangen bin damals, sonst wäre ich jetzt evtl. ein Problemkind...

Bei allem anderen geb ich euch Recht.
Julia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.11.2004, 13:17   #19 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

@Julia: "Hätten wir nur eine "Gesamt-/Mittelschule", dann wäre es noch viel schlimmer."
Da stimme ich Dir voll zu.
In meiner Grundschulzeit hatten wir bei einer Klassenstärke von 22 Schülern 3 Ausländer, das ist ein akzeptabler Rahmen. Diese Ausländer haben in sehr kurzer Zeit die Sprache lernen können und waren voll integriert, haben sehr schnell aufgeschlossen. Allerdings muss ich auch dazu sagen, daß sowas wie ADS oder Kinder sozial schwieriger Herkunft bei uns damals noch unbekannt waren.
Als ich dann auf die Orientierungsstufe gegangen bin (5te und 6te Klasse in Niedersachsen, gibts heute auch nicht mehr) wurden alle zusammen gewürfelt und da hatte ich dann aufeinmal die volle Bandbreite von dumm bis schlau in einer Klasse.
Diese 2 Jahre haben mir nichts, aber auch gar nichts gebracht... nach der Grundschule war ich schon weiter als wir nach der 6ten Klasse hätten sein sollen.
In diesen 2 Jahren wurde für 5 nicht-deutsch-sprechende schüler Förderunterricht betrieben, der anspruch lag am boden, ich hab mich total unterfordert gefühlt, und das ist mir letztlich nicht gut bekommen. Ich wurde aufständisch, dazu kam meine "Sturm und Drangzeit". Folge war, daß ich in der 7ten (auf dem Gymnasium) die Kurve nicht gekriegt habe und hängengeblieben bin...(nicht, weil ich es nicht gekonnt hätte, sondern weil ich rebelliert hatte). Danach war eigentlich wieder alles normal und gut aber dieses verschenkte jahr hätte aus meiner sicht nach hinten echt nicht sein müssen. Eine Teilschuld gebe ich da sicherlich der Unterforderung in dieser Mischklasse. Danke!
Ventus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.12.2004, 12:26   #20 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Genau das hab ich gemeint! Wäre ich damals auf der Realschule geblieben, stände es jetzt schlecht um mich... Aber einige kapieren es ja nicht!

Ich hab hier was gefunden. Es sind einige Fragen zur Pisa-Studie.

http://www.tagesschau.de/thema/0,118...V_REF1,00.html

Ich hatte nur eine Frage falsch. Das war die Frage 6, weil ich die Antworten zu schnell gelesen und was überlesen habe. Ist auch nicht besonders schwer. Also viel Erfolg.
Julia ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2004, 14:37   #21 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

es geht nicht darum, starke mit schwachen schülern zu mischen, sondern jeden entsprechend seinen talenten zu fördern. so gibt es beispielsweise musisch, mathematisch oder auch sprachliche begabungen.

dann steckt man halt alle mathematisch begabten in den mathematik-leistungskurs, wenn sie es wollen und bietet ihnen technische workshops an (z.b. einführung in statik oder sowas).

durchschnittlich begabte gehen dann in einen grundkurs und schüler mit schwierigkeiten bekommen dann einen förderkurs, wo versucht wird, ihre lerndefizite/verständnisschwierigkeiten in dem speziellen fach zu beheben. jetzt mal nur so rumgesponnen.

das setzt natürlich engagement und auch ausbildung (auch psychologisch) bei den pädagogen voraus, was ich bei der beamtenmannschaft in deutschland wohl eher nicht voraussetzen kann.

momentan ist es ja so, dass ein mathematisches genie theoretiesch nicht ins gynasium kann, weil er berthold brecht nicht richtig interpretiert oder er sich im mathematikunterricht langweilt und trotz talent schlechte mathenoten bekommt.

anderseits kann man sprchinterssierte/talentierte eine zusätzlich fremdsprache beibringen usw.

so funktioniert es auf modernen schulen ausserhalb von deutschland. man kann sowas auch z.b. unter dem stichwort montessori im internet finden.
es gibt in deutschland auch solche schulen, aber nur privat und vergleichsweise viel seltener als in anderen ländern.

es geht darum, beim kind seinen Willen entwickeln zu helfen, indem man ihm Raum für freie Entscheidungen gibt; ihm zu helfen, selbständig zu denken und zu handeln , und zwar in der schule. es geht bei bildung nicht nur um die vermittlung von blossem wissen.

also nicht so wie es in deutschland ist, nämlich dass nur die kinder weiterkommen, wo die eltern sich dahinterklemmen und eigentlich talentierte kinder auf die hauptschule abgeschoben werden, weil sich nie jemand auf der schule wirklich mit ihnen beschäftigt hat und niemand die talente erkkannt hat. es geht ja nur darum, die kinder im alter von 10 jahren in drei kategorien einzuteilen und nicht darum, ihre fähigkeiten zu erkennen und zu fördern.

Geändert von kwatschiman (07.12.2004 um 15:05 Uhr).
kwatschiman ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2004, 15:00   #22 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Sehr schöner und erfreulicher Beitrag! Vor allem das angesprochene Montessoriprinzip gegenüber der irrsinnigen (bestehenden) Aussortierung nach der vierten Klasse ist einer der Ansätze, die auch in meinen Augen eine bundeseinheitliche Chance auf "Bildungsaufschwung" bieten.

Off-Topic:
Darf ich fragen, was Du beruflich machst oder inwiefern Du mit dem Thema in Berührung kommst, kwatschiman?
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Spreeward ist offline   Mit Zitat antworten

Alt 07.12.2004, 15:06   #23 (permalink)
AW: PISA-Studie Teil 2

Off-Topic:
ich bin wirtschaftsingenieur und arbeite bei einem grossen konzern im controlling. ich habe mit bildung nix zu tun, aber durch auslandsaufenthalte merkt man halt , was woanders so abgeht.
kwatschiman ist offline   Mit Zitat antworten
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