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Schlägerrei beim Vfl
Der VfL Bochum hat schnell und hart auf die Attacke von Sunday Oliseh gegen seinen Mitspieler Vahid Hashemian reagiert. Der 29 Jahre alte Nigerianer wurde vom Revierklub "mit sofortiger Wirkung von seinen arbeitsrechtlichen Verpflichtungen freigestellt". Angeblich hat Oliseh nach dem 0:0 im Punktspiel gegen Hansa Rostock den iranischen Teamkollegen Hashemian bei einem tätlichen Angriff das Nasenbein gebrochen. Allerdings mochten die Bochumer den genauen Hergang des Vorfalls offiziell nicht näher kommentieren. "Die Auseinandersetzung ist aber der Grund für die Freistellung", sagte Vorstandsmitglied Dieter Meinhold der dpa.
Kein weiterer Kommentar
"Auf Grund der Fürsorgepflicht des VfL Bochum als Arbeitgeber wird von der Mitteilung weiterer Einzelheiten derzeit abgesehen", hieß es in einer Erklärung des Bundesliga-Vierten, der in dieser Saison mit dem sportlichen Höhenflug bislang ausschließlich für positive Schlagzeilen gesorgt hatte. Dass die "heile Welt" durch den Eklat ins Wanken geraten könne, bestritt der Aufsichtsrats-Vorsitzende Werner Altegoer energisch. "Unsere Einigkeit wird durch den Vorfall nicht aus den Fugen geraten. Deswegen geben wir unsere sportlichen Ziele nicht auf", betonte Altegoer. "Das ist ein sensibles Thema. Alles wird sorgfältig geprüft. Das was passiert ist, werden wir so bald es geht, kommentieren."
Fakt ist: Oliseh und Hashemian waren schon in der Halbzeitpause der Partie gegen Rostock auf dem Rasen aneinander geraten. Nur mit Mühe hatten Torwart Rein van Duijnhoven und Kapitän Dariusz Wosz größere Handgreiflichkeiten verhindert. Nach der Partie ist der Zwist in der Bochumer Kabine eskaliert. "Wir haben fünf Sekunden geredet, dann hatte ich plötzlich seinen Kopf im Gesicht. Meine Nase war gebrochen, ich war geschockt", berichtete Hashemian dem "Hamburger Abendblatt". Er könne vermutlich am kommenden Samstag im Auswärtsspiel bei Hertha
Keine Anzeige
Nach dem Vorfall habe Oliseh zwei Mal bei seinem Teamkollegen angerufen. "Er hat sich entschuldigt und gesagt, dass er eine schwere Woche mit privaten Problemen hinter sich gehabt hat", sagte Hashemian, der die Entschuldigung annahm: "Die Sache ist für mich erledigt." Rechtlich wolle er nicht gegen Oliseh vorgehen: "Ich werde keine Anzeige erstatten." Die Trennung des VfL Bochum von dem Nigerianer habe er nicht gefordert oder gefördert: "Ich habe Sunday gesagt, dass ich ihm nicht helfen kann."
Große Erfahrung im Umgang mit Mitspielern"
Die Zukunft des Olympiasiegers von 1996 ist nun ungewiss. Die Bochumer hatten Oliseh im Januar 2003 vom Nachbarn Borussia Dortmund, wo er noch einen Vertrag bis 2005 besitzt, zunächst bis zum Saisonende 2004 ausgeliehen und waren auch an einer Weiterverpflichtung interessiert. Denn sportlich war der Mittelfeldspieler in den 32 Bundesligaspielen (ein Tor) für den VfL ein Gewinn und trug wesentlich zum Aufschwung bei. Stets hatte er betont, dass er in jedem Fall nicht nach Dortmund zurückkehren wolle. Insgesamt bestritt Oliseh 128 Bundesliga-Spiele für den 1. FC Köln, den BVB und Bochum. Trainer Peter Neururer hatte Oliseh in einem Interview mit der "Zeit" im vergangenen Dezember als seinen intellektuellsten Spieler bezeichnet: "Er hat ein hohes Maß an Bildung und große Erfahrung im Umgang mit anderen Menschen - gesammelt durch Auslandsaufenthalte."
(Quelle T online)
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