Unsere Jungs in irgendwo


Politik Inlands-, Auslands-, Europa- , Finanzpolitik etc.

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Alt 18.05.2006, 14:08   #1 (permalink)
Unsere Jungs in irgendwo

So, da das hier ja so ein politikbesessenes Forum ist, mal wieder ein politischer Beitrag/Thread...

Es geht um den Einsatz von Sicherheits~ und Sicherungstruppen und der Entsendung von bis zu 900 dt. Soldaten nach Kinshasa, Hauptstadt der Rep. Kongo.

Grundfragestellung: Was haltet ihr davon?

Meine Meinung:
Die sollen hier bleiben!

Abgesehen davon, dass die Leute, die das in der Vergangenheit verbockt haben und für die heutigen Zustände verantwortlich sind, Belgier und Franzosen waren... was wollen bitte 900 Leute in einer 9,X-Millionen-Region ausrichten. Das reicht ja nichmal zum Präsens zeigen!
Klar waren dt. Jungs schonmal da stationiert, aber die Länder mit richtig ausgebildeten Soldaten, und da fallen mir vorallem unsere Franzosen ein, sagen "Man hasst uns da zu sehr!" und wenn man keinen Dummen findet, nimmt man halt die Deutschen?! Die Behüter des (afrikanischen) Friedens?!
[Grafenwöhr und Soltau...kann man ja nun wahrlich nicht mit den sozialen und klimatischen Gegebenheiten da vergleichen! Und die einzigen mit "echter" Erfahrung in der Art bildet z.Z. die deutsche Marine! Die kann ja aufm Kongo patroulieren ... ]
Dass wir sicherungstechnisch auf dem Landweg auch nur mit Wasser kochen hat man ja in allen Einsätzen mit selber Zielausgabe vorher gesehen und da werden wir jetzt wegen ausbleibender Wunder auch langsam mit Steinen beworfen!

Die Hoffnungen mancher Kongolesen, dass jetzt alles ganz toll und supi-dupi wird, kann man doch mit dieser lächerlichen Zuschauerbande nun wirklich nicht umsetzen!
Und weil der Befehl nicht "Rebellen erschiessen" heisst, wird das ein "tu mir nichts-ich tu dir nichts"-Auftrag und bestenfalls ein Materialverschleiss-Test für die eingesetzen Fahrzeuge. Und tolle Fotos kann man da bestimmt auch machen!

Z.Z. kann man noch argumentieren, dass wenigstens das Signal Helfer dorthin zu entsenden zählt...
und wenn da irgendwas schief geht - Gruppe X sich mit den Wahlergebnissen beschissen fühlt - werden wir einen BusCh-krieg mit deutscher Beteiligung haben!

Sind wir dafür ausgerüstet und vorbereitet!? Also unsere Projektile können bestimmt mit denen der Rebellen und Aufständischen mithalten, aber mit oder ohne Reserven im Nachbarstaat wird das ein verbales Erdbeben in den Medien lostreten... "Deutsche führen wieder Krieg" oder einfach nur Artikel über die Opfer samt deren Mütter in Wuppertal und Kassel sind doch einfach nur beste Reißer auf der Titelseite!
Da fehlt doch unten sofort jede Stabilität und konsequentes Durchgreifen weicht der PR-Einschätzung.


Bin gespannt... auf Ansichten und Entwicklung!
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Captain-Subtext ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2006, 15:39   #2 (permalink)
AW: Unsere Jungs in irgendwo

ach quatsch... die nato versteckt sich eh nur in der sicheren hauptstadt, wo eh schon tausende blauhelme sind. die massaker und kämpfe werden in der provinz stattfinden. und dann auch keinen interessieren. hauptsache die 'gewinner' des bürgerkriegs liefern ihr öl und sonstige ressourcen auch weiterhin an die westliche welt.

und in zwei jahren dann siehts aus wie jetzt in darfur (schon geschätzte 200k tote) , oder wie damals in ruanda (hutu und tutsi, wisst ihr das noch?).
da haben sie auch nur geredet.

ist doch eh nur show, dieser einsatz...
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Delirium ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2006, 15:53   #3 (permalink)
AW: Unsere Jungs in irgendwo

Schlimm ist, dass der - abgesegnete Einsatz der Bundeswehr im Kongo - lt. Medienberichten (z. B. heute, wdr 2, 13:30 Uhr) katastrophal vorgeplant sein soll seitens der Politik und somit auch durch das Bundesverteidigungsministerium. Wenn man schon ein solche prekären Einsatz "fährt", dann sollen wenigstens die Hausaufgaben gemacht sein! Wenn ich dort schon mit selbst gemachten Problemen auftauche, ja dann habe ich noch mehr Bammel um "unsere" Jungs dort unten. Gegen die Unwägbarkeiten, die ein Krisengebiet "parat" hält, steht man dann eh eher machtlos gegenüber, selbst wenn die Risiken minimiert worden sind.
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Terror70 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2006, 17:27   #4 (permalink)
AW: Unsere Jungs in irgendwo

@Delirium: kriegen wir hier öl aus dem kongo?...oder hab ich das falsch verstanden? ..zwinker!
meine meinung ist,das man mit 800-900 einsatzkräften sehr wohl präsenz in der hauptstadt zeigen kann.
unsere truppen gehen zudem mit einem klaren auftrag darunter,und der heißt meines wissens,den reibungslosen ablauf von wahlen zu gewährleisten/organisieren.
hört sich zwar doof an,aber es gibt keine militärische gruppe in der nato die für solche logistischen aufträge besser ausgebildet ist als unsere armee.den besten beweis haben die kameraden in afghanistan geliefert.
auch wenn unsere natopartner gelegentlich über unsere streitkräfte schmunzeln,weil es bei uns keine rambos gibt,so spricht die qualität,mit der jeweilige aufträge von deutschland erledigt werden doch für sich.
ja,uns zuletzt solltet ihr nicht vergessen,das das bestreben unserer regierung,auf der international politischen bühne mit zu mischen,erstmal ein internationales engagement voraus schicken muß. diese jahrelange zurückhaltung unserer ehemaligen landesväter hat unser land in der internatiolen politik doch erst so weit ins hintertreffen gebracht (s.z.b.den kampf um einen festen platz im weltsicherheitsrat usw.).
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2006, 18:03   #5 (permalink)
AW: Unsere Jungs in irgendwo

argument nummer eins:
Zitat:
(Kongo wurde auch das Kupferland genannt). Sie war 1974 vom drastischen Verfall des Weltmarktpreises für Kupfer schwer betroffen. Bekannt ist die DR Kongo auch für die reichen Coltan-Vorkommen. Coltan enthält zwei der begehrtesten Metallerze (Columbit und Tantalit), die Niob und Tantal enthalten. Tantal ist für die Produktion von Handys, Computerchips, Videokameras und diversen Geräten aus der Unterhaltungselektronik von großer Bedeutung. Niob dient der Herstellung hitzebeständiger Bauteile für Raketen, Düsenflugzeugen und Weltraumkapseln.

Weitere Bodenschätze, die gefördert werden, sind Gold, Silber, Diamanten, Erdöl, Kobalt (Weltspitze), Mangan, Zink, Zinn, Cadmium, Germanium und Beryllium.
und
Zitat:
Bis Anfang der 1990er Jahre war Kupfer noch der wichtigste Exportartikel, der die Hälfte der jährlichen Exporterlöse einbrachte. Innerhalb von nur drei Jahren verringerte sich der Kupferexport jedoch um drei Viertel. Heute bilden Diamanten, Rohöl, Kobalt und Kaffee die wichtigsten Exportgüter. Auch die positive Handelsbilanz kann die sinkende Wirtschaftsleistung nicht aufhalten. Die wichtigsten Handelspartner sind Belgien, Südafrika, Chile, USA, Deutschland und Indien.
insofern habe ich zwar pauschalisiert indem ich nur erdöl erwähnte, das ändert aber an der sache nichts.


quellen: wikipedia



Zitat:
hört sich zwar doof an,aber es gibt keine militärische gruppe in der nato die für solche logistischen aufträge besser ausgebildet ist als unsere armee.den besten beweis haben die kameraden in afghanistan geliefert.
ich glaube hier will keiner unsere BW schlecht machen (selbst wenn ich persönlich sie für überflüssig halte) darum gehts garnicht.

ich glaube eher, das diverse kongolesen sich denken: "ach die westlichen mächte, die wollen doch nur den status quo beibehalten und stützen mit ihren soldaten das aktuelle regime"

deshalb glaube ich auch nicht, dass diese mission einen langfristigen erfolg haben wird. entweder die deutschen müssen sich zurückziehen (weil sie ja keinen ausdrücklichen schiessbefehl haben) oder sie helfen mit, den momentanen machthabern ihre macht zu sichern...

wir können nur verlieren, selbst wenn kein deutscher soldat dabei stirbt!

und so platt es auch klingt: NIE WIEDER KRIEG!
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Delirium ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2006, 19:27   #6 (permalink)
AW: Unsere Jungs in irgendwo

he he,hab doch nur spaß gemacht,hab´s schon kapiert.In gewisser weise hast du sogar recht,doch der einsatz in afghanistan stand von anfang an vor wesentlich größeren problemen.ich denke das die stärke unserer truppe gerade darin liegt,duch bewußt aufgebaute Kontakte zur einheimischen bevölkerung ein gewisses vertrauensverhältnis aufzubauen.die jungs führen sich nicht wie besatzer auf,deswegen behandelt man sie auch nicht so.durch medizinische hilfe und durch förderung der dortigen infrastruktur (z.b.der bau von brunnen) läßt sich mehr erreichen als durch ein arrogantes auftreten wie es unseren bündnispartnern oft zu eigen ist.
das risiko zu sterben ist bei einem solchen einsatz weniger hoch als eine fahrt auf unseren autobahnen.trotzdem ist ein soldat sich des risikos durchaus bewußt und sollte damit leben können.
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten

Alt 18.05.2006, 19:51   #7 (permalink)
AW: Unsere Jungs in irgendwo

Und ich meinte das eher so, dass die "Busch-Erfahrung" bei Franzosen und BW zig:1 ist! Allein was die Fremdenlegion als Bestandsprüfung hat... das reicht für 50 Egoshooter ( )! Haben auch n paar Asyl-Deutsche mitgemacht, so is das natürlich nich! Das waren aber Kameraden, die durch ihre Überzeugung das Richtige zu tun auch ohne Arme MK-Gurte bis nach vorne schaffen würden(wenn ihr wisst, wie ich das meine^^).

Und das die Kongolesen schlecht über uns Deutsche denken glaub ich eher weniger! Gegenteil is der Fall, die denken, wir machen ihnen alles klar! Tolle Wahlen, faire Auszählung etc. !

Und das sollen 1X00 Aushilfskräfte schaffen?
Ok, kann man sich noch drüber streiten!


Deutsche Soldaten bekommen aus Deutschland keinen auf den Deckel, wenn sie den Anforderungen entsprechend handeln und Heckenschützen ummähen müssen!?
DAS könnt ihr mir nichtmal versuchen einreden zu wollen!


Ich lass mich mal überraschen!
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Captain-Subtext ist offline   Mit Zitat antworten
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