Wolfang Schäuble mobilisiert die G8-Gegnerschaft


Politik Inlands-, Auslands-, Europa- , Finanzpolitik etc.

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Alt 14.05.2007, 19:53   #1 (permalink)
Wolfang Schäuble mobilisiert die G8-Gegnerschaft

Zitat:
Die deutschen Sicherheitskräfte wollen Ausschreitungen am Rande des G8-Gipfels in Heiligendamm mit allen rechtsstaatlichen Mitteln verhindern. Dazu sollen auch 1100 Soldaten eingesetzt werden. Zudem bereitet Mecklenburg-Vorpommern Massengefängnisse für Globalisierungsgegner vor.
(tagesschau.de)

Was bringt eine Demonstration, wenn sie vom Teilobjekt der Kritik in deren geduldete Bahnen gelenkt wird? Eine Demonstration ist doch keine Jahrmarktsveranstaltung die angeschaut, als nett empfunden, vlt belächelt und dann vergessen wird?
Wenn sich zwei gleichgestellte Parteien streiten ist es der Deeskalation zuträglich, wenn man dem "Agressor" einen Rahmen bieten, damit dieser seinen Unmut und seine Krtik auf gleicher Ebene friedlich äußern kann, sich vlt. verstanden und erhört fühlt.

Eine Machtdemonstration per excellence wird die Präsenz von 16.000 Polizisten und der Einsatz von über 1000 Soldaten ohne Zweifel sein. (Die Polizei selbst spricht vom größten Einsatz aller Zeiten. )

In diesem Sinne wirkt ein friedliches "Plakat hochhalten" geradezu lächerlich, und das Damoklesschwert der Massengefangenenlager höchst provokant.

Man könnte meinen "die da "oben"" kennen und verstehen nicht einmal die einfachsten zwischenmenschlichen machtpsychologischen Mechanismen.

Ich frage mich, welche Überlegungen tatsächlich dahinter stecken, denn um zu verstehen dass die "Schäuble-Aktion" bei vielen Menschen sehr gegenteilige Emotionen und Reaktionen hervorrufen wird, braucht es nur eine Mindestleistung an Empathie und Menschenverstand.

Wo ich ich auch schon an diesem Punkt wäre.. was steckt da eigentlich dahinter? Es ist schwer zu glauben dass ernsthaft solche kurzsichtigen Aktionspläne beschlossen werden. Aber es geschieht!

Dies mag man von welcher Seite auch immer bertrachten, viele Menschen die unter akzeptablen Umständen Gewalt immer hätten verhindern wollen, werden sich nun einer gefallenen Hemmschwelle gegenübersehen stehen.


Fühlt man sich wirklich bedroht, hat man Angst?
Geht es - ganz klassisch- darum, den Schein zu wahren, und diesmal ganz besonders jedes Fünkchen zu ersticken und für Ruhe und Ordnung auf den Straßen zu sorgen?
Brennende Autos, zerschellende Starbucks Schilder, da wird lieber sofort dafür gesorgt dass Bürger bis zu 14Tagen eingesperrt werden können- und zwar im Blitz-verfahren, wie nie bei einer SACHBESCHÄDIGUNG gesehen?

Ich frage mich wie in dem Tohuwabohu überhaupt eine gerechte Beurteilung der Lage gewährleistet werden kann.

Hier noch ein Zitat von John Zerzan, dass ich zu diesem Diskussionspunkt in den Raum werfe.

Zitat:
Sachschaden ist keine Gewalt.
Man kann nicht gegen Gebäude, Fenster oder so Gewalt ausüben.
Das ist für uns etwas völlig anderes als die Gewaltfrage.
Es ist keine Gewalt, solange wir keine Personen angreifen.
Und das tun wir nicht.
zum Thema:
http://www.tagesschau.de/aktuell/mel...8_REF1,00.html

http://www.gipfelsoli.org/Repression..._etc/1111.html

...a.s.o.

und noch mal an die Oberhäupter der Sicherheit: Dies ist nicht die WM!
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Life's like a river. Everything is in flux.

Nur Unerwachsene, Schwächlinge und Feiglinge sind stolz darauf einer Nation anzugehören. Wer selbst gehen kann, braucht kein Vaterland.
(Wiglaf Droste)


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Miya ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2007, 22:02   #2 (permalink)
AW: Wolfang Schäuble mobilisiert die G8-Gegnerschaft

Ich stimme dir insofern zu, dass Schäuble in der Tat ein sehr verzerrtes Verhältnis von Sicherheit hat.

Allerdings hast du dir mit dem G8-Gipfel ein schlechtes Beispiel ausgesucht, denn was dort an Leuten auftauchst ist schlimmer als das Landesgruppentreffen der Neonazis. Und abgesehen davon, dass ich Sachbeschädigung genauswenig dulde, wie Gewalt gegen Menschen, kann das sehr schnell aus dem Ruder laufen. Und tut es ja auch regelmäßig. Da werden Polizisten genauso angegriffen wie unbeteiligte Dritte und das muss einfach unterbunden werden.

Und abgesehen davon, finde ich dein Zitat vollkommen falsch. Gewalt ist alles, was die Rechte eines Menschen einschränkt und da Gehört das Recht auf Eigentum auch dazu.
Cold Blood ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2007, 23:30   #3 (permalink)
AW: Wolfang Schäuble mobilisiert die G8-Gegnerschaft

Ich denke dies ist eine Sache der Prioritäten..
Und das Recht auf irgendwas ist Irgendwann von Menschen definiert worden, es gibt stets noch welche, für die das Recht auf Leben praktisch nicht existiert. Daher (leider) keine Konstante.

Und, viel wichtiger, das ist nicht der springende Punkt.
Der Punkt ist, dass gewisse Kräfte sich quasi dazu gezwungen fühlen, auch mittels Objektschaden auf ihre Ziele hinzuarbeiten. Die da sicherlich nicht Sachbeschädigung wären. Sie nehmen das um ein vielfaches kleinere Übel hin, um gegen ein Größeres vorzugehen. Wo gehobelt wird da fallen Späne.

Nicht dass ich dies grundsätzlich befürworte- nur muss man zwischen sinnloser Zerstörung und durchdachtem Plan unterscheiden.
Würde man Transparente ernstnehmen, sie nicht ignorieren können, wäre dies das Mittel der Wahl. Ich glaube alle würden sich das Wünschen und bevorzugen.
Aber Blumen im Haar sind einfach leicht zu ignorieren, besonders wenn sie von Heeren von Sicherheitskräften umzingelt sind. Dafür ist leider, leider nicht die richtige Stimmung, viel zu viele Menschen bleiben zu Hause und schauen sich lieber das Feiertagsfernsehprogramm an, passiv und sinnlos, als dass friedliche Massen genug Schwung bekämen um wirksam zu sein. Das ist sehr schlimm..

Diese Leute wollen etwas erreichen, und ganz sicher nichts unmenschlisches, unsoziales oder nachhaltig agressives! Im Gegenteil. Es ist ein Mittel zum Zweck, wie bei jeder radikalen Maßnahme, und es bringt herzlich wenig an der angeblich fehlenden Konsequenz gewisser Ideale rumzustreiten, ich halte es für unhaltbar zu behaupten, dass es unmöglich wäre durch Beschädigung von Eigentum ein friedfertiges Ziel zu erreichen. Es erzeugt Aufmerksamkeit, und die Öffentlichkeit wirft mal ein Auge drauf- denn das ist ja Sensation..

Man muss ja nichts verändern wollen, bzw nicht genau dies, aber die demonstrierte Staatsgewalt verschärft die Fronten extrem, so dass leider für viele ein Kompromiss undenkbar wird.
Es sind DINGE, OBJEKTE in einer Welt des Überflusses und der tatsächlichen Ausbeutung, schlimm genug wenn zu Sachbeschädigung gegriffen wird, steht aber meines Erachtens in keinster Relation zu den Mißständen gegen die Mobil gemacht werden soll.

Und schließlich ist es ja nicht so, dass sie über Leichen gehen würden/wollten, was noch einmal eine komplett andere Ebene wäre, die wirklich keiner mehr vertreten könnte. (Außer aus Notwehr oder whatsoever)

Ich gehe mal davon aus, dass du dennoch Sachschaden nicht gleich schlecht beurteilst wie Gewalt gegen Menschen. Aber wenn du sie genausowenig duldest, bedeutet es das vlt. ja sogar fast?
Könnte ich nicht im allergeringsten nachvollziehen.
Zitat:
Da werden Polizisten genauso angegriffen wie unbeteiligte Dritte und das muss einfach unterbunden werden.
Ich schätze Gewalt aus Eigeninitative gegen Polizisten stellt einen verschwindend geringen Prozentsatz da, auch hierbei ist zu beachten, dass es ein ziemlich ungleicher Kampf wäre, der fast schon nicht mehr so zu bezeichen ist.

Was die Gemüter im Vorfeld erhitzt hat sind meines Wissens Brandanschläge auf Autos - des weiteren muss erst der Berweis erbracht werden, dass Gipfelgegner von denen ich spreche, und die wohl die Mehrheit stellen werden, unbeteilgte Dritte angreifen- halte ich für eine haltlose Mutmaßung.

Hier soll an bestehenden Strukturen geruckelt werden- deshalb das übertriebene Aufgebot.
Leider macht sich das Modell dadurch noch unsympathischer dass es nunmehr vermehrt Menschen präventiv wie Verdächtige behandelt. Das ist zu viel um gut zu sein.
Zitat:
Und abgesehen davon, finde ich dein Zitat vollkommen falsch. Gewalt ist alles, was die Rechte eines Menschen einschränkt und da Gehört das Recht auf Eigentum auch dazu.

Deiner Logik nach ist Arbeiten Gewalt- ich kann mir aber sehr schwer vorstellen dass du so denkst.

Mehr morgen, ich bin sehr müde etwaige grammatikalische sünden bitte ignorieren.
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Miya ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2007, 06:50   #4 (permalink)
AW: Wolfang Schäuble mobilisiert die G8-Gegnerschaft

Sorry, aber deine Argumentation stinkt zum Himmel:
Zitat:
Der Punkt ist, dass gewisse Kräfte sich quasi dazu gezwungen fühlen, auch mittels Objektschaden auf ihre Ziele hinzuarbeiten. Die da sicherlich nicht Sachbeschädigung wären. Sie nehmen das um ein vielfaches kleinere Übel hin, um gegen ein Größeres vorzugehen. Wo gehobelt wird da fallen Späne.
Zum einen öffnet diese Meinung die Möglichkeit wirklich alles zu tun (bis hin zu Al-Kaida ähnlichen Mitteln), zum anderen ist das auch sehr diktatorisch geprägtes Gedankengut. Denn hier erklärt eine kleine Gruppe, dass alle Mittel recht sind um ihre höheren Ziele (die offenbar keinen Rückhalt haben) durchzusetzen.

Zitat:
Diese Leute wollen etwas erreichen, und ganz sicher nichts unmenschlisches, unsoziales oder nachhaltig agressives! Im Gegenteil. Es ist ein Mittel zum Zweck, wie bei jeder radikalen Maßnahme, und es bringt herzlich wenig an der angeblich fehlenden Konsequenz gewisser Ideale rumzustreiten, ich halte es für unhaltbar zu behaupten, dass es unmöglich wäre durch Beschädigung von Eigentum ein friedfertiges Ziel zu erreichen. Es erzeugt Aufmerksamkeit, und die Öffentlichkeit wirft mal ein Auge drauf- denn das ist ja Sensation..
Du sagst also die Öffentlichkeit von Globalisierung nichts gemerkt hat?

Abgesehen davon, wann hat je jemand mit Gewalt einen positiven Nutzen für die Allgemeinheit geschaffen?
Und was für Ziele sind das hier überhaupt? Ich meine es ist nicht so, dass hier auf einen kürzlichen Holocaust in Afrika oder einen neuen Krieg aufmerksam gemacht werden soll...

Zitat:
Hier soll an bestehenden Strukturen geruckelt werden- deshalb das übertriebene Aufgebot.
Leider macht sich das Modell dadurch noch unsympathischer dass es nunmehr vermehrt Menschen präventiv wie Verdächtige behandelt. Das ist zu viel um gut zu sein.
Das gilt aber auch vice-versa. Durch ihre Gewalt stellen sich die Globalisierungsgegner in der Öffentlichkeit als gewaltätige Spinner dar und ihre Ziele werden dadurch noch eher ignoriert...

Zitat:
Deiner Logik nach ist Arbeiten Gewalt- ich kann mir aber sehr schwer vorstellen dass du so denkst.
Ich kann jetzt nur raten, was du damit meinst. Wenn du das Recht auf Selbstbestimmung meinst, dann passt das nicht.

War jetzt alles etwas kürzer, denn ich muss arbeiten.
Cold Blood ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2007, 21:54   #5 (permalink)
AW: Wolfang Schäuble mobilisiert die G8-Gegnerschaft

Ich erkenne bzgl. letzem Punkt keinerlei Argumentation deinerseits, wahrscheinlich weil du schlicht noch keine Zeit hattest, diese anzubringen..
Natürlich passt es @Recht auf Selbstbestimmung. Vielleicht nicht bei dir,(gratulation) und bei einigen anderen auch nicht, aber immerhin bei einer so großen Anzahl von Menschen, dass ich es nicht nachvollziehen kann wie du dich berechtigt fühlst dies mit einem einzigem Satz unter den Teppich zu kehren.

Zitat:
Zum einen öffnet diese Meinung die Möglichkeit wirklich alles zu tun (bis hin zu Al-Kaida ähnlichen Mitteln), zum anderen ist das auch sehr diktatorisch geprägtes Gedankengut. Denn hier erklärt eine kleine Gruppe, dass alle Mittel recht sind um ihre höheren Ziele (die offenbar keinen Rückhalt haben) durchzusetzen.
Zu einem großen Anteil geht es sicherlich darum, Aufmerksamkeit für die Sache zu erregen und die Öffentlichkeit zum Nach/Umdenken zu bewegen, über Dinge, die nicht nur auf der anderen Strassenseite oder in ihrer Firma passieren. Umsichtiges, langfristiges Weltverträgliches Handeln ist gefragt.
@ Al-Qaida:
Zitat:
Zitat von Miya
Und schließlich ist es ja nicht so, dass sie über Leichen gehen würden/wollten, was noch einmal eine komplett andere Ebene wäre, die wirklich keiner mehr vertreten könnte
Ist wie ein Feuermelder.

Diese radikal herbeigeführten Signale haben mM nach nichts mit diktatorischem Gedankengut gemein, wird in Heiligendamm doch meinetwegen vom schwarzen Block kein neuer Staat ausgerufen oder so Oo

Über die Legitimität der Mittel nachzudenken (und darüber, was nun wirklich als Gewalt zu betrachten ist) sind rein philosophische und ethische Überlegungen, die sehr wichtig und gut sind, dürfen sie jedoch im Einzelfall die breite Masse der Bevölkerung nicht dahingehend lähmen, dass jegliche Fragen nach dem Warum der Proteste im Keim erstickt werden, und diese damit zusätzlich zwangsäufig radikalisiert werden.
Zitat:
Abgesehen davon, wann hat je jemand mit Gewalt einen positiven Nutzen für die Allgemeinheit geschaffen?
Und was für Ziele sind das hier überhaupt? Ich meine es ist nicht so, dass hier auf einen kürzlichen Holocaust in Afrika oder einen neuen Krieg aufmerksam gemacht werden soll...
Vlt sollten wir einen seperaten Hintergrund- informations Thread aufmachen, du bist vielleicht wirklich nicht informiert.
Wenn es dich wirklich interessiert, kannst du gerne genaueres Nachfragen, hierzu gibt es ziemlich viel Informaterial - sehr wohl neutrales.
Aber eigentlich braucht es dazu, so zum Himmel stinkend es sich für von vorneherein Desinteressierte etc. anhören möchte, nur einen gesunden Menschenverstand zum Nachdenken und ein minimum an Weitsicht und Mitgefühl.
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Miya ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2007, 22:08   #6 (permalink)
AW: Wolfang Schäuble mobilisiert die G8-Gegnerschaft

Sorry, wir reden aneinander vorbei.

Zum einen bezüglich Arbeit: Du hast geschrieben "einer Logik nach ist Arbeiten Gewalt- ich kann mir aber sehr schwer vorstellen dass du so denkst." Diesen Gedankengang konnte ich nicht nachvollziehen und wollte dich daher nach Details fragen bevor ich darauf eingehe.

Und auch das zweite war nur eine Frage nach deiner Meinung:
Zitat:
Vlt sollten wir einen seperaten Hintergrund- informations Thread aufmachen, du bist vielleicht wirklich nicht informiert.
Wenn es dich wirklich interessiert, kannst du gerne genaueres Nachfragen, hierzu gibt es ziemlich viel Informaterial - sehr wohl neutrales.
Ich diskutiere hier nicht mit John Zerzan persönlich sondern mit dir und es geht mir mit meinem Nachfragen nicht darum meinen Wissenstand zu füllen, sondern deine Auffassung nachzuvollziehen. Daher möchte ich von dir kurz zusammengefasst haben, was deiner Meinung nach die Ziele dieser Demonstration sind. Du schreibst sie wollen wachrütteln, aufmerksam machen etc. Worauf? Wogegen wird eigentlich deiner Meinung nach protestiert? Was ist es wovor anscheinend sowohl Politiker als auch Öffentlichkeit anscheinend so das Auge verschließen, dass nur mit Zerstörung darauf Aufmerksam gemacht werden kann?
Es geht mir dabei um deinen Standpunkt, denn sonst brauchen wir gar nicht weiterzudiskutieren.
Cold Blood ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2007, 22:34   #7 (permalink)
AW: Wolfang Schäuble mobilisiert die G8-Gegnerschaft

Dass dich meine bescheidene Meinung interessiert ehrt mich natürlich, aber ich werde mir ehrlich gesagt hierfür der vollständigkeitshalber etwas mehr Zeit lassen müssen, um dieser gerecht werden zu können, denn so einfach ist es leider nicht.
Es sind ziemlich viele Punkte, und schriftlich fällt es mir zugegeben gerade etwas schwer detailgerecht und angemessen alle konkret aus dem kopf aufzuzählen. Ja, ich wollte für mich auch noch mal nachschauen, damit wir im Falle einer weiteren Diskussion diese auf der gleichen Ebene austragen, ich neige nämlich dazu unkoordiniert von einem Thema zum anderen zu kommen, was letzendlich schriftlich einfach unübersichtlich auf die Außenwelt wirken kann.

Von John Zerzan stammte übrigens lediglich das Zitat- in inwieweit sich auf bundesebene agierende Gruppierungen mit seinen Ansichten identifizieren kann ich dir nicht sagen - da ich mit keiner hiervon in direkter Verbindung stehe.

Ich, als 'autonmes' Individuum kam wie im Eingangsposting geschrieben zu dem Schluss, dass ein Aufgebot solchen Ausmaßes zwangsläufig provokant, diktatorisch ("macht ja nichts was uns nicht passt, sonst gibt es dermaßen auf den Sack") und unmenschlich wirken muss.

Ich denke es geht um die Ausbeutung der Ressourcen und um Umverteilung.
Beutet nicht ein Kleinteil der Weltbevölkerung den Rest aus? So reißerich es klingen mag, es ist leider die Realität.
Etwaige, globale Dinge unter denen Massen von Völkern 24 / 7 leiden steht für mich in keiner Relation zu eingeschmissenen Scheiben etc.

Ich will nicht verharmlosen, dass es sicherlich einige gebe die, wenn sie könnten, den einen oder anderen Politiker erschiessen würden, um ein Umdenken zu bewirken. Ob sie dies damit auch wirklich erreichen, ist eine andere Sache.

Ich denke nämlich nicht.. das Entsetzen über eine abscheuliche Tat wie einen Mord (auch noch an Herrn XY!!!) würde wieder Massen lähmen, und viele würden folgern oder folgern lassen: Wer so etwas tut, muss ein schlechter Mensch sein, und seine Ziele müssen es folglich auch sein.. Versteh mich nicht falsch: Ich denke auch dass es eine scheußliche Tat ist. Sachbeschädigung ist es in dem Kobtext für mich nicht.
Dass in vielerlei, besonders in sozial-ökologischer Sicht ein radikales Umdenken sehr zeitnah erforderlich ist, steht leider nicht zur Debatte.

Ich würde mir einen offenen Dialog mit der Bevölkerung wünschen, mehr Mitbestimmung und für Viele, dass sie das Gefühl hätten man erhört ihre Anliegen und überdenkt diese.. Damit es sich nicht in Sachbeschädigung und Gewalt entladen muss um Aufmerksamkeit zu erregen. Ich denke auch viele Politiker würden zugeben, dass es kein kompletter Hirnschiss von irgendwelchen gewaltbereiten Spinnern ist.. sie aber andere Lösungsvorschläge haben.. Ich würde gerne sehen, dass die meisten Politik sich sozialer und umwelttechnisch engagieren, und das mit Herz und Seele und ernsthaft..

Glaubst du 16 000 Polizisten und 1100 Soldaten weil man von der Regierungsseite sich Sorgen darüber macht das Menschen verletzt werden könnten? Das ist gerade eine reine Frage, keine Unterstellung.

-edit

Zitat:
Zum einen bezüglich Arbeit: Du hast geschrieben "einer Logik nach ist Arbeiten Gewalt- ich kann mir aber sehr schwer vorstellen dass du so denkst." Diesen Gedankengang konnte ich nicht nachvollziehen und wollte dich daher nach Details fragen bevor ich darauf eingehe
Für jemanden, für den eine Einschränkung seiner Selbstbestimmmung nicht im entferntesten mit Arbeit zu tun haben kann, wird dieser folglich die Arbeit auch nicht als Gewalt empfinden- gleichwohl viele Menschen zu vielerlei unterbezahlter/unmenschlicher und sonstiger Scheißarbeit genötigt sind, weil sie sonst verhungern würden.
Die wenigsten haben die tollsten Jobs- ist nun mal leider so, leider auch wenn nicht alle es so empfinden.

Ich denke dass es eine Notwendigkeit ist zu arbeiten- man braucht Nahrung, Wärme, ein Heim..
Spielt sich aber auf einer ganz anderen Ebene ab als das Klo der Firma XYZ zu putzen, weshalb ich grundsätzlich die Folgerung Arbeit ist Nötigung nachvollziehen kann. Die gesamte Struktur hat sich eben geändert, weshlab es noch lange nicht gerecht ist, und eine Verbesserung ist nicht Abzusehen, im Gegenteil.
Dass man irgendetwas Arbeiten MUSS ist klar.., weshalb man sicherlich die Aussage nicht einfach so stehen lassen kann.
Die grundsätzliche Möglichkeit zuzulassen, dass es nicht so sein muss weil es angeblich "immer" so war und das System anders nicht funktionieren kann, ist doch schon einmal ein Anfang.
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Alt 15.05.2007, 23:15   #8 (permalink)
AW: Wolfang Schäuble mobilisiert die G8-Gegnerschaft

Zitat:
Ich denke es geht um die Ausbeutung der Ressourcen und um Umverteilung.
Beutet nicht ein Kleinteil der Weltbevölkerung den Rest aus? So reißerich es klingen mag, es ist leider die Realität.
Etwaige, globale Dinge unter denen Massen von Völkern 24 / 7 leiden steht für mich in keiner Relation zu eingeschmissenen Scheiben etc.
Ich nehme mal an, dass du bei Umverteilung nicht unbedingt HartzIV-Empfänger oder ähnliches meinst, sondern wirklich die Regionen, wo im wahrsten Sinne des Wortes Armut herrscht: Afrika, Südamerika, Asien (z.T auch Europa). Allerdings sehe ich in diesem Zusammenhang nicht, wo bewusst Leute von uns reichen Staaten ausgebeutet werden und wie das alles mit der Globalisierung zusammenhängt.
Ich stimme mit dir voll und ganz überein, dass kein Mensch Hunger leiden sollte. Die Frage ist, was tut man dagegen. Sicherlich kann man jetzt sagen: "Schuldenerlass! Milliarden-Geschenke!" Bringt es etwas? Kurzfristig ja, langfristig nein. Lassen wir mal den Fakt außer Acht, dass bei einem Staat der von einem Diktator regiert wird (was in Afrika nunmal die Regel ist) von diesem Geld wenig bei der Bevölkerung ankommt. Selbst wenn alles direkt an die Bevölkerung geht, was bringt es? Das Geld wird aufgebraucht bis alles alle ist und dann stehen wir wieder da wiezuvor. Viel mehr erreicht man, wenn man die Menschen dabei unterstützt sich selbst zu helfen, an der Weiterentwicklung des Landes zu arbeiten. Und so seltsam es vielleicht für dich klingen mag, gerade da kann die von vielen so verteufelte Wirtschaft und Globalisierung entscheidend helfen.
Errinere dich mal an Muhammad Yunus, der vor kurzem den Friedensnobelpreis erhalten hat. Er hat in seiner Heimat Bangaldesh (eine sehr verarmte Region) eine Bankenkette für Mikrokredite (Kleinstkredite im Bereich von wenigen Euro) gegründet - Wirtschaftlichkeit und Hilfe für Notleidende in einer Hand. Oder informier dich mal darüber wie Großkonzerne wie L'Oréal sich in Indien (auch außerhalb der Zentren extrem verarmt) engagieren indem sie den Leuten ihre Produkte zugänglich machen und die dementsprechenden sozialen Strukturen schaffen. Das Thema ist zu umfangreich, als dass ich es hier erläutern kann (dafür gibt es Artikel und Bücher), aber die Wirtschaft hat auf diesem Wege deutlich mehr beigetragen als es Politik oder Hilfsorganisationen je könnten. Das sollte man bei diesem Thema nicht vergessen.

Was gewaltsame Proteste angeht, so denke ich ist man auf dem falschen Weg. Wachsamkeit auf Armut zu lenken ist sicherlich richtig. Aber die Protestanten gehen den falschen Weg. Wenn ich Autos in Brand setze, erzeuge ich damit keine Aufmerksamkeit für Afrika. Ich erzeuge Aufmerksamkeit für mich, für die Taten und die Politiker. Afrika bleibt da außen vor.

Und ich wollte dir auch nicht unterstellen, dass du Mord oder Gewalt gegen Menschen dulden würdest. Aber es gibt viele die davor nicht zurückschrecken. Und der vergleich oben mit Al-Quaida sollte dich nur darauf aufmerksam machen, dass beide lediglich mit Gewalt auf sich selbst und die (ihrer Meinung nach) Missstände aufmerksam machen. Nur die einen etwas rabiater als die anderen. Und wenn man jetzt sagt: Autos anzünden ist okay, weil anders hört ja keiner zu. Was macht man dann, wenn man feststellt: Autos anzünden hilft auch nichts? Du hast diese Frage beantwortet mit: "weiter nicht." Andere mögen das anders sehen. Auch verständlich, denn eines kann man wahrlich sagen: Nach dem 11. September haben die Leute zugehört...


Was Arbeit angeht: Sicherlich ist es nicht angenehm für einen Hungerlohn Klos zu putzen, oder anderswo hart zu arbeiten und dafür nur ein Gehalt zukriegen, dass wenn überhaupt gerade so zum Leben reicht. Aber ich sehe das insofern nicht als Einschränkung eben weil ein gewisses Überleben gesichert wird. Es ist nicht schön, aber es geht vielen Menschen viel dreckiger und hier in Deutschland (u.ä. Ländern) ist es nunmal so, dass jeder zumindest eine Wohnung und Essen garantiert hat. Wer das als Einschränkung sieht, kann sich auch gerne vollständig aus diesem System ausklinken (auf die ein oder andere Weise machen das auch viele) und muss dann aber auch mit den Konsequenzen klar kommen. Wie dem auch sei, die Wahl hat jeder...
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