Zu dumm für eigene Kinder?


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Alt 19.04.2006, 22:00   #1 (permalink)
Zu dumm für eigene Kinder?

Ich habe vorhin einen Film gesehen,indem das Jugendamt Eltern ihre Tochter entzogen haben,samt Sorgerecht.
Das kl.Mädchen wies Entwicklungsdefizite auf.D.h.,sie wußte z.B.mit 5 Jahren nicht,wieviele Finger sie zeigen mußte um ihr Alter zu zeigen.
Die Begründung war,das die Eltern vom Stand ihres geistigen Niveaus nicht in der Lage seien,dieses Kind zu erziehen.
Der Umgang der Eltern mit dem Kind war überdies aber überdurchschnittlich liebevoll und harmonisch.
Ich weiß nicht ob ihr den Film verfolgt habt,aber es würde mich interessieren wie ihr darüber denkt.
Ist ein liebevolles Elternhaus weniger Wert als die Chance auf einen guten Start ins Leben,oder umgekehrt?
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.04.2006, 22:16   #2 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Interessantes Thema!

Meiner Meinung nach darf die geistige Eloquenz von Eltern nicht alleine als Grund für eine Entziehung des Sorgerechts gelten. Da gibt es viel sinnigeres Potenzial für derartige Schritte in vielen Familien hierzulande. Heute noch habe ich mit einer Freundin über einen Fall gesprochen () wo die fehlende Geborgenheit einer Familie überaus berechtigender erscheint bei der Frage des Sorgerechts. Ebenso hatte ich einmal einen Schüler auf der Sonderschule, dessen Eltern ebenfalls (wie der Volksmund sagt) "sehr einfach gestrickt" waren. Unter vorgehaltener Hand würde man sagen: Da waren Mama und Papa einfach rattendämlich. Tut aber meiner Meinung nach überhaupt nichts zur Sache, wenn zugleich ein Elternhaus gewährleistet wird, welches dem Kind Schutz und alle nötigen Grundbedürfnisse garantiert. In diesem Falle war es so. Die Eltern beide selber lernbehindert, der Junge auf der Geistigbehindertenschule. Ob er woanders gelandet wäre, hätte er im Heim gelebt, wage ich einmal stark zu bezweifeln.

Ich finde es weitaus schlimmer wenn Kinder bei Alkoholikern oder Straftätern aufwachsen müssen. Auch "dumme" Eltern können einem Kind viel für's Leben mitgeben wenn sie sich soweit organisieren können, um ihren Zöglingen ein "angemessenes" Leben zu ermöglichen. Das man dabei stellenweise nicht auf Assistenz verzichten sollte, steht für mich ausser Frage. Hausaufgabenbetreuung oder Hilfestellungen, die beide Elternteile nicht leisten können, sollten dabei von Geburt an als Familienbegleitung stattfinden.

Ich glaube Schlumpfine hat ihre Diplomarbeit über ein ähnliches Thema geschrieben. Das wäre doch der optimale Zeitpunkt nochmal etwas von sich hören zu lassen
__________________
Die beste Chance die ihr je hattet!
Spreeward ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2006, 00:15   #3 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Ich bin da ganz deiner Meinung,aber offensichtlich sehen das die Damen und Herren der Jugendämter wohl etwas anders.
Was ich beängstigend finde,ist die Tatsache das diesen Herrschaften auf Grund ihrer berufl.Stellung eine Urteilsautorität zugesprochen wird,die unabhängig jeder Qualifizierung und unabhängig jeden Hintergrundwissens von Gerichten als ausschlaggebend angesehen wird.
Vielleicht kennst du die Geschichte (kann leider keine Quelle liefern) von den Kindergärtnerinnen die einem Kind so lange durch Suggestivfragen zugesetzt haben,bis die Eltern unter dem Verdacht des sexuellen Kindesmißbrauchs verhaftet wurden.
Erst vor Gericht,unter zu Hilfenahme prof.Psychlogen stellte sich die Unschuld der Eltern heraus.
Die Familie war zu diesem Zeitpunkt aber bereits zerstört,die Kinder von Pflegeeltern adoptiert.
Und...,es gibt offensichtlich keine Möglichkeit sich gegen solche Sachen zu wehren.
Wundert es da,wenn Menschen die Autorität des Staates als solches in Frage stellen?
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2006, 06:53   #4 (permalink)
aKe
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Ich könnte mir vorstellen, dass das entsprechende Gesetz zur Regelung dieses Themas wieder sehr allgemein formuliert ist, sodass es je nach dem wieder mal vom Richter abhängt, wie er das Gesetz auslegt und dementsprechend entschieden wird, ob Dummheit der Eltern ausreicht um ihnen das Sorgerecht zu entziehen oder nicht. Einige Gesetze sind tatsächlich davon abhängig wie man sie juristisch auslegt und somit eine Richterindividuelle Frage, was freilich nicht in Ordnung ist.
Das im ersten Fall genannte Beispiel ist da so gegensätzlich wie es nicht besser sein könnte. Ich frag mich einfach, was kann ein Kind in einer Gesellschaft aus Egoisten, Karrieregeilen, Alkoholikern und Kriminellen besseres bekommen als ein harmonisches Familienhaus? Meiner Meinung nach, steht da alles andere hinten an.
In Ordnung, wenn man die Missstände hinsichtlich der Bildung und intelektuellen Entfaltungsmöglichkeiten entdeckt, sollte man da entgegenwirken und notfalls entsprechende Maßnahmen einleiten (wie bereits genannt, Hausaufgabenbetreuung, generelle Betreuung, Unterstützung der Eltern, allerdings nur in rein Bildungstechnischer Hinsicht) Sorgerechtsentzug ist da allerdings wie eine Strafe für die Eltern, weil sie so "dumm" sind. Dabei kann niemand was dafür, wie er nunmal ist bzw. nur sehr begrenzt und solange es keine Asis sind, ist das meiner Meinung nach absolut unangebracht und unverschämt. Ich denke man nimmt dem Kind auf jeden Fall mehr, als man ihm anschliessend geben kann.
__________________
aKe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2006, 13:50   #5 (permalink)
"das entsprechende gesetz"

§ 1666
Gerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls

(1) Wird das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes oder sein Vermögen durch missbräuchliche Ausübung der elterlichen Sorge, durch Vernachlässigung des Kindes, durch unverschuldetes Versagen der Eltern oder durch das Verhalten eines Dritten gefährdet, so hat das Familiengericht, wenn die Eltern nicht gewillt oder nicht in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden, die zur Abwendung der Gefahr erforderlichen Maßnahmen zu treffen.

(2) In der Regel ist anzunehmen, dass das Vermögen des Kindes gefährdet ist, wenn der Inhaber der Vermögenssorge seine Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind oder seine mit der Vermögenssorge verbundenen Pflichten verletzt oder Anordnungen des Gerichts, die sich auf die Vermögenssorge beziehen, nicht befolgt.

(3) Das Gericht kann Erklärungen des Inhabers der elterlichen Sorge ersetzen.

(4) In Angelegenheiten der Personensorge kann das Gericht auch Maßnahmen mit Wirkung gegen einen Dritten treffen.

§ 1666a
Grundsatz der Verhältnismäßigkeit; Vorrang öffentlicher Hilfen

(1) Maßnahmen, mit denen eine Trennung des Kindes von der elterlichen Familie verbunden ist, sind nur zulässig, wenn der Gefahr nicht auf andere Weise, auch nicht durch öffentliche Hilfen, begegnet werden kann. Dies gilt auch, wenn einem Elternteil vorübergehend oder auf unbestimmte Zeit die Nutzung der Familienwohnung untersagt werden soll. Wird einem Elternteil oder einem Dritten die Nutzung der vom Kind mitbewohnten oder einer anderen Wohnung untersagt, ist bei der Bemessung der Dauer der Maßnahme auch zu berücksichtigen, ob diesem das Eigentum, das Erbbaurecht oder der Nießbrauch an dem Grundstück zusteht, auf dem sich die Wohnung befindet; Entsprechendes gilt für das Wohnungseigentum, das Dauerwohnrecht, das dingliche Wohnrecht oder wenn der Elternteil oder Dritte Mieter der Wohnung ist.

(2) Die gesamte Personensorge darf nur entzogen werden, wenn andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind oder wenn anzunehmen ist, dass sie zur Abwendung der Gefahr nicht ausreichen.

quelle bgb
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Dexter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2006, 14:07   #6 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Schwieriges Thema.

Aber ich halt es eigentlich auch für übertrieben "dummen" Eltern das Kind wegzunehmen. Solang die Liebe und Fürsorge dem Kind gegenüber stimmt seh ich da fast kein Problem. Bis auf die Schwierigkeiten die sich z.B. in der Schule ergeben könnten. Da wäre Sprees Idee mit der Lernbegleitung von der ersten Stunde an richtig.

Einer Familie in der es z.B. Alkis usw. gibt schaut das meiner Meinung nach schlimmer aus. Da sollte wirklich das JA eingreifen. Denn unter solchen Verhältnissen lebt es sich garantiert schwieriger, und besonders als Kind. Hab sowas auch schon mitbekommen, wo wir noch "Drüben " in einem Plattenbaugebiet gewohnt haben... Da hiess es um 12:00Uhr vom Vater (Um die Uhrzeit?) zum Sohnemann, hol mir maln Bier vom Kiosk *rülps* usw... BAH!
Wenn man die schon gesehen hat wusste man, sogar noch als Kind, schon wies bei denen zu Hause abgeht.
Die Kinder waren natürlich dementsprechend drauf. Kleine Assis denen man ausm Weg gegangen ist.
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Das Leben ist zum Lachen da, drum nehm ich Psychopharmaka.
F.U.
cornholio ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2006, 14:29   #7 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

@dexter
meinst du wenn du dich im Zweifelsfall an den Gesetzestext hälst,bist du auf der sicheren Seite?
Das dort so ausdrückliche Wohl des Kindes,bzw was das real sein soll,liegt in der subjektiven Entscheidungsgewalt des Jugendamtes...und dann wirds schnell richtig fies,wenn Sozialarbeiter irgendwas persönlich nehmen...

@cornholio
der Kinderarzt dieser Familie hatte eine Förderungsmaßnahme vorgeschlagen.
Im späteren Gutachten des Kinderarztes wird ausdrücklich betont das dieses Kind trotz seines Entwicklungsrückstandes ein überdurchschnittlich hohes Maß an Liebe und Zuwendung durch die Eltern erhalten hat.

Bitte nicht vergessen,dieser Fall beruht auf realen Ereignissen.
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2006, 14:37   #8 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Zitat:
Zitat von ArminMeiwesTorsogeil
@dexter
meinst du wenn du dich im Zweifelsfall an den Gesetzestext hälst,bist du auf der sicheren Seite?
ich hab serviceorientiert für euch und ake den entsprechenden gesetzestext gepostet, damit ihr wisst worüber ihr überhaupt redet

gesetze sind reale illusionen, und wer den gesetzestext aufmerksam liest, dem wird folgendes auffallen:

"Die gesamte Personensorge darf nur entzogen werden, wenn andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind oder wenn anzunehmen ist, dass sie zur Abwendung der Gefahr nicht ausreichen. "

d.h. zunächst müssen andere möglichkeiten (hausaufgabenhilfe...blblbla) ausgelotet und ausgeschöpft werden, bevor der entzug des sorgerechts überhaupt in betracht gezogen werden darf. falls das in dem fall nicht erfolgt ist, sollten die eltern einspruch erheben, da die maßnahme nicht der geltenden gesetzeslage entspricht.

Zitat:
Das dort so ausdrückliche Wohl des Kindes,bzw was das real sein soll,liegt in der subjektiven Entscheidungsgewalt des Jugendamtes...und dann wirds schnell richtig fies,wenn Sozialarbeiter irgendwas persönlich nehmen...
die entscheidungsgewalt liegt beim zuständigen familienrichter, der hat mit dem jugendamt erstmal nix zu tun.

verantwortungsvolle richter besuchen das kind, über das es zu verhandeln gilt, vor ort, reden mit ihm selber etc pp, um sich ein bild abseits der schilderungen des jugendamts zu machen.
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Dexter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2006, 14:47   #9 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Zitat:
Zitat von Dexter
die entscheidungsgewalt liegt beim zuständigen familienrichter, der hat mit dem jugendamt erstmal nix zu tun.
Das stimmt nicht,bevor die ganze Sache beim Richter landet (das geht nur auf Betreiben der Eltern),entscheidet der zuständige Sozialarbeiter das Kind aus der Familie zu entfernen.
Dazu ist noch nicht einmal eine richterl.Rücksprache notwendig.Man behauptet einfach es sei Gefahr in Verzug.
Dann ist das Kind erst mla weg von den Eltern...u.dann geht´s weiter.Ja,so ist das in unserem schönen Land.
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2006, 14:49   #10 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

dass nur die eltern den richter anrufen können, ist natürlich quark. siehe auch

Zitat:
(3) Hält das Jugendamt zur Abwendung einer Gefährdung des Wohls des Kindes oder des Jugendlichen das Tätigwerden des Gerichts für erforderlich, so hat es das Gericht anzurufen. Absatz 2 gilt entsprechend.
http://www.sozialgesetzbuch.de/geset...orm_ID=0805000

Zitat:
Zitat von ArminMeiwesTorsogeil
Dann ist das Kind erst mla weg von den Eltern...u.dann geht´s weiter.
wie gehts denn dann weiter?
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Dexter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2006, 15:01   #11 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Zitat:
Zitat von Dexter
wie gehts denn dann weiter?
Dann sind die Eltern in der Beweispflicht,das sie zur Erziehung eines Kindes fähig sind.Sehr schicke Sache ,wenn man dann wie die beiden Elternteile,in einer öffentlichen Verhandlung unter anderem vor seinem 6jähr.Kind danach ausgefragt wird warum man Analphabet ist,u.wie man sich so durchmogelt,etc...u.weshalb man trotzdem in der Lage zu sein meint,seinem Kind Benehmen usw beibringen zu können.
Während dieser Verhandlung,die bis zur letzten Instanz,dem Verfassungsgericht,getragen wurde,lief jedoch bereits ein vom Jugendamt eingeleitetes Adoptionsverfahren,während dem das Kind auch schon bei den neuen Pflegeeltern einquartiert wurde...
Das Jugendamt scheute sich auch,in diesem vermeintlich gewonnen geglaubten Fall eine nette Vermittlungsgebühr zur kassieren.
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2006, 15:04   #12 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Zitat:
Zitat von Dexter
verantwortungsvolle richter besuchen das kind, über das es zu verhandeln gilt, vor ort, reden mit ihm selber etc pp, um sich ein bild abseits der schilderungen des jugendamts zu machen.
Ist das jetzt Realität oder sollte man es sich so wünschen?
Ich würde solch eine Vorgehensweise begrüßen, bezweifle aber das sich daß so abspielt.
Hoffen darf man ja aber noch.
__________________
»Einschlafen, fühl ich, will das Ding, die Seele,
Und näher kommt die rätselhafte Nacht!«
von Theodor Storm(1817-1888) aus "Ein Sterbender"
Ummon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2006, 15:07   #13 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

@ummon: ich hab mal mit einem richter gesprochen, der das so macht.
ich schrieb auch bewusst "verantwortungsvolle richter", dh dass das nicht alle so machen ist schon klar. wünschenswert wäre es dennoch.

Zitat:
Zitat von ArminMeiwesTorsogeil
Dann sind die Eltern in der Beweispflicht,das sie zur Erziehung eines Kindes fähig sind.
das is doch quatsch. es gilt in deutschland wie fast überall sonst "im zweifel für den angeklagten" dieser grundsatz darf nicht verletzt werden.
das jugendamt muss dem richter beweisen, dass das kindeswohl gefährdet ist. sorum läuft der hase. punkt. oder gibts da neuerungen, die ich verpasst habe?

Zitat:
Sehr schicke Sache ,wenn man dann wie die beiden Elternteile,in einer öffentlichen Verhandlung unter anderem vor seinem 6jähr.Kind danach ausgefragt wird warum man Analphabet ist,u.wie man sich so durchmogelt,etc...u.weshalb man trotzdem in der Lage zu sein meint,seinem Kind Benehmen usw beibringen zu können.
jetzt mal im ernst: ob ich persönlich mit der realen welt da draußen übereinstimme oder nicht, ist doch erstmal egal. fakt dürfte sein: ein kind was nicht zählen, lesen, schreiben oder mit fingern sein alter zeigen kann, ist in dieser welt nicht 'funktionsfähig'. insofern scheinen mir derartige interviewfragen durchaus legitim. wenns auch im einzelfall entwürdigend wirkt.
desweiteren seid ihr ja alle selber der meinung, dass man das kind unterstützen sollte - und das gesetz sagt das auch.

wenn diese hilfen scheitern, dann - und erst dann - dürfen andere maßnahmen ergriffen werden.
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Dexter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2006, 16:25   #14 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Zitat:
das is doch quatsch. es gilt in deutschland wie fast überall sonst "im zweifel für den angeklagten" dieser grundsatz darf nicht verletzt werden.
das jugendamt muss dem richter beweisen, dass das kindeswohl gefährdet ist. sorum läuft der hase. punkt. oder gibts da neuerungen, die ich verpasst habe?
Wieso Quatsch,spinnst du?Ich erzähle lediglich wie es damals in diesem Fall abgelaufen ist.
Wie es sein sollte steht doch auf einem ganz anderen Blatt,Mensch.
In dubio pro reo hätte man den Alten die Kinder doch erst gar nicht weg genommen....

Zitat:
jetzt mal im ernst: ob ich persönlich mit der realen welt da draußen übereinstimme oder nicht, ist doch erstmal egal. fakt dürfte sein: ein kind was nicht zählen, lesen, schreiben oder mit fingern sein alter zeigen kann, ist in dieser welt nicht 'funktionsfähig'. insofern scheinen mir derartige interviewfragen durchaus legitim. wenns auch im einzelfall entwürdigend wirkt.
desweiteren seid ihr ja alle selber der meinung, dass man das kind unterstützen sollte - und das gesetz sagt das auch.
Wie weit warst du denn so mit 5-6 Jahren?Hast du die Zeit nach dem Kindergarten damit verbracht Realschülern Nachhilfe in der Dreiecksberechnung zu geben?

Zitat:
wenn diese hilfen scheitern, dann - und erst dann - dürfen andere maßnahmen ergriffen werden.
Wenn du noch an die Gerechtigkeit der Justiz glaubst,entschuldige,dann dürfte dein Fundus an Erfahrungen in deinem Leben recht überschaulich sein.
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.04.2006, 18:13   #15 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Zitat:
Zitat von Spreeward
.

Ich glaube Schlumpfine hat ihre Diplomarbeit über ein ähnliches Thema geschrieben. Das wäre doch der optimale Zeitpunkt nochmal etwas von sich hören zu lassen
Stimmt. Mein Thema hieß "Geistig behinderte Menschen und Elternschaft".
Ist ein strittiges und schwieriges Thema, da scheiden sich so manche Geister und es führt zu zahlreichen Diskussionen.

Zum Thema Jugendamt:
Sicherlich hat das Jugendamt schon eine gewisse "Macht", aber eine einzelne Person trifft dort nie eine Entscheidung und wenn es um Kindeswohlgefährdung und um Entziehung von Sorgerecht geht, dann entscheidet letztendlich das Gericht, nicht das Jugendamt. Das Jugendamt kann lediglich einen Antrag stellen und dann ist es wie Dexter schrieb, dann muss das Jugendamt seinen Antrag entsprechend begründen und daraufhin entscheidet das Gericht. Nicht die Familienrichter gehen in die Familien, sondern die Mitarbeiter des Jugendamtes.
Kindeswohlgefährdung ist im Gesetz festgehalten und von Dexter hier auch schon dargestellt worden und dies nehmen die Mitarbeiter vom Jugendamt als Grundlage um sich eine entsprechende Meinung bilden zu können.
Wenn es sich wie in dem Fall z.B. um geistig behinderte Eltern handelt und die Situation nicht einfach einzuschätzen scheint, dann holt man meistens noch ein Gutachten ein und auch dies soll bei der Entscheidungsfindung helfen.

@ArminMeiwesTorsogeil: in dem Film gab es vor der Entscheidung des Jugendamtes eine Familienhelferin in der Familie, was bedeutet das die Familie länger bekannt war und zunächst eine ambulante Hilfe eingesetzt wurde.
Der Entzug eines Sorgerechts ist nicht Willkür, sondern steht erst am Ende einer langen Kette.
Wenn Eltern nicht mehr bereit sind mit einer ambulanten Hilfe zusammen zu arbeiten, wie es in dem Film der Fall war, dann geht diese Information entsprechend ans Jugendamt und es werden weitere Schritte überlegt.

Der Film war aber eh überzogen. Es war Blödsinn, dass die Eltern bei Besuchskontakten keinen Körperkontakt zu ihrem Kind aufnehmen sollten.
Alles mit Vorsicht zu genießen.
Schlumpfine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2006, 05:56   #16 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Zitat:
Zitat von Schlumpfine
Stimmt.
Der Film war aber eh überzogen. Es war Blödsinn, dass die Eltern bei Besuchskontakten keinen Körperkontakt zu ihrem Kind aufnehmen sollten.
Alles mit Vorsicht zu genießen.

a)Es handelte sich aber hier nicht um geistig behinderte Eltern,sondern lediglich um zwei extrem einfach gestrickte Leute die ihr Leben ganz gut meisterten.
b)Wenn der Film eine wahre Geschichte erzählt,gehe ich davon aus das man sich da auch an die Fakten hält.
c)In der Hauptsache ging es in dem Film doch wohl um eben diese Familienhelferin,die offensichtlich aus persönlichen Gründen einen privaten Rachefeldzug startete.Solcher oder ähnlicher Behördenwillkür sind Menschen Tag für Tag ausgesetzt.
Der Titel "Sozialarbeiter" bescheinigt einem nicht automatisch über alle Zweifel erhabene Charaktereigenschaften...weiter gibt es in allen Berufen Leute die ihren Job besser können und welche die sich die Ausbildung hätten schenken können.
d)Habe ich selbst schon genug Erfahrung mit Behördenwillkür gesammelt,um die dort gezeigte Handlungsweise des Jugendamtes als durchaus realistisch zu sehen.

Ich weiß also nicht ob das alles übertrieben war...aber das bekomme ich raus.
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2006, 09:33   #17 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Zitat:
Zitat von ArminMeiwesTorsogeil
b)Wenn der Film eine wahre Geschichte erzählt,gehe ich davon aus das man sich da auch an die Fakten hält.
Wenn du noch an die Sachlichkeit des Fernsehens glaubst,entschuldige,dann dürfte dein Fundus an Erfahrungen in deinem Leben recht überschaulich sein.
__________________
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man brauch keine jacke um ne Hopper-Mütze aufzuhaben
asiatisches Sprichwort
vergeben
Dexter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2006, 10:11   #18 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Zitat:
Zitat von Dexter
Wenn du noch an die Sachlichkeit des Fernsehens glaubst,entschuldige,dann dürfte dein Fundus an Erfahrungen in deinem Leben recht überschaulich sein.
Darum geht´s zwar gar nicht,aber trotzdem: Hallo

Zum einen kann ich mich nur auf das stützen was der Film aussagt,
zum anderen ist mein Fundus an Erfahrungen groß genug,um mir sicher sein zu können,das bei Jugendämtern ebenso große Vollidioten sitzen,wie jene,die sie zu bekämpfen versuchen.
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.04.2006, 12:35   #19 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Zitat:
Zitat von ArminMeiwesTorsogeil

Zum einen kann ich mich nur auf das stützen was der Film aussagt,
Ganz genau und auch wenn er sich an realen Tatsachen orientiert, sollte man das Ganze doch kritisch betrachten.

Zitat:
Zitat von ArminMeiwesTorsogeil
zum anderen ist mein Fundus an Erfahrungen groß genug,um mir sicher sein zu können,das bei Jugendämtern ebenso große Vollidioten sitzen,wie jene,die sie zu bekämpfen versuchen.
Ich arbeite in einem Jugendamt und mit meiner Erfahrung kann ich sagen, dass solch wichtige Entscheidungen nicht auf die Schnelle und willkürlich getroffen werden. Es sind mehrere Personen beteiligt und eine solche Entscheidung steht erst am Ende einer längeren Kette wie ich schon einmal erwähnte.
Es würde nicht ausreichen wenn eine Familiehelferin die Aussage treffen würde, "die Eltern arbeiten nicht mit, das Kind muss raus".
Dann steht nicht als nächstes das Jugendamt vor der Tür und holt das Kind einfach ab. Es werden dann noch Gespräche, wenn möglich auch mit den Eltern geführt.
Ich kann mich nur wiederholen, sicherlich haben Mitarbeiter eines Jugendamtes eine gewisse "Macht", hier aber auch mit Einschränkungen.
Sicherlich ist auch eine Inobhutnahme, also eine sofortige Herausnahme eines Kindes durch ein Jugendamt möglich. Aber diese ist nur vorübergehend und das Jugendamt ist verpflichtet das Familiengericht unmittelbar zu informieren, da erst dieses eine Entscheidung treffen kann und auch das ist gesetzlich festgelegt.

Mitarbeiter eines Jugendamtes sind sicher nicht unfehlbar, das will ich gar nicht sagen, aber gerade deshalb treffen nicht nur einzelne Personen entsprechende Entscheidungen und es gibt immer noch gewisse "Kontrollinstanzen".
Schlumpfine ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.04.2006, 14:54   #20 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Ich denke, dass Kinder beides im gleichem Maße brauchen: Liebevolle, fürsorgliche Eltern UND Bildung. Wenn ich mein Kind den ganzen Tag herze und abknutsche, es in den Himmel lobe und damit die BESTE Mama bin, hat mein Kind davon für die Zukunft reichlich wenig. So seh ich das. Es wird sich nirgends behaupten können und weit unter dem Stand der gleichaltrigen Kinder sein, was es schwer für das kind macht, sich im Kindergarten oder in der Schule zu integrieren.
Und was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
__________________
Die Ärzte rocken!!!
Juna1986 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.04.2006, 10:14   #21 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Ich bin der Meinung das der Staat hier viel mehr seine beanspruchte Rolle in dem Bildungsauftrag annehmen muß,die er ja letztendlich auch beansprucht.
Tatsache ist aber doch das unser gesamtes Bildungssystem auf das Nötigste
reduziert wird,und das der Staat der Verantwortung,die er gegenüber uns Steuerzahlerngeltend macht,in keiner Weise nach kommt.
Hier ist völlig unerheblich,ob Eltern z.B. zu beschäftigt oder zu dumm für eine solche Aufgabe sind.
Fakt ist,das die Politik in unserem Land nicht auf die Interessen von Kindern zugeschnitten ist.
Deutschland gilt als eins der Kinderfeindlichsten Länder in Europa...da sollte man sich auf deutschen Jugendämtern vielleicht mal den Kopf drüber zerbrechen.
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.04.2006, 10:52   #22 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

?!?

ja wie jetzt? der staat soll jetzt deiner meinung nach kinder zwingen, was zu können aber wenn ers tut und sie dafür von den eltern entfernt heulste auch rum?

wie denn nu?

ps. es gibt keine kinderfeindlichen länder, es gibt nur kinderfeindliche personen.

pps. ich fahr jetzt kinder zwingen, was zu können.
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Dexter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.04.2006, 11:04   #23 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Zitat:
Zitat von Dexter
?!?

ja wie jetzt? der staat soll jetzt deiner meinung nach kinder zwingen, was zu können aber wenn ers tut und sie dafür von den eltern entfernt heulste auch rum?

wie denn nu?

ps. es gibt keine kinderfeindlichen länder, es gibt nur kinderfeindliche personen.

pps. ich fahr jetzt kinder zwingen, was zu können.
Lesen fällt dir offensichtlich schwer...oder wo habe ich gesagt der Staat solle irgendwen zwingen?Keine Ahnung was du Kindern beibringst,aber ist bestimmt lustig zuzusehen,dabei..
Ich habe von der Rolle geredet die der Staat für sich beansprucht,eine erzieherische und bildende Funktion für seine Bürger zu übernehmen!!!!!!!!
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.04.2006, 16:58   #24 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Zitat:
Zitat von ArminMeiwesTorsogeil
Deutschland gilt als eins der Kinderfeindlichsten Länder in Europa...da sollte man sich auf deutschen Jugendämtern vielleicht mal den Kopf drüber zerbrechen.
Jetzt komme ich aber auch bald nicht mehr mit....
Wer sagt das und wie sollen Jugendämter da deiner Meinung nach einwirken?
Schlumpfine ist offline   Mit Zitat antworten

Alt 25.04.2006, 17:31   #25 (permalink)
AW: Zu dumm für eigene Kinder?

Zitat:
Zitat von Schlumpfine
Jetzt komme ich aber auch bald nicht mehr mit....
Wer sagt das und wie sollen Jugendämter da deiner Meinung nach einwirken?
Kenne den Namen des Instituts dieser Untersuchung leider nicht mehr,ist schon was her.Es ging damals um die Anzahl von Kita´s und Kindergartenplätzen (wenn das nicht das Gleiche ist),um öffentliche Spielplätze,Freizeiteinrichtungen für Jugendl. und unter anderem um die Intoleranz deutscher Bundesbürger gegenüber Kindern u.Heranwachsender.
Wenn dir das alles so fremd sein sollte,dann hat sich meine anfängliche These ja wohl bestätigt.
Dann steht IHR,vom Jugendamt noch weiter Abseits als es die Polizei erlaubt.
ArminMeiwesTorsogeil ist offline   Mit Zitat antworten
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